Mittwoch, 13.11.2019

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In Ickelheim entstand ein Garten für Kita-Kinder

Mitten in der Ickelheimer Flur können sich die Kinder der Kindertagesstätte Hand in Hand austoben - 21.10.2019 12:06 Uhr

Auf einem rund 3000 Quadratmeter großen Grundstück mitten in der Ickelheimer Flur ist ein Garten für Kinder entstanden. Die Schützlinge der Tagesstätte Hand in Hand können sich dort fortan ausleben. © Foto: Privat


Da der Wald zu weit entfernt liegt, um einen Waldtag für die Kinder der Kindertagesstätte Hand in Hand realisieren zu können, ist die Natur den Jungen und Mädchen quasi ein Stück weit entgegengekommen.

Holzstecken können einen Zauberstab darstellen, eine Angel oder durchaus auch eine Kreissäge. Wie die Kreativität der Kinder durch Naturmaterialien angeregt werden kann, erleben die Erzieherinnen der Kindertagesstätte nicht mehr nur im zugehörigen Garten, sondern zusätzlich auf einem rund 3000 Quadratmeter großen Grundstück mitten in der Ickelheimer Flur. Der Wunsch, einen regelmäßigen Wald- oder Naturtag in den Kindergartenalltag zu integrieren sei schon länger diskutiert worden, erzählt Jessica Albig, die Leiterin von Hand in Hand. Zeitweise war er vor einigen Jahren sogar ins Programm aufgenommen worden, aufgrund der Entfernungen konnte er aber nicht aufrechterhalten werden. "Die Rahmenbedingungen haben einfach nicht gepasst", war inzwischen statt dem Wald- ein Wiesentag in Erwägung gezogen worden, als bei einem Elternabend im vergangenen Jahr Jürgen Schmidt, Vater eines Kindergartenkindes, ein potenzielles Grundstück ins Gespräch brachte.

"Er hat den Stein ins Rollen gebracht", sagt Jessica Albig dankbar. Vor rund 20 Jahren war das Grundstück mit Bäumen und Hecken bepflanzt worden, sodass eine natürliche Gliederung des Areals bereits vorhanden ist. Über die weitere Gestaltung das Gartens für Kinder, so der offizielle Projektname, wurde an einem Runden Tisch mit verschiedenen Beteiligten entschieden.

Die Kirchengemeinde mit Pfarrerin Annette Boxdorfer-Nickel als Vertreter des Trägers hat das Grundstück gepachtet, das unter Mitwirkung einer Reihe von Kindergarteneltern, von Ickelheimer und Lenkersheimer Vereinen und Engagierten seitdem immer mehr Formen annimmt. So sorgt ein Zaun nicht nur für die notwendige, geschützte Atmosphäre der Kinder, sondern auch für eine ausreichende Durchlässigkeit für kleine Wildtiere. Holzstämme laden zum Balancieren ein, ein Stapel Holzstecken liegt zur freien Verwendung im Gras und wartet nur darauf, beim Spielen zum Einsatz zu kommen. Kleine Tischchen aus Holz sind auf dem Gelände verteilt und werden mal zum Zusammenrühren einer Sand-Erde-Mischung, mal als Ablage verwendet.

"Das soll kein Prozess sein, der nächstes Jahr fertig ist." Laut Jessica Albig sollen sukzessive weitere Elemente hinzukommen. Einen Gipssteinhaufen, der im Idealfall von Eidechsen bezogen wird, gibt es schon. Auf der langfristigen Vorhabenliste für den Garten in laufbarer Nähe zum Kindergarten befinden sich ein Barfußpfad und ein Pflanzstreifen, eine Bauecke und ein Weidentipi oder Weidentunnel. "Wir wollen viel mit den Kindern selbst machen." Für logistische Vorhaben wie beispielsweise ein Schuppen mit Campingtoilette und eine separate Wickelmöglichkeit für die Jüngsten konnte schon beziehungsweise soll noch mit tatkräftiger Unterstützung von Erwachsenen verwirklicht werden. "Ganz viel ehrenamtliche Arbeitsleistung" ließ das Vorhaben wachsen, unheimlich stolz sei sie auf die Ickelheimer und Lenkersheimer, betont Pfarrerin Boxdorfer-Nickel. Beispielhaft nennt sie die Ickelheimer Waldgenossenschaft, die das Holz zur Verfügung gestellt hat, das etwa beim Zaunbau verwendet wurde.

Einige weitere Förderzusagen gibt es, in weiten Teilen aber wird der Garten für Kinder von den beiden Ortsteilen getragen. Wichtig ist, dass das Areal den Jungen und Mädchen der Kindertagesstätte vorbehalten ist, für die Öffentlichkeit kann es nicht nutzbar gemacht werden. Um die Pädagogik auf die zusätzlichen Möglichkeiten abzustimmen, hat die Kirchengemeinde einen eigens an die Gegebenheiten angepasste Fortbildung für das Kindergartenteam bewilligt. "Super viele Anreize" hätten die Erzieherinnen in einer ersten Einheit erhalten, erzählt Jessica Albig, das Wichtigste aber war schon vorher klar: "Wir wollen den Kindern ganz viel Freiraum geben."

CHRISTINE BERGER

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