26°

Sonntag, 09.05.2021

|

Impfstart: Hausärzte setzen die Nadeln gegen Corona an

In den Praxen hat das Impfen gegen das Coronavirus begonnen, bis zu 36 Dosen Biontech werden nach Ostern geliefert. - 02.04.2021 06:00 Uhr

Dr. Georg Deichhard impft Eduard Keller in seiner Praxis gegen Corona.

01.04.2021 © Foto: Claudia Lehner


Offiziell setzte Dr. Georg Deichhardt, Koordinierender Arzt für den Landkreis in der Corona-Krise, in seiner Allgemeinarztpraxis in Ipsheim Donnerstagnachmittag die erste Nadel. Das Impfen gegen das Coronavirus in den Hausarztpraxen im Landkreis hat begonnen. Am Dienstag wurden etwa die Hälfte der rund 50 Hausarztpraxen mit jeweils 20 Dosen Impfstoff beliefert.

Die abgelaufene Woche sei noch als "bayerischer Vorstoß" zu werten, erklärt Deichhardt, der auch am Impf-Pilotprojekt teilnahm. Die Dosen stammen aus der sogenannten Bayernreserve. Rund 1600 Praxen in Bayern erhielten diese Woche daraus Impfdosen, richtig los geht die Kampagne nach Ostern. Dazu mussten Hausärzte ihre Bestellung von maximal 50 Dosen diese Woche bei ihrer sie beliefernden Apotheke aufgeben.

Wie viele sie tatsächlich bekommen und welcher Impfstoff es ist, erfahren Arzt und Team kurzfristig. Nach Ostern werden pro Praxis zwischen 30 und 36 Dosen des Vakzins von Biontech-Pfizer in den Landkreis geliefert, hieß es Donnerstag.

Hoffen auf mehr Vakzin

Die Chancen seien hoch, sobald das Werk des deutsch-amerikanischen Pharmakonzerns in Marburg auf Hochtouren produziere, "dass wir gut mit diesem Vakzin versorgt werden". Bisher stünden seine Patienten dem umstrittenen Impfstoff von Astrazeneca, der seit Mittwoch unter dem Namen Vaxzevria vermarktet wird, aber weniger skeptisch gegenüber. "Wir impfen ja noch in der Kategorie über 60 Jahren, für die es keine Warnung gibt." Generell gebe es viel zu wenig Impfstoff, so Deichhardt. "Wir würden Samstag, Sonntag, rund um die Uhr impfen, aber der Stoff fehlt."

Die Frage, ob das von der Bundesregierung ausgegebene Ziel, dass jeder Bürger bis Spätherbst ein Impfangebot erhalten haben soll, einzuhalten ist, kann er nicht beantworten. An der Verimpfung liege es jedoch nicht. Seine, und da spreche er auch für andere Praxen, impfen in einer "Grippesaison" mindestens ein Drittel des Patientenstammes "völlig geräuschlos nebenher" gegen Influenza.


Wie weit ist Bayern bislang mit den Corona-Impfungen?


Termine werden wie im Impfzentrum nach Prioritätenliste vergeben. Angerufen werden alle infrage kommenden Patienten, da das Team nicht weiß, wer bereits im Impfzentrum eine Spritze erhalten hat. Zudem müsse der Patient nach dem Pieks 15 Minuten vor Ort bleiben, das bedürfe einer guten Organisation. Es sei zwar mehr Aufwand, als bei anderen Impfungen, aber: "die Bürokratie ist deutlich schlanker als im Impfzentrum." Am Abend erfolge eine Meldung an die Kassenärztliche Vereinigung Bayern, die die Anzahl Geimpften an das Robert-Koch-Istitut weiterleitet.

Deichhardt appelliert an die Bürger, sie sollen bitte auf einen Anruf ihrer Praxis warten und nicht selbst dort anrufen. Das verzögere den Ablauf unnötig. Bürger, die in den Praxen geimpft wurden und beim Landkreis registriert sind, sollen sich dort wieder abmelden.

 

KATRIN MÜLLER

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus: Bad Windsheim, Bad Windsheim, Ipsheim