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Samstag, 12.06.2021

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Ex-Clubkeeper Kirschbaum steigt mit Venlo ab

Torhüter aus Obernzenn steht vor einem weiteren Vereinswechsel - 15.05.2021 09:47 Uhr

Thorsten Kirschbaum wird nicht mehr lange die Trainingsklamotten der VVV Venlo tragen.

08.05.2021 © Daniel Jungblut


"Einen Tag danach kann ich noch nichts sagen, es gibt die eine oder andere Option, aber es wird sich in den nächsten paar Wochen entscheiden", sagte ein hörbar geknickter Kirschbaum.

Mit der VVV in Liga zwei zu gehen, das hatte der Torhüter mit den bisherigen Profi-Stationen TSG Hoffenheim, FC Vaduz, SV Sandhausen, Energie Cottbus, VfB Stuttgart, 1. FC Nürnberg und Bayer Leverkusen schon vor einigen Tagen ausgeschlossen. "Ich habe das Thema aufgrund der Brisanz im Abstiegskampf in den letzten Wochen aber ein bisschen von mir weggeschoben", erklärte Kirschbaum.

Nun bleibe ihm aber nichts anderes übrig, als sich zeitnah damit zu beschäftigen, sein Vertrag läuft Ende Juni aus. "Es werden jetzt Gespräche geführt, irgendwo zu unterschreiben oder mit einem anderen Verein zu verhandeln, während es für uns um alles geht, wäre für mich nie zur Diskussion gestanden."

Ende Januar sah es für Venlo noch sehr gut aus. Das Polster auf einen Abstiegsplatz betrug zwölf Zähler. Es folgte eine Pleitenserie, zwölf Niederlagen setzte es in Serie, ehe gegen den direkten Kontrahenten im Abstiegskampf, RKC Waalwijk, nur ein 3:3 heraussprang. "Das Unentschieden war natürlich ein weiterer Schlag ins Gesicht", sagte Kirschbaum.

"Sind nicht in den letzten zwei Wochen abgestiegen"

"Wir haben gut losgelegt, sind früh in Führung gegangen. Und dann: zwei einfache Fehler, bei einem zeigt das Video ein mögliches Foul, ein umstrittener Handelfmeter, ein bisschen Pech. 3:3." Doch der Keeper sagte klar: "Wir sind nicht in den letzten zwei Wochen abgestiegen, sondern in den letzten acht."

Als der Klassenerhalt nun nach der Pleite gegen Ajax unmöglich wurde, erlebten Kirschbaum und seine Mitspieler eine weitere sehr kuriose Szene in dieser fanlosen Spielzeit. Abstieg in Corona-Zeiten? "Im Stadion war es schon sehr komisch", berichtete Thorsten Kirschbaum. Als das VVV-Team mit Bus heimfuhr, warteten vorm Trainingslager rund 30 Fans. "Sie haben sich super verhalten", sagte der Torhüter. Enttäuschung ja, aber keine Wut gegen Spieler, sondern aufbauende Schlachtgesänge.

Auch wieder einmal in die Heimat

Am Sonntag geht es nun noch gegen Emmen, für die es um alles im Abstiegskampf geht. "Natürlich ist es schwierig für uns", sagte Kirschbaum. "Keiner will Wettbewerbsverzerrung. Es geht immerhin um einen guten letzten Eindruck." Ob er selbst aufläuft? "Vielleicht will der Coach auch dem zweiten Keeper nochmal Einsatzzeit geben, er hat sich immer sehr kollegial verhalten", sagte die aus Obernzenn stammende Nummer eins.

"Kirsche" selbst bezeichnet die Zeit in der Eredivisie jetzt schon als "gute Sache, da nehme ich was fürs Leben mit". Einer der Höhepunkte dabei war, dass er im März 2020 als erster Torwart überhaupt zum Spieler des Monats der Eredivisie gewählt worden war.

Nun wolle der 34-Jährige – wenn es die Corona-Lage zulässt – auch mal wieder in der Heimat vorbeischauen. "Da war ich die letzten eineinhalb Jahre nie länger als einen oder eineinhalb Tage." Und bestenfalls "vielleicht auch nochmal wenigstens ein bisschen wegfahren". Dann ja unter Umständen schon mit einem neuen Vertrag in der Tasche.

STEFAN BLANK

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