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Freitag, 05.06.2020

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Im Verkehrsberuhigten Bereich nur rollen lassen

In etlichen Straßen gilt unter anderem Schritttempo. - 19.05.2020 06:00 Uhr

Auf Kinder, die Ball spielen und Rutschauto fahren, müssen Autofahrer und Radler in Verkehrsberuhigten Bereichen, wie hier in der Steinacher Straße in Bad Windsheim, besonders Rücksicht nehmen. © Foto: Stefan Blank


"Die meisten reduzieren ihre Geschwindigkeit deutlich, das vorgeschriebene Schritttempo wird allerdings oft wohl nicht eingehalten", sagt der Leiter der Bad Windsheimer Polizeiinspektion, Dieter Engelhardt. Die Überwachung, wer in diesen Bereichen wie schnell unterwegs ist, obliege aber der kommunalen Verkehrsüberwachung. "Mit der Radarpistole der Polizei ist das vor Ort meist nicht möglich." Engelhardt sagt aber auch, dass zu schnelles Fahren in der Kurstadt in verkehrsberuhigten Arealen "nicht das ganz große Thema ist". Es gebe selten Beschwerden und "fast keine Verkehrsunfälle". Ein Grund dafür seien auch Nachbarn, die immer wieder ein wachsames Auge auf Raser in solchen Straßen haben und diese auch mal mündlich auf ihr Fehlverhalten hinweisen würden.

Der Ordnungsamtsleiter der Stadt Bad Windsheim, Bertram Strobel, spricht in Bezug auf die Erfahrungen der Verkehrsüberwacher von "Messergebnissen, die meist nicht blitzerrelevant sind". Es seien nicht so viele Bußgelder, die fällig werden, wie man vermuten würde. Dennoch gilt: "Bewegt sich die Tachonadel, ist das schon zu schnell", wie der Auto- und Reiseclub Deutschland (ARCD) mit Hauptsitz in Bad Windsheim in seinem Mitgliedermagazin schreibt. "Am besten ist es, das Auto im ersten Gang einfach rollen zu lassen."

Übrigens: Zwischen dem Verkehrsberuhigten Bereich und der "Spielstraße", wie dieser oft im Alltag genannt wird, gibt es deutliche Unterschiede: Eine "Echte Spielstraße" ist laut ARCD mit der Kombination aus einem "Verbot für Fahrzeuge aller Art"-Schild (Weißer Grund mit rotem Rand) und einem Zusatzzeichen, auf dem ein Ball spielendes Kind zu sehen ist, gekennzeichnet. "Da Anlieger ihre Häuser in so einer Spielstraße nicht per Auto erreichen können, sind diese nicht weit verbreitet", schreibt der ARCD. In der Kurstadt gibt es so eine nicht.

Was jedoch Polizisten und Ordnungsamts-Mitarbeitern immer wieder auffalle und auch von Anwohnern öfters telefonisch gemeldet werde, sei, "dass viele nicht so parken wie es eigentlich nur erlaubt ist", sagt Engelhardt: ausschließlich auf dafür – in Bad Windsheim oft mit Markierungen auf dem Boden – gekennzeichneten Flächen. Nur das Ein- und Aussteigen sowie Be- und Entladen ist überall möglich. Zu sehen ist dies häufig in der Kegetstraße, aber auch in nahezu allen Verkehrsberuhigten Bereichen im Stadtgebiet, wie Bertram Strobel berichtet.

Wichtig sei in den Flächen, wie
alle Experten bekräftigen, aber vor allem: "Obersten Vorrang haben dort Fußgänger, Kinder wie Erwachsene gleichermaßen. Darauf müssen die Fahrer von Autos, Motorrädern und Fahrrädern besonders Rücksicht nehmen", teilt der ARCD mit. Dazu gehöre auch, dass Autofahrer und Radler im Zweifel sogar anhalten und warten müssen, "bis ein ins Spiel vertieftes Kind das Fahrzeug bemerkt".

STEFAN BLANK

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