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Mittwoch, 26.06.2019

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FC Oberndorf feiert Meisterschaft

Dem Verein gelingt erstmals der Aufstieg in die Kreisklasse - 04.06.2019 16:05 Uhr

Der Trainer lebe hoch: Die Spieler wissen genau, wie groß der Anteil von Peter Lutz am Erfolg ist. © Foto: Privat


Dass alles so zusammenfällt, war freilich auch der ungewollten Mithilfe von Lokalrivale und Verfolger SG Lenkersheim/Bad Windsheim geschuldet. Der Tabellenzweite spielte parallel nur 2:2. Peter Lutz ließ während der Partie in Ipsheim die Fühler ausstrecken, erzählt er. Dank Handykontakt wusste er vom Zwischenstand in Lenkersheim. Da es in der Schlussphase beim FCO auch nur 1:1 gegen die SG Wind II stand, habe er alles auf eine Karte gesetzt. "Wir haben alles nach vorne geworfen. Als ich die Chance sah, die Meisterschaft perfekt zu machen, wollten wir das unbedingt durchziehen", erzählt er. Und Kapitän Alexander Krähmer machte mit seinem späten zweiten Strafstoßtor zum 2:1-Endstand den Titel tatsächlich perfekt.

Nach dem Abpfiff sei es sehr emotional gewesen, berichtet Peter Lutz. Tränen soll es gegeben haben. "Wir haben uns da hochgearbeitet und man sieht jetzt, dass sich das Engagement ausgezahlt hat." Vor vier Jahren war er beim FCO angetreten. "Ich wollte das einfach probieren", sagt er nun, da er am Ziel eines steilen Weges angekommen ist, dem so mancher dem Dorfverein gar nicht zugetraut hatte. "Vor sechs, sieben Jahren war der Verein ja fast am Ende", betont Lutz. Doch bei den A-Junioren der JFG Aischgrund verdiente sich der Bad Windsheimer erste Sporen und als der FCO anklopfte, wollte er nicht lange überlegen. Mit seiner offenen Art gelang es ihm dort, das Umfeld und die größtenteils sehr jungen Spieler mitzureißen.

Die Entwicklung der Mannschaft lasse sich perfekt an den Abschlusstabellen der vergangenen Jahre ablesen, betont der Trainer: Siebter, Vierter, Zweiter – inklusive Scheitern in der Aufstiegsrelegation – und nun Meister. Doch nicht nur die Qualität hat sich verändert, auch die Art und Weise. Noch vergangene Saison erzielte der FCO über 100 Tore – damals noch in der A-Klasse 5. Vor dem letzten Spieltag steht das Team nun bei gerade einmal 70 Treffern. Doch das Gegenüber sticht hervor: Mit 27 Gegentoren in 23 Spielen stellt Oberndorf die beste Abwehr der Liga. "Im Sommer habe ich mir da in der Tat viele Gedanken gemacht, wie ich die Defensive stabilisieren könnte", erzählt der Coach. Mit Kapitän Krähmer, der einst mal Stürmer spielte, und dem blutjungen Neuzugang Yannik Vogelgesang als Innenverteidigung habe er offenbar die richtige Lösung gefunden, sagt Lutz. "Das war der Schlüssel – definitiv."

 

Gehört mittlerweile sogar schon beim Amateurfußball dazu: Feiern in dichten Rauchschwaden. © Foto: Privat


Während in der Offensive in der kommenden Saison in der Kreisklasse in gewohnter Manier die schnellen Angreifer mit langen Bällen gefüttert werden sollen, solle die Abwehrarbeit weiter im Fokus bleiben, sagt Lutz. Nur sei so an den Klassenerhalt zu denken. "Wir wollen uns da irgendwie etablieren. Das nehmen wir als Herausforderung gerne an." Zu beißen werden die FCO-Kicker aber erst einmal am kommenden Samstag, 8. Juni, haben. Nach dem letzten Spieltag ist eine Abschlussfeier inklusive Spanferkelessen angesagt. 

BASTIAN LAUER

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