Montag, 18.11.2019

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Familiäres Schlittenhunde-Wagenrennen in Oberndorf

Mit Gee und Haw geht es durch die Kurven - Drang zum Laufen liegt im Blut - 05.11.2019 16:49 Uhr

Nur mit der Stimme lenkt der Gespannfahrer seine Hunde. Foto: Elke Walter © Foto: ew


Mit über 1000 Hunden und knapp 200 Startern zählt es zu den größten seiner Art in Deutschland. Rennleiter und Vereinsvorsitzender Thomas Belzner zeigte sich sehr zufrieden.

"So viele Teilnehmer hatten wir noch nie", sagt er. Viele der Musher (Gespannfahrer) kommen seit Jahren, zum Teil gleich mit der ganzen Familie, nach Oberndorf. Sehr familiär ist auch die Atmosphäre, wenn Besucher durch das Fahrerlager gehen. Freundliche Menschen und ebenso entspannte Hunde begrüßen die Besucher. Streicheln erlaubt und erwünscht. Schnell kommt man ins Gespräch, erfährt Interessantes über typische Schlittenhunde-Rassen, über Huskys, Samojeden oder Malamutes. Der Drang zum Laufen liegt ihnen im Blut, was sich zeigt, sobald sie ihr Laufgeschirr umgelegt bekommen. Dann sind sie kaum zu bremsen, was bei größeren Gespannen schon Können und Kraft erfordert, sie gegebenenfalls noch zurückzuhalten.

Lauffreudig sind allerdings auch andere Rassen, die bei den meisten Wettbewerben nicht starten dürfen. In Oberndorf kein Problem, da keine Vereinsstatuten dies verhindern. In Gespann-Klassen, die sich etwa nach der Anzahl der Hunde oder auch der Zusammensetzung nach Rassen gliedern, gehen die Musher an den Start.

Beim Nachtlauf sind nur Start- und Zielbereich beleuchtet. Foto: Elke Walter © Foto: ew


Traditionell begann das Wochenende am Freitag, dieses Mal bei kühlem Nieselwetter, mit einem Nachtlauf. Da dieser außerhalb der Wertung auf einem verkürzten Kurs von 4,2 Kilometern stattfindet, dürfen die Teilnehmer hier ohne Gespann-Vorgaben fahren. Der Trail, die Laufstrecke, ist nicht beleuchtet, nur Start- und Zielbereich sind mit Fackeln erhellt. Ansonsten ist der Musher auf seine Stirnlampe angewiesen. Gelenkt werden die Gespanne nur mit der Stimme und den international gültigen Kommandos, "Gee!" für rechts, "Haw!" für links und "Go!" für das Anfahren.

Bereits zum vierten Mal ist Familie Hahn aus Dietersheim dabei. Vater Patrick fährt mit seinem Vierer-Gespann aus Malamuten mit, während die beiden Kinder, vier und sieben Jahre alt, mit Unterstützung ihrer Eltern beim Kinderlauf, jeweils mit einem Hund, mitmachen. Dieser Sport ist Familiensache.

Das Teilnehmerfeld ist international besetzt, kommt überwiegend aus Österreich, der Schweiz, Tschechien, Frankreich und aus Deutschland. Die Wertungsrennen, die Elmar Bamberger, Begründer und über 20 Jahre Vorsitzender des Vereins, witzig und mit Sachverstand kommentiert, werden an den beiden Haupttagen ausgetragen. Da es am Samstag mit fast 16 Grad und einer hohen Luftfeuchtigkeit für die Hunde eigentlich zu warm war, wurde der Kurs von 7,4 auf knapp fünf Kilometer verkürzt. "Oberstes Prinzip", erklärt Rennleiter Belzner, "ist das Wohl der Hunde." Unterstützung bekommen die Sled-Dog-Freunde von den Dorfbewohnern. Die sorgen für das leibliche Wohl und die vielen Arbeiten drum herum. Zur Jubiläumsausgabe 2020 sind sie alle wieder dabei.

Elke Walter

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