Dienstag, 25.02.2020

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Im Freilandmuseum brennen Ziegel und Lichter

Nächtliche Führung und stimmungsvolle Stuben - 06.11.2019 11:57 Uhr

Beim Thementag „Licht im Haus“ zur Geschichte der Beleuchtung auf dem Lande im Fränkischen Freilandmuseum ist eine Sammlung historischer Petroleumlampen in Betrieb zu erleben. © Ute Rauschenbach


Tag und Nacht lodert derzeit das Feuer im offenen mittelalterlichen Ziegelofen. Bis zum 7. November läuft der Ziegelofen in der Baugruppe "Industrie & Technik" im Freilandmuseum des Bezirks heiß. Die Museumsbesucher können beobachten, wie der Ziegelofen mit den beiden großen offenen Schürlöchern langsam auf über 1000 °C erhitzt wird. Ein Brennzyklus umfasst vier Feuerungsstufen: das Schmauchen, das Aufheizen, das Garbrennen und das Abkühlen. Mitarbeiter des Betriebs-bauhofs sind ständig vor Ort und erklären, was zu beachten ist, damit der Brand gelingt.

Im Fränkischen Freilandmuseum befindet sich der einzige erhaltene spätmittelalterliche Ziegelbrennofen. Dieser spätmittelalterliche Ziegelbrennofen stammt aus Scheinfeld von 1430 und konnte nur erhalten werden, weil er in einem Stück geborgen und ins Freilandmuseum übertragen wurde. Der originale Ofen ist nicht mehr betriebsfähig, deshalb werden nun in einem Nachbau die Dachziegel gebrannt, die dann beim Wiederaufbau des mittelalterlichen Badhauses aus Wendelstein im Museum zum Einsatz kommen. Nur im Fränkischen Freilandmuseum lässt sich das Brennen in einem spätmittelalterlichen Ziegelbrennofen erleben!

Am Donnerstag, 7. November, wird nach Museumsschluss eine kostenlose offene Sonderführung mit Vorführung der Ziegelherstellung und Erklärungen zum Ziegelbrand angeboten. In der einbrechenden Dunkelheit ist das Glühen der Ziegel ein besonderes Erlebnis. Treffpunkt ist um 16 Uhr an der Museumskasse.

Kerzen, Kienspan und Karbid

Heute ist es einfach: Knips - Licht an, knips - Licht aus. Wie aber wurden früher Häuser und Ställe auf dem Land beleuchtet, als elektrischer Strom und Glühbirnen noch gar nicht erfunden waren? Am Sonntag, 10. November, werden die verschiedenen Stuben, Ställe und Höfe im Freilandmuseum von 11 bis 16.30 Uhr wie zu ihrer Erbauungszeit beleuchtet. So können Museumsbesucher die Entwicklung der Beleuchtung auf dem Land von Öllampen und Talgkerzen über Petroleumlampen bis hin zu Glühbirnen nicht nur nachvollziehen sondern direkt erleben.

Rekonstruktion des spätmittelalterlichen Ziegelbrennofens aus Scheinfeld im Fränkischen Freilandmuseum: Zustand zum Ende des Ziegelbrandes. © Ute Rauschenbach, Fränkisches Freilandmuseum


Man riecht es schon von weitem. In der Baugruppe Mittelalter wird vorgeführt, wie die einfachste Beleuchtung von den Bewohnern selbst hergestellt wurde: Eine Dochtschnur wird wiederholt in flüssigen Rindertalg (Fett) getaucht. Da solche Kerzen sehr streng riechen, waren sie die Beleuchtung der einfachen Leute. Wohlriechendes Bienenwachs konnten sich nur Kirchen und Wohlhabende leisten.

Mit Talgkerzen werden auch die mittelalterlichen Gebäude des Freilandmuseums im Rahmen der Veranstaltung "Licht im Haus" beleuchtet. Im Bauernhaus aus Gungolding in der Baugruppe Altmühltal sorgen harzhaltige Kienspäne, die in Wandnischen oder auf speziellen Halterungen angezündet werden, für die passende Beleuchtung. Auch Talglichter und kleine Pfannen aus Rinderfett zählen zu den typischen Beleuchtungsmitteln der bäuerlichen Haushalte, die bis Ende des 19. Jahrhunderts genutzt wurden. Danach wurden diese Leuchtmittel in rascher Folge von Gaslampen und schließlich vom elektrischen Licht abgelöst.

Ausstellung von Petroleumlampen

Im Bauernhaus aus Seubersdorf in der Baugruppe Regnitzfranken – Frankenalb ist eine umfangreiche Ausstellung von Petroleumlampen zu sehen. Interessant ist auch die Funktionsweise von Karbidlampen. Wenn Karbidklumpen mit Wasser in Verbindung kommen, entsteht Acetylengas. Dieses Gas wird in den Lampen direkt zum Brenner weitergeleitet und verbrennt dort mit einer stark leuchtenden Flamme.

Die Schäferei aus Hambühl und das Bauernhaus aus Herrnberchtheim der Baugruppe Mainfranken-Frankenhöhe ist an diesem Tag mit den Frühformen der Glühbirne beleuchtet. Diese fanden besonders in Ställen ihre Verwendung, da sie die Brandgefahr durch Stroh erheblich minderten. Um 11 Uhr beginnt an der Museumskasse die Führung "Licht im Haus. Zum Wandel der Beleuchtung im Bauernhaus". Ab 13 Uhr gibt eine mittelalterliche Bewohnerin im Mittelalterhaus aus Höfstetten Auskunft über ihr Leben. Und die Kinder sind ab 13 Uhr dazu eingeladen, im Bauernhaus aus Mailheim Kerzen und Weihnachtsschmuck aus Bienenwachs zu basteln.

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nb

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