Dienstag, 22.10.2019

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Freie Wähler in Sugenheim verordnen sich Verjüngungskur

Jugendorganisation entsteht - Walter Schneider wird Ehrenmitglied - 08.05.2015 09:57 Uhr

Ein Hauch von Um­bruchstimmung prägte die Mitglie­derversammlung des Kreisverbands der Freien Wählergemeinschaft: Sie streben unter anderem eine Jugendorganisation an. © Christine Berger


Bei allen Veränderungen, die Anre­gung von Christian Enz aus dem Landkreis Ansbach, sich der Umfir­mierung der Wählergemeinschaft zur Partei nicht von vorneherein zu ver­schließen, wurde in der Versammlung nicht weiter verfolgt. Als Vorsitzender der Jungen Freien Wähler im Nach­barlandkreis bot sich Enz an, die Gründung einer Nachwuchsgruppie­rung zu unterstützen. Nicht nur für Schüler und Studenten, auch für jun­ge Familien sollte diese nach seiner Einschätzung eine Anlaufstelle sein, um politisch mitzuwirken. Wichtig war ihm eine inhaltliche Einbindung.

Rechtzeitig müssten Perspektiven ge­boten werden, sich Sporen zunächst mit Plakate kleben zu verdienen, funktioniere heute nicht mehr. Auch warnte er davor, die Jungen Freien Wähler auf Bildungspolitik zu reduzieren, für ihn geht es darum, der Politik insgesamt eine „jugendliche Note“ zu verleihen. Gut eine Hand­voll junger Interessierter hat Georg Schöck zusammen, nun soll auf die Ortsverbände zugegangen werden. Um dem politischen Nachwuchs ent­gegenzukommen, wurde beim Mit­gliedsbeitrags eine Ermäßigung für unter 26-Jährige beschlossen. Statt der festgelegten 24 Euro im Jahr zah­len sie die Hälfte.

"Einfach lachhaft"

Marktbergels Altbürgermeister Karl-Heinz Eisenreich verlieh der Diskussion Schwung, als er den bis­lang erhobenen Jahresbeitrag in Höhe von sechs Euro als „einfach lachhaft“ bezeichnete. Sein Vor­schlag, die Anhebung auf 36 Euro, fand aber nur sechs Unterstützer. Dass die Befürchtung von Schöck, durch die Erhöhung könnte es zu ei­nem Mitgliederschwund kommen, nicht ganz unbegründet ist, bestätigte Alexandra Horst für den Ortsverband Bad Windsheim.

Die Erhöhung sei heftig diskutiert worden, wie sie er­klärte. Bislang flossen von dem in der Kurstadt erhobenen Beitrag in Höhe von zehn Euro sechs an den Kreisver­band. Verteuert sich dessen Beitrag, müssten die Strukturen geändert und Einzelmitgliedschaften beim Kreis­verband empfohlen werden.

Stichwahl hatte hohen Preis

Eng gekoppelt war die Diskussion um die Jahresgebühr an die Vorstel­lung der Haushaltsdaten durch Schatzmeisterin Susanne Holzmann. Ein deutliches Loch hat der Wahl­kampf hinterlassen, zwar hat der Kreisverband ein vierstelliges Plus auf seinem Konto, auf der anderen Seite halfen Holzmann und Land­ratskandidat sowie FWG-Fraktions­vorsitzender Reinhard Streng der Kreis-FWG mit Darlehen aus. Be­sonders die Stichwahl für den Land­ratsposten hängt dem Kreisverband finanziell nach. Auf einen deutlichen Wandel im Wahlkampf wies Streng hin, „das nimmt Dimensionen an, da können wir nicht mithalten“.

In seinem Bericht war das Rennen um den Landratsposten nur kurz The­ma, die Niederlage führte Streng wie vor ihm Georg Schöck maßgeblich auf die Debatte um die Kliniken im Kreis zurück. Obwohl sich die FWG deutlich für die beiden verbliebenen Standorte Bad Windsheim und Neu­stadt ausgesprochen hat, habe sie ge­rade in der Kurstadt und Uffenheim, dem früheren dritten Standort, Verlus­te eingefahren, bedauerte Schöck. So gar nicht nachvollziehen konnte er wie Streng den kurz nach der Wahl aufflackernden Vorschlag, die beiden Krankenhäuser an einem zentralen Klinikstandort zusammenzulegen.

Ebenfalls wenig Verständnis zeigte Streng für die aktuelle Diskussion um das Kernwegenetz in der Region. Ohne dessen Notwendigkeit infrage stellen zu wollen, stehen nach seiner Auffassung dank kommunaler Alli­anzen, Lokaler Aktionsgruppen und dem Integrierten Ländlichen Ent­wicklungskonzept ausreichend Daten zur Verfügung. Erneut Arbeitskreise zu gründen, bringt daher für Streng das Thema nicht voran.

Der kritischen Bilanz von Schöck, die FWG sei mit Wegfall des Land­ratspostens und dreier Kreistags­mandate der Verlierer der Kreistags­wahlen, widersprach der für seine Verdienste zum Ehrenmitglied er­nannte Altlandrat Walter Schneider, der die Erfolge der Vergangenheit nicht schlechtreden lassen wollte. Welche Errungenschaften unter Schneiders Federführung erzielt wur­den, führte Schöck aus. Zu großem Dank sei der Kreisverband dem frü­heren Landrat verpflichtet, dankte Schöck und würdigte dessen „außer­ordentliche Verdienste“.

Christine Berger

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