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Kirchweih trotz Corona: Was ist heuer überhaupt erlaubt?

Zum Start in die Kirchweih-Saison müssen Feste zum zweiten Mal in Folge ausfallen - 30.04.2021 14:00 Uhr

„RIP Kerwa 2020“: In Hallerndorf im Landkreis Forchheim wurde die Kirchweih im vergangenen Jahr mit diesem Kranz betrauert.

29.04.2021 © Foto: Stefan Hippel


Man mag’s kaum glauben, aber es wird einige Dörfer geben, in denen in den kommenden Wochen zum zweiten Mal in Folge die Kerwa ins Wasser fallen wird. Und das in Mittelfranken, wo Kirchweih-Feste für viele Dörfer den Jahreshöhepunkte darstellen: Die "Wirtshauskerwa" in Eichelberg war bereits dran, beziehungsweise eben nicht, und in Buchheim beispielsweise fände an diesem Wochenende, 1. und 2. Mai, eine der ersten Kerwas in der Region mit dem vollen Feierprogramm statt, Ipsheim würde in Kürze folgen. Die Mitglieder der Evangelischen Landjugend (ELJ) als Organisatoren des sonst so bunten Treibens in Buchheim müssen es hinnehmen, dass sie nicht viel machen dürfen.

Am Freitag, 30. April, würde eigentlich das traditionelle Baumaufstellen stattfinden. Am Kerwasonntag dann der Umzug durchs Dorf. Im Gemeindehaus wäre an allen Tagen die ELJ für die Bewirtung der Gäste zuständig, begleitet von zünftiger Musik. Nur nicht dieses Jahr, wie ELJ-Vorsitzende Clara Schmieg geknickt bestätigen muss.

Man habe angesichts der strikten Kontaktbeschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie letztlich keinerlei Spielraum. Man habe zwar noch versucht, die Burgbernheimer Kerwa vom September 2020 als Vorbild zu nehmen und auch Kerwawagen zu bauen, die dann nicht durchs Dorf gezogen, sondern auf Privatanwesen aufgestellt werden. Doch dieses Ansinnen sei vom Landratsamt nicht genehmigt worden, sagt Schmieg.

Mit Veranstaltungscharakter

Auf Nachfrage bestätigt Bastian Kallert, Pressesprecher am Landratsamt, diesen Umstand. "Nach rechtlicher Bewertung dieser Angelegenheit ist davon auszugehen, dass es sich hierbei um eine Aktion mit Veranstaltungscharakter handelt, insbesondere da davon auszugehen ist, dass das Ziel dieser Aktion ist, die aufgestellten ,Kirchweihwägen’ einem breiten Publikum zugänglich zu machen", schreibt Kallert. Derlei Veranstaltungen seien durch die geltende Bayerische Infektionsschutzmaßnahmenverordnung untersagt.

Ausnahmen seien weiterhin nur im "engen Rahmen" möglich, beispielsweise für Gottesdienste oder auf Basis des Versammlungsrechts im Grundgesetz (Paragraph 8). Das hieße auch, dass keine offiziellen Veranstaltungen zum Maibaumaufstellen, das am Samstag in manchen Orten traditionellerweise stattfinden würde, möglich sind. Zwar sei dem Landratsamt laut Kallert durch das Gesetz "ein gewisser Rahmen eingeräumt", Ausnahmen bei Veranstaltungen zu machen. Angesichts des "dynamischen Infektionsgeschehens" würde das Amt aber derzeit keine Ausnahmegenehmigungen erteilen wollen. Eine besondere Anfrage zum Maibaumaufstellen hätte der Behörde bis zum späten Mittwochnachmittag nicht vorgelegen.

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Ein farbenfrohes Spektakel: Die Windsheimer Kirchweih

Dem strah­lenden Auftakt vom Freitag und Samstag ist am Sonntag witterungsmäßig der Absturz gefolgt: Veranstalter wie Besucher des Bad Windsheimer Kirchweih-Volksfestes erlebten am Wochenende ein wahres Wechselbad. Der Start in das verlängerte Kirch­weih-Wochenende hätte besser kaum sein können. Für die Windsheimer Zeitung waren Christine Berger, Simone Schinnerer und Günter Blank unterwegs und haben die schönsten Eindrücke mit ihren Fotokameras festgehalten.


Zurück nach Buchheim: Zwei Jahre kein Kirchweihumzug – besonders bitter ist das, weil nach der Dorferneuerung der Straßenraum sich von seiner besten Seite zeigen würde. Wenigstens ein bisschen Kerwagaudi verbreiten sollen Flugblätter, welche die ELJ in Buchheim am Wochenende verteilen will. Diese ersetzen die sonst am Sonntag käuflich zu erwerbende Kerwazeitung.

Außerdem sei geplant, zur Kerwa einen Bierlieferdienst anzubieten. Allerdings habe man das schon unabhängig von der Kirchweih während der Pandemie gemacht, betont Schmieg. So bleibt nur der Blick nach vorne, der allerdings auch schon wieder getrübt ist: Denn das Dorffest im Juli werde wohl ebenfalls ausfallen müssen, sagt Schmieg.

Tradition zu Christi Himmelfahrt

Ebenso sieht es in Ipsheim aus. Die Kirchweih steht dort zwar stets im Schatten von Weinfest, dessen Nachfolge-Event und Hofschoppenfeiern, doch traditionell wird sie ab Christi Himmelfahrt begangen. "Wir mussten sie natürlich absagen", bestätigt Bürgermeister Stefan Schmidt auf WZ-Nachfrage.

Nach einigen Gesprächen könne er immerhin sagen, dass am Kuhwasen die Festwirtsfamilie Barthelmeß am Donnerstag, 13. Mai, und Sonntag, 16. Mai, Essen to go anbieten wird. Freitag und Samstag gibt es an gleicher Stelle, wo aber unter anderem auf das Kinderkarussell verzichtet werden muss, Makrelen vom Grill und Schmankerl wie Gebrannte Mandeln. "Viele Winzer sowie das Gasthaus Kreiselmeyer werden Essen zum Mitnehmen anbieten", sagt Bürgermeister Stefan Schmidt, "und eine Losbude des Schul-Elternbeirats steht am Parkplatz vorm Uli". Immerhin.

BASTIAN LAUER UND STEFAN BLANK

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