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Samstag, 25.05.2019

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Hüter der Städte kommen zusammen

Am Wochenende besuchen Kollegen von Nachtwächter Heinrich Stiegler aus ganz Deutschland Bad Windsheim. - 10.05.2019 17:06 Uhr

Bei Rundgängen durch die Stadt gehört der Klosterchor zu den Stationen von Nachtwächter Heinrich Stiegler.Foto: Christine Berger © Foto: cs


Ganz im Gegenteil, Anna Glossner, die seit 2002 Interessierten die Geschichte Berchtesgardens näherbringt, sticht durch rot-gelbe Tracht und aufwendigen Federschmuck am Hut heraus. Auf die Welt der Fabeln und Sagen geht der Süntelgeist zurück, den Elvira Wittich aus Bad Münder verkörpert. Der Legende zufolge waren die Geister mit ihren orangefarbenen Bärten im Land der Trolle beheimatet, als sie die Eiszeit in Höhlen verbannte. Mit Sand und Geröll landeten sie im Weserbergland, wo sie eine neue Heimat fanden. Ihren Auftrag sehen die Süntelgeister darin, den Menschen die Schönheiten ihrer Heimat vor Augen zu führen.

Aus Österreich und dem Elsass

Zwar liegt das Weserbergland alles andere als in der Region Süd der Gilde, die anlässlich des Treffens ihre Tagung abhält. Allerdings gingen bei Nachtwächter Heinrich Stiegler als lokalem Organisator knapp 30 Anmeldungen aus ganz Deutschland, außerdem aus Österreich und dem Elsass, ein. Die Möglichkeit, einen Blick auf die historischen Figuren zu werfen, bietet sich am morgigen Samstag ab 17.45 Uhr auf dem Marktplatz. Nach einem Standkonzert des Spielmanns- und Fanfarenzuges werden die Teilnehmer vorgestellt. Darunter ist auch Heinz Wellmann, seit acht Jahren Gildemeister und Nachtwächter im nordrhein-westfälischen Rees. Am Sonntag nehmen die Nachtwächter am Gottesdienst in der Kilianskirche teil, ab 9.45 Uhr bilden sie ein Spalier, um mit Pfarrer Helmut Spaeth und Diakon Paul Neumeier in die Kirche einzuziehen.

Stiegler schätzt den Austausch mit seinen Berufskollegen, regelmäßig nimmt er an Treffen teil. Ein jeder ist Experte in der Geschichte seines jeweiligen Heimatortes, so hat sich auch Stiegler tief hineingegraben in die Historie Windsheims. Um seinen Zuhörern einen Heller zeigen zu können, hat er sich auf eigene Kosten die frühere deutsche Münze angeschafft, außerdem ein Mittelalterbesteck und Stiefel nach historischem Vorbild.

Wenig Jahreszahlen

Wie nebenbei sprudeln aus ihm Informationen, etwa über das Vermögen des einst reichsten Windsheimers Peter Kumpf, über die Bedeutung des Jahres 1235, als Windsheim vom Bistum Würzburg an den Kaiser abgetreten wurde, oder aber darüber, dass die Windsheimer "nicht immer brav waren". Mit Jahreszahlen hält er sich bei den Rundgängen zurück, vielmehr verpacke er sein Wissen in Anekdoten und Geschichten.

Zusätzlich zu den monatlich zwei regulären Führungen wird er zu Sonderführungen gebucht, allein im Dezember kam er auf zehn Einsätze, im März auf um die sieben. Um den Teilnehmern des Treffens die Geschichte Bad Windsheims näherzubringen, ist unter anderem ein Besuch des Reichsstadtmuseums und ein Abstecher in den Alten Bauhof geplant, außerdem ein Empfang im Rathaus. 

VON CHRISTINE BERGER

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