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Hausarzt zu Astrazeneca: "Der Impfstoff ist ja nicht schlecht"

Dr. Georg und Ursula Deichhardt rechnen bald mit mehr Vakzin - 10.04.2021 13:00 Uhr

Dr. Georg Deichhardt führt einen Corona-Schnelltest bei Ipsheims Bürgermeister Stefan Schmidt durch.

09.04.2021 © Foto: Stefan Blank


Ein Abstrich im Rachen, ein Abstrich in der Nase und ab das Stäbchen in die Spezialflüssigkeit in dem kleinen Gläschen – nach einer Viertelstunde zeigt das Schnelltest-Plättchen im Idealfall einen Strich, also negativ auf Corona-Infektion an. Für Dr. Georg Deichhardt, Hausarzt in Ipsheim und aktuell Koordinierender Arzt in der Pandemie im Kreis, sind Testungen schon reine Routine, egal ob sogenannte PCR-Tests oder Schnelltests. Deichhardt und seine Frau, Ärztin Ursula Deichhardt, hoffen, dass bald auch reihenweise Impfungen gegen das Coronavirus zum Alltag in ihrer Praxis gehören.

Noch fehle es an ausreichend Impfstoff in den rund 50 Hausarztpraxen im Landkreis, erklärt Georg Deichhardt. Zwei Wochen lang werde das wohl noch so weitergehen, "danach wird es kontinuierlich mehr". Geimpft wird auch von den Hausärzten mit der Priorisierungsliste des Gesundheitsministeriums als Grundlage. Über diese sei "das allermeiste abgedeckt", wie Deichhardt erklärt. Bestellt werden könne von den Praxen "nur Covid-19-Impfstoff allgemein", sagt Ursula Deichhardt, "nicht Astrazeneca oder Biontech im Speziellen".


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Die Entwicklungen um das Vakzin von Astrazeneca sieht Georg Deichhardt auch aus der Perspektive, dass "unsere Systeme funktionieren". Es sei für ihn nachvollziehbar, dass anfangs zu wenig Daten vorlagen, deshalb ein sicherer Weg eingeschlagen wurde und nun nach weiteren Erkenntnissen eine Empfehlung für Über-60-Jährige stattfand. "Der Impfstoff ist ja nicht schlecht", sagt der Mediziner, "und die Gefahr an Covid schwer zu erkranken oder zu sterben ist viel höher als die Gefahr von Impf-Nebenwirkungen."

Das Hausärzte-Ehepaar sei über Ostern im Impfzentrum Neustadt im Einsatz gewesen, dort konnten sich Freiwillige über 60 mit Astrazeneca impfen lassen. "Einem großen Anteil ist es egal, was sie bekommen, Hauptsache sie werden geimpft", sagt Ursula Deichhardt. Sie hätten dort viel Dankbarkeit erlebt.

Sehr positiv

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Die Möglichkeit, sich nun beim Hausarzt impfen zu lassen, sehen Ipsheims Bürgermeister Stefan Schmidt und seine Stellvertreterin Gabi Schöttle sehr positiv. "Beim Hausarzt fühlt man sich einfach am Besten aufgehoben, das Vertrauen ist da am größten", sagte Schöttle. Die Rathausspitze wurde von Ursula und Georg Deichhardt auch über die aktuelle Lage sowie Corona-Test-Angebote in Ipsheim informiert.

"Wir testen bereits seit es seriöse Schnelltests auf dem Markt gibt", erklärt Ursula Deichhardt zu den "Bürgertests". Einmal pro Woche ist ein solcher für jeden kostenfrei, in Anspruch genommen werden kann dieses Angebot von Menschen, die keinerlei Krankheitssymptome haben.


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"Jeder Bürger Bayerns hat außerdem jederzeit die Möglichkeit, einen kostenfreien PCR-Test durchführen zu lassen", bekräftigt Georg Deichhardt, der diese Testung als "Goldstandard" bei der Diagnostik von Corona bezeichnet. Daher werde diese Testung auch als "Bayern-Test" oder "Söder-Test" bezeichnet. Wenn der PCR-Test morgens durchgeführt wird, "haben wir meistens nach 24 Stunden das Ergebnis", sagt Ursula Deichhardt. Wichtig sei aber die richtige Durchführung: "Wenn der Getestete nicht mit Tränen in den Augen rausgeht, hat man was falsch gemacht", sagt die Hausärztin mit einem Lachen.

1700 PCR-Tests

Rund 1700 PCR-Tests seien in der Praxis bereits durchgeführt worden. Zwei Drittel würden sich aber für Schnelltests entscheiden, von denen die Deichhardts zehn bis 20 pro Tag machen. Natürlich sei das eine zusätzliche Belastung für die Praxen, ebenso das Impfen, "doch das übernehmen wir und alle unsere Kollegen gerne", sagt Ursula Deichhardt. Die meiste Arbeit hätten die Medizinischen Fachangestellten, "deren Engagement kann man gar nicht hoch genug schätzen."

Stark zurückgegangen sei aber die Behandlung von "anderen Infekten. Da kommt fast gar nichts", erklärt Ursula Deichhardt, während sich Georg Deichhardt eine umfangreiche Schutzausrüstung anlegt. Covid-19 überlagert vieles. Der Arzt ist bereit, nimmt von Rathauschef Schmidt Abstriche in Rachen und Nase. Nach 15 Minuten ist der erhoffte eine Strich sichtbar. Dazwischen war der Hausarzt aber schon wieder mit Aufziehen von Corona-Impfstoff beschäftigt.

INFO: Tests in der Gemeinschaftspraxis Deichhardt in Ipsheim sind nach telefonischer Anmeldung unter 09846/222 möglich.

STEFAN BLANK

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