Kirchweih darf es nicht heißen

Heißer Sommer trotz Corona: KKT legt Konzept für eine Veranstaltungsreihe vor

17.7.2021, 06:00 Uhr
Kinderkarussells standen am Marktplatz in Bad Windsheim auch schon zum Weihnachtsmarkt.

Kinderkarussells standen am Marktplatz in Bad Windsheim auch schon zum Weihnachtsmarkt. © Stefan Blank, NN

Kinderkarussell am Marktplatz, Entenangeln am Weinmarkt, ein kleines Riesenrad am Holzmarkt – so oder so ähnlich soll es Ende August in der Bad Windsheimer Altstadt zugehen, wenn das Projekt „Sommer! Sonne! Innenstadt 2021!“ seinen Höhepunkt erreicht. Nur Kirchweih darf man es nicht nennen, was die Kur-, Kongress- und Touristik-GmbH (KKT) da als Konzept entwickelt hat. Es soll ein heißer Sommer werden, wobei noch viele Dinge zu klären sind.
Beispielsweise gibt es noch keinen Beschluss des Stadtrates. Dessen Mitglieder haben am Donnerstagabend nur eine Mappe mit Informationen zu der Veranstaltungsreihe, so muss man das nennen, erhalten. Den Beschluss soll es am 29. Juli geben, wobei Bürgermeister Jürgen Heckel, wie er auf Nachfrage betonte, der KKT den Auftrag geben will, schon zuvor Vollgas zu geben, um keine Zeit zu verlieren. „Wir müssen was auf die Beine stellen“, betonte Heckel. „Das Konzept sieht wirklich gut aus.“

Noch keine Freigabe vom Landratsamt

Auch vom Landratsamt gebe es noch keine Freigabe, betonte auf Nachfrage KKT-Veranstaltungsleiterin Sabine Hahn, die das Konzept federführend entwickelt hat. Für dieses dienten der „Sommer in der Stadt“ in München oder das „NürnBärLand“ in Nürnberg als Anregungen, erklärte sie. Es solle darum gehen, Schausteller, Gastronomen, Einzelhändler und auch Kulturschaffende in ein großes Boot zu holen.
Stichwort Kultur: Eigentlich läuft das Projekt schon, denn auch die „Klassiker“ des Bad Windsheimer Sommers wie die Kur- und Promenadenkonzerte sollen Teil des großen Aufbruchs nach dem Corona-Lockdown sein. Beispielsweise steigt am morgigen Sonntag (18 Uhr) das erste der neuen Muschelkonzerte, die es den Sommer über geben soll. Auch die neue Reihe StadtKultur, bei der am 1. August das erste Konzert am Dr.-Martin-Luther-Platz stattfindet, gehört dazu. Genauso wie der Orgelsommer, der eine Woche später beginnt, und das Sommerkino im Alten Bauhof Mitte August.
Hauptattraktion neben diesen bereits geplanten und genehmigten Veranstaltungen ist die Ersatz-Kirchweih von 24. bis 31. August, die freilich nicht so heißen darf und laut Hahn auch keine Kerwa sein soll: „Wir wollen kein Ramba Zamba in der Altstadt. Es soll a weng gemütlicher, ruhiger sein.“

Altstadt gesperrt

Dazu gehört dann auch, dass nach den Vorstellungen der KKT die Altstadt in dem Zeitraum ab Nachmittag bis abends für den Verkehr gesperrt werden sollte. Das sei ein Punkt, bei dem man „die Leute mitnehmen“ müsse, weiß auch Hahn. „Vielleicht gibt es ja noch andere Lösungen.“ Um die Idee zu verwirklichen, eine gemütliche Atmosphäre in der Stadt zu schaffen, käme man aber zumindest in einzelnen Bereichen nicht drumherum, findet sie. Zumal die Buden und Fahrgeschäfte, die in der Stadt verteilt sein sollen, auch Parkplätze belegen würden.
An acht Plätzen, so aktuell der Plan, sollen die Schausteller sich ab 24. August präsentieren können. Wenn möglich, zusammen mit den benachbarten Gastronomen. Hier habe es schon viele Gespräche gegeben und die Bereitschaft der Gastronomie, mit besonderen Aktionen oder erweitertem Außengastronomie-Angebot ihren Teil beizutragen, sei groß. Dies könne auch schon vor dem 24. August passieren und passiert faktisch auch: Denn vom 20. bis 22. August soll es statt Marktplatz-, Festplatz- und FSV-Heim-Kerwa dort ebenfalls Ersatzveranstaltungen geben.

Besucher auf die Innenstadt verteilen

Ganz entscheidend bei allen Überlegungen sind die Hygienekonzepte. Hier sieht Hahn aber keine größeren Hürden. Die Gastronomen seien hier sowieso voll auf der Höhe. Die Schausteller hätten bisher auch gute Erfahrungen gesammelt. Und das ganze KKT-Konzept basiere schließlich auf der Idee, dass sich die Besucher auf die ganze Altstadt verteilen. Angebote, die Menschenansammlungen verursachen könnten, werde es nicht geben, betonte Hahn.
Bei der Ausarbeitung des Konzeptes habe man sich an den Vorgaben, die das Landratsamt kürzlich zusammengestellt hatte, orientiert, erklärte Hahn. Welche der Ideen letztlich umgesetzt werden können, hänge am Ende auch von der Genehmigungsbehörde ab. Unabhängig davon wolle man nun mit dem „Feintuning“ starten und viele weitere Gespräche – vor allem mit dem Einzelhandel – führen, um einen schönen Sommer zu haben. Denn letztlich gehe es nur darum: „Alle sollen profitieren.“

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