Donnerstag, 27.02.2020

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Hohe Nitratwerte: Mehr Messstellen im Landkreis

Wasserwirtschaftsamt begutachtet im Pilotlandkreis vor Ort die Gewässer - 14.02.2020 08:59 Uhr

An wasserführenden Gewässern sind Randstreifen einzuhalten, auf denen kein Ackerbau betrieben werden darf. Foto: Claudia Lehner © Foto: ia


Einzuhalten sei der Randstreifen bei Gewässern der ersten und zweiten Ordnung. "Die anderen werden von uns vor Ort angeschaut", erläuterte Keller die weitere Vorgehensweise. Nicht einzuhalten sei die Verordnung bei eindeutig grünen Gräben mit eindeutigem Grasbewuchs. "Hier zeichnet sich eine gewisse Entspannung ab", sagte Keller. Landrat Helmut Weiß bat das Wasserwirtschaftsamt, den Ermessensspielraum auszunutzen. Ein weiteres Reizthema ist derzeit die Düngeverordnung, sprich eigentlich die hohen Nitratwerte im Wasser. Das Netz von derzeit 500 amtlichen Messstellen soll laut Keller auf 1500 erweitert werden. In Kürze müssten weitere Quellen und anschließend neue Bohrstellen gemeldet werden.

"Das Grundwasser ist immer ein Spiegelbild dessen, was oben passiert", erklärte der Behördenleiter. Aufgrund unterschiedlicher Bodenbeschaffenheiten habe Südbayern bessere Nitratwerte als Nordbayern. Die geologischen, hydrologischen und meteorologischen Gegebenheiten wirkten sich hier nachteilig aus.

"Emissionsbetrachtung wäre sinnvoller"

"Ehrlicher und fairer wäre deshalb eine auf den Betrieb abgestimmte Düngeplanung", lautet Kellers Ansicht. In Dänemark hätten Landwirte angeben müssen, was sie auf die Äcker ausbringen. Dann sei die Menge um 20 Prozent reduziert worden. "Eine Emissionsbetrachtung wäre sinnvoller", bekräftigte Keller noch einmal. Klar sei, dass etwas getan werden müsse, denn der Druck aus Europa sei da, schon allein wegen der angedrohten Strafzahlungen.

Landrat Helmut Weiß warnte davor, sich aufgrund von mehr Messstellen allzu große Hoffnungen zu machen. Dem stimmte auch Keller zu. Zumal auch mit neuen Messstellen nicht alles abgedeckt werden könne. Auch mit 6000 Messstellen könne man die Nitratwerte nicht herunterbringen.

"Wenn sich da keine Änderungen ergeben, dann ist das eben so", sagte Burghaslachs Bürgermeister Armin Luther. Er ist sich aber sicher, dass dann Ruhe einkehrt, weil dann die Werte nachvollziehbar seien.

Gerhard Krämer

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