Dienstag, 25.02.2020

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Gedenkstunde in Bad Windsheim zur Reichspogromnacht

Thomas Estrada und Rudi Ceslanski sprechen am Jahrestag in der Kurstadt - 07.11.2019 18:19 Uhr

Hafenmarkt und Seekapelle sind am Samstag in Bad Windsheim die Schauplätze des Gedenkens an die Reichspogromnacht des Jahres 1938. © Claudia Lehner


  Ab 18.15 Uhr schließt sich ein ökumenischer Gottesdienst in der Seekapelle an. Für beide Veranstaltungen hat die Initiative 9. November um Alfred Maurer und den Gymnasiallehrer Ulrich Herz hochkarätige Gastredner gewonnen.

Was damals, im Jahr 1938, in Windsheim geschah, lassen Schülerinnen des Georg-Wilhelm-Steller-Gymnasiums in einer Leseszene lebendig werden. Bei der Vorbereitung unterstützt wurden sie vom Gymnasiallehrer und Historiker Ulrich Herz.

Dass der Antisemitismus in unseren Tagen wieder um sich greift, darauf geht Thomas Estrada von der Bayerischen Informationsstelle gegen Extremismus ein. Er wird von Übergriffen auf jüdische Einrichtungen und Personen berichten und die Frage aufwerfen, was das mit dem Wandel unserer Gesellschaft zu tun hat, was das für den Einzelnen bedeutet, und nicht zuletzt versuchen, Antworten auf die Frage zu geben: "Was kann man denn tun?"

Grußwort und Gebinde

Außerdem wird Bürgermeister Bernhard Kisch ein Grußwort sprechen und ein Gebinde niederlegen. Musikalisch umrahmt die Veranstaltung der evangelische Posaunenchor unter der Leitung von Hans Rohm.

Der anschließende ökumenische Gottesdienst beginnt gegen 18.15 Uhr in der Seekapelle. Pfarrer Helmut Spaeth und Pfarrer Dr. Michael Wildenauer führen die Teilnehmer durch die kirchliche Feier.

Höhepunkt ist die Schilderung der persönlichen Erfahrungen der Naziverfolgung, die Rudi Ceslanski als Zeitzeuge erlebt, wohl besser erlitten hat. Der Bürgermedaillenträger und Ehrenvorsitzende der Jüdischen Kultusgemeinde Nürnberg nimmt die in der Kirche Versammelten mit auf den "Weg durch das Grauen". Ceslanski wurde 1939 als Sechsjähriger von seinen Eltern mit einem der letzten Kindertransporte nach London zu einer Cousine geschickt. Er überlebte als einziger seiner Familie, die er nie wieder sah. Musikalisch leitet Kirchenmusikdirektorin Luise Limpert die Feier, zu der jeder willkommen ist.

Die Windsheimer Initiative 9. November geht auf Dr. Horst Steinmetz und Helmut Hofmann, die Autoren des Buches "Die Juden in Windsheim nach 1871", zurück, lange Zeit war Werner Conrad vom DGB-Ortskartell treibende Kraft der Gruppierung, ehe Alfred Maurer ihn vor gut 15 Jahren in dieser Funktion ablöste. Aktiv dabei ist Maurer schon länger, ein weiterer Aktivposten der Initiative ist seit knapp 20 Jahren zudem Ulrich Herz. Gleiches gilt laut Maurer für Barbara Horneber und einen kleinen Kreis weiterer verlässlicher Unterstützer.

Günter Blank

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