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Ex-Club-Keeper Kirschbaum: "Wir sind in einem richtigen Flow"

Die VVV Venlo hat sich in der Eredivisie Luft im Abstiegskampf verschafft - 27.01.2021 10:00 Uhr

Torhüter Thorsten Kirschbaum ist ein stabiler Rückhalt der VVV Venlo, die sich aktuell auf einem Höhenflug befindet.

26.01.2021 © Foto: Daniel Jungblut


Sonntag, Mittwoch, Sonntag, Donnerstag, Sonntag – fünf Spiele, zehn eminent wichtige Punkte im Abstiegskampf gesammelt, Pokal-Viertelfinale erreicht. "Sportlich geht es mir echt gut", sagt Thorsten Kirschbaum. Seit 10. Januar läuft es bei der VVV Venlo in der Eredivisie fast optimal. Der 33-jährige, aus Obernzenn stammende Torhüter hat sich mit seinem Klub ein Acht-Zähler-Polster auf den Abstiegs-Relegationsplatz im niederländischen Fußball-Oberhaus erarbeitet. Mit der WZ spricht Kirschbaum über die Gründe der Serie, Belastungen, seine persönliche Zukunft, den 1. FC Nürnberg und das Kicken ohne Zuschauer.

2:1 gegen Willem II Tilburg, 4:1 gegen ADO Den Haag, 1:1 gegen Heerenveen, 1:0 gegen Go Ahead Eagles Deventer, 1:0 gegen Twente Enschede – "wir sind in einem richtigen Flow", sagt Thorsten Kirschbaum. Vor allem die Stabilität in der Defensive sei seit der kurzen Weihnachtspause noch besser geworden. "Da kommen mehrere Dinge zusammen", sagt der Keeper. Erheblichen Anteil hätten auch die Neuzugänge, Linksverteidiger Leon Gurawa, der auch schon beim 1. FC Kaiserslautern kickte, und Innenverteidiger Kristopher Da Graca.

"Die haben uns gut getan", sagt Kirschbaum. Vor allem die Siege gegen direkte Kontrahenten im Eredivisie-Keller seien Gold wert gewesen. "Twente war sowas wie ein Bonusspiel, das du halt auch mal gewinnst, wenn du gut drauf bist." Der 33-Jährige spielt eine gute Saison bei der VVV, ist ein konstanter Rückhalt. Anfang Dezember war Kirschbaum kurz verletzt, "das ist aber alles ausgeheilt, ich fühle mich sehr gut."

Den Schwung möglichst lange nutzen

Die positive Stimmung in Venlo liegt auch an den jüngsten Ergebnissen. "Wir wollen die Situation, den Schwung möglichst lange nutzen, schön wäre es, wenn wir so nicht bis zum Schluss um den Ligaerhalt zittern müssten." Während Ajax Amsterdam, gegen das die VVV – ohne den damals verletzten Kirschbaum – ein 0:13-Brett kassierte, und PSV Eindhoven "in einer anderen Liga spielen", sei Venlo gegen alle anderen Teams "auf jeden Fall nicht chancenlos". Das Pensum mit so vielen Spielen bezeichnet Kirschbaum als "schon anstrengend".

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Bitter sei dabei immer noch, dass die Stadien aufgrund der Pandemie auch in den Niederlanden leer sind. "Irgendwie hat man sich da leider schon ein bisschen dran gewöhnt", sagt Kirschbaum. "Es fällt einem fast nicht mehr auf und das ist traurig." Er freue sich aber schon unheimlich darauf, "wenn Zuschauer und Emotionen in die Stadien zurückkehren können, bei einem Tor wieder das ganze Stadion ausrastet".

Kirschbaum ist seit 2006 Profi – damals bei der TSG Hoffenheim und deutscher Junioren-Nationalkeeper – im Sommer läuft der Vertrag des 33-Jährigen in Venlo, in das er über die Stationen Vaduz, Sandhausen, Cottbus, Stuttgart, Nürnberg und Leverkusen wechselte, aus. "Der Verein hat signalisiert, dass sie gerne verlängert wollen", sagt Kirschbaum. Ob er bleibt oder noch eine andere Herausforderung zum Abschluss sucht, sei völlig offen.

"Die ein oder andere Option"

"Es gibt die eine oder andere Option. Ich will mir aber nicht zu lange Zeit lassen mit einer Entscheidung." Treffen werde er diese mit seiner Frau, mit der er bei Köln lebt. "Wir überlegen uns genau, was wir machen." Immerhin gehe es auch darum, an einen neuen Lebensabschnitt zu denken. Bei seinem Sportmanagement-Studium sei er "in den letzten Zügen". Sein Ex-Klub 1. FC Nürnberg, für den sein Herz schon seit seiner Jugend schlägt, wird es wohl nicht. "Ich verfolge den Club natürlich noch, habe immer noch Kontakt zu dem einen oder anderen Spieler, aber das Kapitel ist wohl abgeschlossen", sagt Kirschbaum.

Doch für Thorsten Kirschbaum steht in den kommenden Wochen erstmal das Pokal-Viertelfinale gegen Zweitligist Nijmegen – "wir haben die Riesenchance aufs Halbfinale" – und weiter Abstiegskampf mit Venlo in der Eredivisie an. Jeder Punkt zählt. Heute (20 Uhr) ein "Bonusspiel" gegen den Ligazweiten Vitesse Arnheim, Samstag "ein richtig wichtiges Ding" gegen das punktgleiche Fortuna Sittard.

STEFAN BLANK

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