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Ex-Club-Keeper Kirschbaum: Nur Socke wartet auf den Abwurf

Holland-Legionär spicht über sich und den Fußball in der Corona-Krise - 02.05.2020 11:04 Uhr

Bis Sommer wird Thorsten Kirschbaum das Trikot des VVV Venlo nicht tragen, die Saison ist abgebrochen. © Daniel Jungblut


Thorsten Kirschbaum hat den Ball in der Hand und wirft weit aus. Doch nicht die Fußballer John Yeboah oder Johnatan Opoku spurten hinterher, sondern Socke. "Wir sind zu Hause, vertreiben uns die Zeit", sagt der aus Obernzenn stammende ehemalige Torhüter des 1. FC Nürnberg. Kirschbaums Spielkamerad Nummer eins auf dem Grundstück seines Wohnsitzes in der Nähe von Köln ist seit dem Abbruch der Saison in der Eredivisie, der Ersten Niederländischen Profiliga, ein kleiner Jack-Russel-Mischling. Bis zum 11. März war es für den seit vergangener Woche 33-Jährigen eine kuriose Spielzeit, die bitter begann und im März in einer Trophäe gipfelte, die vorher noch kein Torhüter in den Händen halten durfte: "Kirsche" wurde zum Spieler des Monats Februar der Eredivisie gewählt.

Nummer drei, Nummer eins und "Superkicker"

Auslandserfahrung mit Rückzugsmöglichkeit – für diese Lösung entschied sich Thorsten Kirschbaum im vergangenen Sommer. Aus der Nummer drei von Bayer Leverkusen wurde die Nummer eins des VVV Venlo. Job in den Niederlanden, neue Sprache, neue Liga, "und auch von der Trainingslehre eine andere Welt", wie der Keeper erzählt, Privatleben weiter im Rheinland. Kirschbaums Frau Johanna, die in Bad Windsheim aufgewachsen ist, unterrichtet an einer deutschen Schule, der ehemalige Profi des 1. FC Nürnberg, der TSG Hoffenheim und des VfB Stuttgart pendelte täglich 80 Kilometer nach Venlo. "Da musste ich mich erst dran gewöhnen, nun verstehe ich aber auch Niederländisch schon gut."

Sportlich kam der VVV schlecht rein in die Runde. Im Herbst setzte es sieben Pleiten in Folge. Nach einem Trainerwechsel arbeitete sich Venlo im Frühling aus dem Keller, verlor siebenmal hintereinander nicht. Kirschbaum glänzte und wurde zum besten Spieler der Liga ausgezeichnet. "Da habe ich mich schon mega drüber gefreut, es spielen ja einige Superkicker in der Eredivisie."

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Wirtschaftliche Notwendigkeit ist die Triebfeder der Bundesliga 

Dann kam die Corona-Pandemie. Kirschbaum hielt sich daheim fit. Nun die Entscheidung der Liga-Chefs, die Eredivisie-Saison abzubrechen. "In so einer Situation, die es noch nie gab, muss man Vertrauen in die Entscheidungsträger haben", sagt er diplomatisch. Wie er die Lage in der Bundesliga einschätzt? "Ich bin kein Experte, aber die wirtschaftliche Notwendigkeit ist für die Bundesliga eine andere als in Holland, sie ist Antriebskraft Nummer eins. Das Sportliche ist eher im Hintergrund."

Für Kirschbaum steht nun wieder Training an. "Wir können leider keine sieben Monate frei haben", sagte er und lacht. Montag, Mittwoch und Freitag – jeweils in Sechsergruppen. Ab 1. Juni geht es dann in eine "normale Sommerpause". Wie es weitergeht? Noch unklar. Kirschbaum hat Vertrag in Venlo bis Sommer 2021. "Man weiß nie, was passiert, aber ich gehe davon aus, dass ich noch ein Jahr in Venlo kicken werde." 460 Kilometer weg von Obernzenn. Was er am meisten an Franken vermisst? "Kirsche" lacht wieder. "Meine Familie und Bierzelte – aber wer vermisst die in Corona-Zeiten nicht?"

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