Zuschüsse für den laufenden Betrieb

Hoheneck: Gäste kehren zurück in die Burg

19.6.2021, 14:00 Uhr
Es zieht wieder mehr Leben in Burg Hoheneck.

Es zieht wieder mehr Leben in Burg Hoheneck. © Stefan Blank, NN

„Alle sind froh, dass sie wieder kommen können und wir sind froh, dass wir sie wieder hier begrüßen dürfen“, sagt der Leiter der Jugendbildungsstätte, Simon Haagen. Währenddessen laufen Gespräche zwischen dem Eigentümer, der Stadt Nürnberg, dem Bezirk und dem Freistaat weiter. Das Ziel ist, eine Finanzierung für die nach aktuellem Stand rund 37,9 Millionen Euro teure Generalsanierung auf die Beine zu stellen. Für den laufenden Betrieb hat der Jugendausschuss des Bezirkstags vergangene Woche Zuschüsse bewilligt.

36 Gäste waren am Wochenende wieder zu Gast auf Burg Hoheneck, Teilnehmer eines Juleica-Seminars sowie eine Gastgruppe, erklärt ein etwas erleichtert klingender Simon Haagen. „Das war erst einmal der wichtigste Punkt.“ Hygienekonzept, Abstandsregeln und Maskenpflicht in den Räumen, Hauptsache wieder Übernachtungsgäste, wie sie seit vielen Monaten nicht mehr in den 80 Betten der Einzel- und Gruppenschlafzimmern der Burg, die 1132 erstmals in einer Stiftungsurkunde erwähnt wurde, lagen. Die Tore blieben von Mitte März bis Ende Juli geschlossen, ebenso ab November. In „Nicht-Corona-Jahren“ zählen die Verantwortliche rund 16.000 Übernachtungen.

Online-Veranstaltungen wurden Alltag

In seinem Bericht an die Bezirksräte, den Simon Haagen laut Bezirks-Pressesprecher Wolf Dieter Enser im März in einer Video-Konferenz vorgestellt hatte, schreibt der Leiter der Jugendbildungsstätte: „Das Jahr 2020 steht ganz unter dem Zeichen von Corona und ist mit nichts in der Geschichte der Jugendbildungsstätte vergleichbar.“ Online-Veranstaltungen wurden Alltag. „2020 war ein mehr als bescheidenes Jahr“, teilt Haagen mit. „Finanziell konnten wir uns durch den Rettungsschirm Soziales Bayern, Kurzarbeit und die Verlässlichkeit aller Zuschussgeber durch das Krisenjahr retten.“

Wohl die größte Säule in der Finanzierung ist der Bezirk. Die Räte im Jugendausschuss bewilligten nun auch wieder – laut Enser jeweils einstimmig – einen Zuschuss für den Kreisjugendring Nürnberg Stadt als Träger für den Betrieb der Jugendbildungsstätte in Höhe von 321.200 Euro für das Haushaltsjahr 2021. Für das Folgejahr wurde ein Zuschussbedarf von 318.000 Euro festgelegt.

Bleibt noch die notwendige Generalsanierung der Burg, die nach den aktuellen Baumaßnahmen unter anderem am Rittersaal sowie der Außenfassade in den nächsten Jahren folgen soll und nötig ist, wie alle Beteiligten bekräftigen. Aktuell hätte ein Holzsachverständiger sowie ein Statikbüro die tragenden Teile der Dachkonstruktion über dem Rittersaal begutachtet, erklärt Haagen. „Was muss wie gemacht werden?“ Das werde gerade mit Denkmalschützern abgestimmt. Danach können Zimmerer mit den Maßnahmen beginnen.

Suche nach Unterstützer

Wie berichtet sucht die Stadt Nürnberg, der die Burg seit 1953 gehört, Unterstützer. Die SPD-Fraktion im Bezirkstag hatte dazu nach einem Bericht der Bezirksverwaltung zum Stand der Gespräche mit der Stadt Nürnberg gefragt. Wolf Dieter Enser bestätigte der WZ, dass es bereits Treffen gegeben habe. Dabei waren laut Ausschuss-Unterlagen im April unter anderem Nürnbergs Oberbürgermeister Marcus König, die Schul- und Sportreferentin der Stadt Cornelia Trinkl sowie Bezirkstagspräsident Armin Kroder und die Chefin der Bezirksverwaltung Manuela Eppe-Sturm. Man habe sich „auf eine positive, kollegiale Zusammenarbeit“ verständigt, heißt es. „Um Summen ging es dabei aber noch nicht“, sagt Enser. Der Freistaat habe aus einem „Standardförderprogramm“ 1,5 Millionen Euro in Aussicht gestellt, heißt es weiter. „Über einen konkreten Zeitplan kann derzeit noch keine Aussage getroffen werden.“ Eine Veränderung der Trägerschaft ist laut Simon Haagen weiter kein Thema.

In der Burg selbst geht es nun darum, „den Betrieb wieder hochzufahren“ , wie Haagen erzählt. Die kommenden Wochenenden sind schon „sehr gut ausgebucht“. Zwar sei unter der Woche noch relativ wenig los, doch Online- und auch Präsenz-Seminare sind schon beliebt, sodass wieder mehr los ist in der Burg – und nicht nur wegen der Handwerker.

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