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In Möckenau steht der größte Kuhstall Mittelfrankens

Die 600 Plätze sollen zum nächsten Frühjahr voll belegt sein. - 05.07.2020 14:00 Uhr

Flotten Schrittes machen sich die Kühe auf den Weg, als würden sie sich freuen, in den neuen Stall einzuziehen.

© Foto: Fritz Arnold


Wer auf der Bundesstraße 13 von Uffenheim nach Ansbach fährt, dem fällt schon seit geraumer Zeit auf der Höhe von Möckenau in der Gemeinde Oberdachstetten eine Großbaustelle auf. Armin Nürnberger hat sich mit der gewaltigen Investition einen Lebenstraum erfüllt. Als Angestellter einer Firma, die weltweit Rindersperma vertreibt, ist der 41-Jährige viel herumgekommen und hat die Milchviehhaltung in anderen Ländern kennengelernt.

Bis die Pläne im Detail reiften, hat der Agrarbetriebswirt mit einem Abschluss der Höheren Landbauschule in Triesdorf auch sein Team von sechs qualifizierten Kräften für die Milchviehhaltung auf Ausstellungen und Fachexkursionen mitgenommen. Als ob die Kühe geahnt hätten, dass sie in dem neuen Laufstall noch mehr Licht und Bewegungsmöglichkeiten hätten als vorher, machten sich die meisten von ihnen im Laufschritt auf den Weg, um das neue Domizil zu erreichen. Mit einem freudigen Muhen wurden sie von trächtigen Kalbinnen begrüßt. Sie stammen fast alle von den schon bisher vorhandenen 200 Kühen ab, die mit gesextem Sperma besamt wurden, sodass fast nur weibliche Kälber geboren wurden.

Nürnberger ist überzeugt, dass es seinen Kühen hinsichtlich Tierwohl bessergeht als in manchem Biobetrieb. Ab dem nächsten Jahr soll auf den angrenzenden Flächen auch ein Weidegang möglich sein. Sofern es auf den Feldern nicht zu trocken ist, bekommen die Rinder im Sommerhalbjahr frisches Grünfutter. Ein Beweis für Nürnberger, dass es seinen Tieren gut geht, ist, dass hier nur die Hälfte verendet als im Durchschnitt der bayerischen Milchviehbetriebe und auch die Lebensdauer der Kühe wesentlich höher ist. Dies habe mit einer systematischen Betreuung im Abkalbebereich zu tun, wo täglich Fieber gemessen wird und die Muttertiere erst wieder in die normale Herde zurückkommen, wenn sie hundertprozentig fit sind.

Zuständig ist dafür Ivonne Süß, die Erfahrungen aus einem der erfolgreichsten Betriebe in Ostdeutschland mitbringt. Die Gesamtverantwortung für die Rinder hat Manuel Gärtner. Hinzu kommen auch zwei bestens eingearbeitete Rumänen mit ihren Familienangehörigen. Den Ackerbau, die Futterbeschaffung und die Biogasanlage betreuen zwei bis drei weitere Kräfte.

Gemolken werden die Kühe im Side-by-Side-Melkstand aus US-amerikanischer Herstellung zunächst zu jeweils 24 Stück und im Endausbau mit 48 Kühen in einem Durchgang. Beobachtet werden kann dies in Zukunft von einem Besucherbalkon. Denn Nürnberger ist der Meinung, dass nur mit völliger Offenheit die Bevölkerung über die Vorgänge in der Tierhaltung informiert werden kann. So plant er im nächsten Frühjahr einen Tag der offenen Tür, der jährlich wiederholt werden soll. Der Öffentlichkeitsarbeit dient auch eine im Entstehen befindliche Show-Küche, dort wird das Zerlegen und die Zubereitung von hochwertigem Fleisch von in Möckenau gehaltenen Wagyu-Rindern demonstriert, einem weiteren Standbein.

FRITZ ARNOLD

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