Sonntag, 11.04.2021

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Kaufanreize schaffen: Gutschein-Aktion "25x5" beginnt am 1. März

Stadtrat beschließt Gutschein-Aktion 25x5, um Kaufanreize zu schaffen - 26.02.2021 06:00 Uhr

Die Entwürfe für die Plakate sind fertig, beispielsweise in der Einhorn-Apotheke (im Hintergrund) können Bezahlbons gegen Gutscheine getauscht werden – und die Bürgermeister-Riege um Ronald Reichenberg, Jürgen Heckel und Alexandra Horst sowie Stadträtin Silke Städtler (von links) sind froh.

25.02.2021 © Foto: Bastian Lauer


10.000 Euro hatte sich der Stadtrat Mitte Januar als Budget für den Maßnahmenkataog selbst zur Verfügung gestellt. Zusätzlich hatte der Verkauf von FFP2-Masken etwa 4000 Euro in die Kasse gespült, die obendrauf kamen. Fast fünf Wochen waren seit dem Stadtratsbeschluss vergangen, ehe Bürgermeister Jürgen Heckel am Dienstag drei Vorschläge präsentierte, die unter dem Motto "Gemeinsam in Bad Windsheim" das Kaufverhalten in der Stadt anregen sollen.

Jenes Motto ist auf eine Whats-App-Gruppe zurückzuführen, in der sich in den vergangenen Wochen Einzelhändler zusammengefunden hatten, wir berichteten. Ob die drei Vorschläge – oder zumindest zwei davon – auch dort ihren Ursprung haben, blieb in der Stadtratssitzung offen. Zumindest für die Gutschein-Aktion durfte Stadträtin Silke Städtler (Liste Land) viel Lob ernten. Sie hätte sich das von der Stadt Burghausen abgeguckt und die Idee in die Runde der Fraktionsvorsitzenden eingebracht, wie sie in der Sitzung sagte.

Die Aktion "25x5" einfach erklärt: Wer für 25 Euro in der Gastronomie einkauft, darf seinen Bezahlbon in einer der vier städtischen Apotheken gegen einen Fünf-Euro-Gutschein in Form eines Talers tauschen, der wiederum in allen Geschäften – ausgenommen Discounter und Drogerien – der Stadt und allen Ortsteilen einlösbar ist. In der Sitzung einigte man sich darauf, dass es pro 25 Euro eine Gutschrift geben soll, also bei 50 Euro wären es bereits zehn Euro.


Bad Windsheim: Einzelhändler kämpfen in der Krise gemeinsam


Bis 15. April gibt es die Gutscheine, einlösbar werden sie bis 31. Dezember sein. Heckel baut dabei auf Mund-zu-Mund-Propaganda. Alle Geschäftsinhaber anzuschreiben, um sie zu informieren, sei unmöglich, betonte er am Donnerstag noch einmal. Auf der Homepage der Stadt sollen alle Infos abrufbar sein.

Es sei durchaus möglich, dass Einzelhändler von der Aktion nichts wissen, wenn ein Kunde mit einem Gutschein daherkommt. Damit müsse man halt umgehen, sagte Heckel. Er könne eigentlich auch niemanden zwingen, an der Aktion teilzunehmen. Es läge an allen, "gemeinsam" etwas für die Stadt zu tun – freiwillig.

Zurück zur Stadtratssitzung: Die anderen beiden von Heckel vorgestellten Ideen wurden abgelehnt. Einmal wären das Papiertüten mit dem Motto als Aufschrift gewesen, die verteilt werden sollten. Und zum zweiten eine "Anzeigenkampagne" in der Windsheimer Zeitung, bei der Händler und Dienstleister zu sehr günstigen Konditionen Werbung hätten schalten können, die durch die Stadt kofinanziert worden wäre.

Euphorie bricht

Mit der Wortmeldung von Eberhard Gurrath (FWG) brach die Euphorie in sich zusammen: Die "Nachhaltigkeit" der Anzeigen-Aktion "ist gleich Null", Papiertüten seien längst "out". Beide Vorschläge seien für ihn "hinausgeschmissenes Geld". Georg Gerhäuser (CSU) und Annette Wild (FWG) schlossen sich diesen Aussagen an.

Ein verwunderter Bürgermeister sagte: "Das sind knallharte Worte." Gurrath schlug vor, einen "Smiley-Button" zu entwerfen, den man sich an die Jacke stecken könnte, um so überall auf das Motto hinzuweisen. Das könnte aus seiner Sicht längerfristig Wirkung zeigen. Heckel nahm die Idee dankend auf.

Auf Vorschlag von Gerhäuser wurde nur über die Gutschein-Aktion abgestimmt, die auch einstimmig abgesegnet wurde. Außerdem regte Gerhäuser an, am 9. und 10. April bei der Klausurtagung der Stadträte ein "Brainstorming" über weitere Ideen durchzuführen. Denn: Solche sind bis dato Mangelware.

Spontane Ideen

Die beiden abgelehnten Vorschläge seien spontan aus der Verwaltung heraus entwickelt beziehungsweise von Heckel selbst ausgehandelt worden, erklärte der Bürgermeister gestern auf Nachfrage. Aus der Riege der Betroffenen, der Einzelhändler, sei bisher kein Input gekommen.

Überhaupt keine Rolle spielte im Stadtrat am Dienstag – und auch schon im Januar – der Verein Unternehmer vereint für Bad Windsheim (UVBW), der sich eigentlich für die Belange von Einzelhändlern und Dienstleistern einsetzen soll. Immerhin: Zahlreiche Plakate für die Aktion "25x5" sollen über den UVBW Ende kommender Woche in der Stadt verteilt werden, um auf die Aktion hinzuweisen.

BASTIAN LAUER

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