Mittwoch, 20.01.2021

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In Schloss Seehaus dreht sich alles um die Leier

Die Vielseitigkeit der Leier ist Gegenstand eines Konzertes auf Schloss Seehaus - 10.08.2020 14:00 Uhr

Manch ungewöhnliches Klangerlebnis gibt es beim Konzert in Markt Nordheim.

09.08.2020 © Foto: Elke Walter


"Leider konnten in diesem Jahr wegen Corona nicht wie gewohnt Teilnehmer aus den unterschiedlichsten Ländern teilnehmen", bedauerte Christian Giersch ausdrücklich. Neben den Kursleitern kamen sechs Teilnehmer unter anderem aus dem Schwarzwald, aus Karlsruhe, Schwäbisch Gmünd und den Niederlanden zusammen. Eine Woche lang wurde gespielt, geprobt und Neues gelernt.

Das Instrument erinnert sowohl in der Bauform als auch im Klang an eine Harfe. Gezupft wird es mit beiden Händen, während es auf den Beinen des Spielers ruht. Nur die deutlich größere Bass-Leier steht auf dem Boden und wird aufrecht gespielt. Erst seit etwa 1926 wird es in der vorgestellten Weise gebaut. Es kann solistisch, aber auch im sinfonischen Zusammenspiel genutzt werden.

Die Besetzung des Ensembles basierte auf unterschiedlichen Stimmlagen, variierte etwa von der Sopran- über Alt- bis zur Bass-Leier. In verschiedenen Besetzungen zeigten die Kursteilnehmer, wie vielfältig die Klangmöglichkeiten des Instrumentes sein können, vom anmutig funkelnden Solo bis zur voluminösen Plenum-Version. Werke für die moderne Leier gibt es nicht allzu viele. Eines davon war das "Nass in Nass" von Martin Tobiassen, der in einem Werk "Drei malerische Skizzen" Klangfarben wie beim Aquarell malen zu einem größeren Ganzen verfließen lässt. Ein größeres Werk von Christian Giersch, gedacht als Frieden stiftende Musik inmitten alltäglicher Kriegswirren, präsentierte das Ensemble in Klangharmonie.

Bestens geeignet schien das Instrument auch zum improvisatorischen Spiel. Aus dem Moment heraus entstanden neben Bearbeitungen von Alexander Srjabin, Domenico Scarlatti oder Johann Sebastian Bach kleine spontan kreierte Werke als Dialoge zwischen den einzelnen Musikern. Hinhören, sich inspirieren lassen und das Empfundene in einer gezupften Antwort zum Ausdruck bringen, war die Ausgangsidee. Das klang zum Teil experimentell und fremdartig, ließ man sich aber einfach darauf ein, ergaben sich durchaus ansprechende und wohlklingende Hörerlebnisse.

ELKE WALTER

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