Hoffnung bis zur letzten Minute

Kein Verkauf von Feuerwerk

Günter Blank

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30.12.2021, 18:04 Uhr
Feuerwerkskörper dürfen auch zu diesem Jahreswechsel nicht verkauft werden.

Feuerwerkskörper dürfen auch zu diesem Jahreswechsel nicht verkauft werden. © Lino Mirgeler, NN

Die „Hoffnung bis zur letzten Stunde“ hatte Naki Akgüc nicht aufgegeben, die Ankündigung eines heute startenden Fabrikverkaufs bis zuletzt auf der Homepage belassen. Am Dienstag aber ist für den Geschäftsführer der Firma Ströbel Feuerwerk GmbH der Hoffnungsfunke erloschen, nachdem Pyrotechnik-Händler vor dem Verwaltungsgericht Berlin mit Eilanträgen gegen das Verkaufsverbot von Böllern und Raketen gescheitert waren. Seinen Optimismus hat Akgüc dennoch behalten.

Das zweite Jahr in Folge bleibt das Windsheimer Unternehmen zum Jahreswechsel auf seiner Ware sitzen. Großhändler und Hotels hätten sich ohnehin beim Kauf zurückgehalten, sagt Akgüc. Nun also auch noch das neuerliche Silvester-Desaster, kein Fabrikverkauf an Private. Und: Wie schon 2020 hat die Firma Ströbel auch heuer gerade mal ein Großfeuerwerk gezündet, beim Challenge Roth.

Heuer nicht am Himmel zu sehen: bunte Feuerwerksblumen zu Silvester.

Heuer nicht am Himmel zu sehen: bunte Feuerwerksblumen zu Silvester. © Achim Prill, NN

Entschädigungen für Umsatzeinbußen gebe es, sagt Akgüc, doch belaste die Branche ein weiteres Problem, welches er anhand seines Betriebes beschreibt: Zwei der fünf festangestellten Mitarbeiter haben gekündigt, eine dritte geht bald in Rente. Ausgebildete Feuerwerker zu finden sei aber „wie ein Sechser im Lotto“. Und da sind noch die 15 nebenberuflich Tätigen, die bei Großfeuerwerken mitmischen. Sie müssen Wiederholungslehrgänge absolvieren, Befähigungsscheine zum Gefahrguttransport erneuern. Kostet alles Geld, auf der anderen Seite stehe „Umsatz Null“, sagt Akgüc, und wäre da nur die Sparte Feuerwerk stünde es schlimm um die Firma.

Fackelverkauf als Alternative

Zum Glück gebe es aber auch die Fackelfabrikation, und die laufe seit zwei Monaten „ganz gut“. Auch der Sektor Feuerwerk „erholt sich mit Sicherheit irgendwann“, sagt Naki Akgüc. Zwar werde in der Branche „nichts mehr so sein, wie es war“, doch für die Ströbel GmbH sieht er eine Zukunft. Nicht nur der Fackeln wegen, auch Feuerwerke werde man weiterhin produzieren und „selber machen“. Wenn auch „in abgespeckter Form“, so steht für ihn doch fest: „Wir werden auf dem Markt bleiben und weitermachen.“

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