Mittwoch, 28.10.2020

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Freilandmuseum: Wasser im Mauerwerk, Risse im Turm

Spitalkirche steht eine Sanierung mit unbekannten finanziellen Folgen bevor. - 17.10.2020 15:00 Uhr

Deutlich sichtbar sind im Altarbereich die Schäden an den Wänden des Chorraums der Spitalkirche von Bad Windsheim.

© Foto: Stefan Blank


Das rund 600 Jahre alte Gemäuer der Spitalkirche wird derzeit stark gebeutelt, ein Loch in der Wandtemperierung hat im Chorraum ein sichtlich nasses Mauerwerk zur Folge und auch der Turm bereitet Sorgen, nachdem sich Risse gebildet haben. "Es sind mehrere Maßnahmen, die in der Spitalkirche ergriffen werden sollen", bestätigte Stadtbaumeister Ludwig Knoblach, um über mögliche Kosten oder einen Zeitplan für eine Sanierung zu sprechen, sei es aber noch zu früh, "wir sind im Moment am Anfang".

Dr. Andrea Thurnwald, Leiterin des Museums Kirche in Franken, überbrachte die Hiobsbotschaft anlässlich der Mitgliederversammlung des Fördervereins des Museums. Die durch die Corona-Pandemie unsicheren Planungen für das kommende Jahr werden nun zusätzlich erschwert.

Jubiläumsjahr steht an

Und das im Jubiläumsjahr, 2021 soll das 15-jährige Bestehen des Museums gefeiert werden. Das Museumsteam hoffe sehr, dass das Fest begangen werden kann, das Wie steht in den Sternen. Eine Sanierung im laufenden Betrieb erscheint Andrea Thurnwald nach aktuellem Sachstand wenig wahrscheinlich, klar ist für sie nur, dass Handlungsbedarf besteht.

Diesen bestätigte auch Stadtbaumeister Knoblach, nachdem die Spitalkirche zur Hospitalstiftung gehört, die wiederum von der Stadt verwaltet wird, hat die Kommune die Baulast inne. Selbst wenn das feuchte Mauerwerk zunächst im Chorraum sichtbar wurde, geht er davon aus, dass eine Überprüfung im gesamten Kirchenraum ansteht, um weitere Lecks auszuschließen. Eigentlich sei die Temperierung angelegt, um dem Mauerwerk die Feuchtigkeit zu entziehen, erklärte er. Ein großes Fragezeichen steht für Knoblach außerdem hinter der Rissbildung im unteren Bereich des Turms, ein erster Ortstermin mit einem Statiker fand bereits statt.

Konservatorische Gesichtspunkte abwägen

Ehe die Stadtverwaltung in die konkreteren Planungen für eine Sanierung einsteigt, wurde das Museum Kirche in Franken angefragt, um die Anforderungen an die künftige Nutzung der Spitalkirche klar zu definieren, informierte Knoblach. Sollte das historische Gemäuer ausschließlich für Ausstellungen herangezogen werden, sind andere Bedingungen zu erfüllen, als bei zusätzlichen Veranstaltungen. Auf letztere kann nach Einschätzung von Dr. Herbert May, Leiter des Freilandmuseums, zum dem wiederum das Museum Kirche in Franken gehört, nicht verzichtet werden. Alleine schon, um die Spitalkirche mit zusätzlichem Leben zu erfüllen und weitere Einnahmequellen zu erschließen.

Auf der anderen Seite gilt es für ihn, konservatorische Gesichtspunkte abzuwägen. Generell gebe es seitens des Museums Bedarf an Räumlichkeiten, sagt May, ein Grund, weshalb die beiden Museumsleiter die Planungen der Stadt für die benachbarte Hospitalstiftung mit großem Interesse verfolgen. Würden tatsächlich, wie im Gespräch war, im angrenzenden Altbau Kapazitäten frei werden, könnte dies "komplett neue Perspektiven" für das Museum ergeben.

CHRISTINE BERGER

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