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Freiwillige fischen Salzsee der Franken-Therme ab

"Frankens Totes Meer" vor der Saison von Tausenden Plastikbällen befreit - 18.04.2018 16:25 Uhr

Die Helfer hatten ganz unterschiedliche Techniken, um die kleinen Bälle in große Säcke zu schaufeln. © Harald Munzinger


Der Schwimmverein Bad Windsheim gewann die ganz besondere Form des "Wasserballs", bei der nicht ein Ball und zwei Mannschaften im Spiel sind. Bis zu zwölf Teams waren es schon, die bei dem 2010 von Thermen-Geschäftsführer Hubert Seewald initiierten sportlichen Wettstreit um 160.000 Bälle kämpften. Dabei handelt es sich um kleine Plastikkugeln, die im Winter den Wärmeverlust des beheizten Sees mindern sollen.

Die Winterabdeckung mit Preisanreiz entfernen zu lassen, entwickelte sich zu einem spannend-heiteren Event. Sieben Teams, eines weniger als im Vorjahr, hatten sich nun zum Finale gemeldet, denn die Isolierbällchen haben ausgedient, wenn der See von dem "Toten Meer" in der Salzseekuppen abgeschottet und damit nicht mehr beheizt wird.

Die Plätze am Rand sind am begehrtesten

Für die Therme bedeutet das eine enorme Energieeinsparung, der allerdings auch ein besonderer Spaß zum Opfer fällt, wenn Dutzende Arme nach den blauen Bällchen haschen – schnell auch aus des Nachbarn Revier – um sie mit Kisten in große Säcke zu schütten.

Den ersten Platz hatte sich schon fünf Mal das Team "Pumperlgsund" vom Uffenheimer Fitnessstudio gesichert und das halbe Dutzende nur zu gerne vollgemacht. Startplatz fünf dämpfte allerdings die Hoffnungen, da er von Balldieben umgeben ist, während Platz eins ebenso seine Ecke hat wie der letzte, der sogar vom Wind begünstigt sein kann, der in den acht Jahren bisher teilweise stramm über den See fegte.

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Aufräumen in der Franken-Therme: Freiwillige fischen Salzsee ab

160.000 blaue Plastikbälle von der Wasseroberfläche klauben - das war die Aufgabe für die Freiwilligen Helfer in der Bad Windsheimer Franken-Therme. Den Fleißigsten winkte ein süffiger Preis.


Doch das Finale sollte mit Sonne, angenehmer Wärme und Windstille unter den bisher besten Wetterbedingungen stattfinden, wie es Technischer Leiter Oliver Fink und Marketingleiterin Kathrin Bergmann aus der Regiezentrale des Sammelwettstreites feststellten. Bei dem gingen neben den Pumperlgsunden der Schwimmverein Bad Windsheim, die DLRG Bad Windsheim und deren Volleyball-Team, die DLRG Burgbernheim, der Fußballclub Oberndorf die Freiwillige Feuerwehr Ermetzhofen an den Start mit dem Kommando "an die Bälle fertig los!"

Unterschiedliche Techniken

Da wurde mit Eifer zunächst in Kisten geschaufelt, was an den kleinen Bällen zu fassen war und dann in große Säcke gekippt. "Treiber" versuchten dabei, möglichst viele Bälle in die jeweilen Reviere zu bugsieren, wobei die unterschiedlichsten Techniken zu beobachten waren – auch von den Logengästen im kleinen Salzseeareal vor der Kuppel.

Gerd Herrmann vom Schwimmverein Bad Windsheim nahm den ersten Preis vom Technischen Leiter Oliver Fink entgegen. © Harald Munzinger


Mit einer speziellen Wiegetechnik wurde dann genau ermittelt, was sich in 20 Minuten – für sieben Mannschaften nach Feststellung von Oliver Fink eine tolle Leistung – in den Säcken angesammelt hatte. Acht Teams hatten im Vorjahr den See in 17:04 Minuten "abgefischt"; bei Eiseskälte, die allerdings mehr Zuschauer und Wettbewerbsleitung zittern ließ.

Mit 247,3 Kilogramm hatte die Feuerwehr Ermetzhofen 2016 das bisherige Rekordgewicht vorgelegt, 230,2 Kilogramm das Uffenheimer Fitnesstudio als Sieger 2017 auf die Waage gebracht, 241,9 beim ersten Sieg des neu gestarteten Sammelwettstreites. Den hatte im zweiten Jahr der Schwimmverein Bad Windsheim gewonnen, dem dazu bei zahlreichen Teams 205,7 Kilogramm gereicht hatten.

Sieger stellen neuen Rekord auf

Diesmal landete er auf Startplatz eins auch auf dem Platz mit von Verwaltungsleiterin Elke Strebel errechneten 247,3 Kilogramm, womit der Rekord eingestellt und zugleich als Allzeitrekord festgeschrieben wurde. Kurz vor seinem Abschied aus Bad Windsheim erkrankt, konnte Geschäftsführer Hubert Seewald die Siegerehrung mit Braumeister Willi Döbler nicht vornehmen. Der gratulierte mit Elke Strebel und Oliver Fink Gerd Herrmann vom Schwimmverein Bad Windsheim zum Sieg sowie der Freiwilligen Feuerwehr Ermetzhofen zum "Vize-Bällchen-Meister" und der DLRG- Burgbernheim, dem Fitnessstudio Pumperlgsund, dem Fußballclub Oberndorf sowie dem beiden Bad Windsheimer DLRG-Teams zu den weiteren Platzierungen. 

Harald J. Munzinger

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