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"Heikle Angelegenheit": Sind Bauplätze gar nicht nicht bebaubar?

Die Grundstücke im Gebiet Pommernstraße sind teils aufgeschüttet worden - 15.04.2021 06:00 Uhr

Betroffen sind die schon mit Material aufgefüllten Bauplätze zwischen der Pommernstraße (links) und dieser Stichstraße. Foto: Stefan Blank

14.04.2021 © Foto: sb


Bei der Erschließung der Grundstücke stellte man fest, dass die Straßen deutlich über dem Niveau der Grundstücke liegen werden. Bauwerber und Stadträte drängten darauf, diese Höhenunterschiede durch Auffüllungen auszugleichen. Der Stadtrat beschloss dies auch im Herbst 2020 und die Arbeiten wurden zum Teil schon durchgeführt. Aber sind die Grundstücke nun trotzdem nicht bebaubar, weil das Material nicht stark genug verdichtet wurde? Mit dieser Frage beschäftigt sich der Stadtrat in einer nicht öffentlichen Sondersitzung am Donnerstag und will eine Lösung finden.

Holzpflöcke stecken an manchen Stellen in der Erde, zeigen Grundrisse von möglichen Gebäuden, am westlichsten Areal der ersten Baureihe nördlich der Pommernstraße ist schon ein Bagger im Einsatz. Eigentlich sieht es an dieser Stelle des Baugebietes so aus, als wenn bald gebaut werden könnte, während einige Meter weiter im Norden der Stichstraße es zu weiteren Grundstücken noch mehr als eineinhalb Meter nach unten geht und hier eine Angleichung an die Fahrbahn noch aussteht.

Das Auffüllmaterial muss schichtweise aufgetragen und Lagen von maximal etwa 30 Zentimeter verdichtet werden, um Werte zu erreichen, auf denen ein Haus gebaut werden kann. Als nun erste Bauwerber per Lastplattendruckversuch die Festigkeit des Bodens ihrer Grundstücke prüfen ließen, soll aufgefallen sein: Das Erdreich ist nicht dicht genug, um ein Haus darauf zu bauen.

Stadtbaumeister Ludwig Knoblach bestätigt auf WZ-Nachfrage, dass Grundstücke "mit Material der Klasse Z null", also unbelastetem Boden, aufgefüllt wurden. "Humus wurde vorher abgetragen und danach wieder aufgebracht." Knoblach sagt auch, dass manche Bauherren der Meinung seien, die Areale könnten "nicht bebaubar, statisch nicht tragfähig" sein. Und? Ist es so?

Keine Werte festgelegt

"Ich sage da grad’ nichts zu", erklärt Knoblach. "Es ist eine etwas heikle Angelegenheit." Das Bauamt prüfe das gerade und sei in engem Austausch mit Stadtrat und Bürgermeister Jürgen Heckel. Jener betont, dass bestimmte Messwerte damals nicht Teil dieses Stadtratsbeschlusses zur Auffüllung der Grundstücke gewesen seien. Der Beschluss sei so umgesetzt worden, wie er damals gefasst worden war, betont der Bürgermeister. Auch in den Kaufverträgen stehe nichts zu Messwerten, was die Bodenlast betrifft.

Heckel könne sich vorstellen, dass mancher Beteiligter – Stadtrat wie Bauwerber – in den Vorgang "reininterpretiert" haben könnte, durch das Auffüllen sollte das Grundstück auch baufertig sein. Dem sei aber wohl nicht so.

Aktuell betroffen seien wohl rund ein Dutzend Grundstücke. Ob die verärgerten Bauherren in spé eine weitere Verdichtung selbst zahlen müssen oder die Stadt nochmal eingreift – die Räte müssen eine Lösung finden. Nachdem das Thema laut Informationen der WZ schon einmal im nicht öffentlichen Teil einer Ratssitzung diskutiert worden war, wird es am Donnerstag sogar eine Sonderzusammenkunft hinter verschlossenen Türen geben.

STEFAN BLANKUND BASTIAN LAUER

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