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Klickend durch den Dschungel

Auf www.nea-wis.de sind ab sofort Angebote, Informationen und Fallbeispiele zu finden - 21.05.2019 10:24 Uhr

So sieht Neawis aus: Leonie Hugo erklärt (von links) Mike Bernasco, Hans Herold, Helmut Weiß, Stefan Schilling und Dr. Wolfgang Anderer die Angebote der neuen Internetplattform, die unter www.nea-wis.de zu finden ist. © Foto: Stefan Blank


"Ich muss sagen, ich bin begeistert", platzte es aus Dr. Wolfgang Anderer, dem Chefarzt der Geriatrie-Abteilung im Krankenhaus der Kurstadt, heraus, als die wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen der Hochschule Ansbach, Leonie Hugo und Dunja Zöller den 40 Anwesenden die Möglichkeiten präsentiert hatten, die nun unter www.nea-wis.de zu finden sind: Dienstleistersuche, Themenbereiche, Login-Bereich und eben Fallbeispiele. Später soll noch ein persönlicher Organisationsassistent hinzukommen.

"Wir haben versucht, uns in ältere Menschen und pflegende Angehörige hineinzuversetzen", sagte Leonie Hugo. Bereits auf der Startseite kann der Nutzer auswählen, wobei Unterstützung nötig ist. Ambulante Pflege und hauswirtschaftliche Hilfe, Hausnotrufsysteme, Begleitung am Lebensende, medizinische und therapeutische Hilfe, Fahrdienste oder gesund und aktiv am Leben teilnehmen ist da unter anderem anklickbar. Präzisierbar sind die Angaben durch Unterkategorien. "Es geht auch darum, dass ältere Menschen oder pflegende Angehörige die eigene Situation realistisch einschätzen können", sagte Hugo, "und um die Vernetzung von Akteuren im Gesundheitsbereich."

Die Fallbeispiele sollen Hilfe bei möglichst realistischen, akuten Problemen liefern. Die beschriebene Situation: "Frau Meier ist gestürzt und liegt schreiend am Boden." Detailgenau und anschaulich wird die Lage analysiert. Die zukünftige Pflege muss organisiert werden. Wer sind Ansprechpartner? Mit einem Klick gelangt der Nutzer beispielsweise auf eine Liste mit allen Anbietern von ambulanten Pflegeleistungen, die auch geografisch auf einer Karte eingetragen sind. Über eine Registrierung können Themenbereiche oder Anbieter abgespeichert werden. "Es geht immer darum, Informationen zu liefern, nicht zu bewerten", sagte Projektleiter Professor Dr. Sascha Müller-Feuerstein. Bis jetzt hätten schon mehr als 150 Dienstleister den speziellen Login-Bereich für Anbieter genutzt.

Härtetest beginnt erst

Informationen bereitstellen sei das eine, sagte Dunja Zöller, diese barrierefrei aufzubereiten das andere. So wurde bei der Seite auf "schnörkelfreie Schrift, einfache Nutzerführung und verständliche Sprache" geachtet. Es gibt eine Vorlesefunktion und Schriftgröße sowie der Kontrast sind mit wenigen Klicks verstellbar. "Viele Wege führen zum Ziel", sagte Zöller. Das sei wichtig. Lob gab es unter anderem von Bürgermeister Bernhard Kisch, Landrat Helmut Weiß und Landtagsabgeordnetem Hans Herold, der sich eine Zusammenarbeit von Lebenshilfe und Neawis wünscht. "Das ist ein echter Mehrwert für den ganzen Landkreis." Herold will die Idee Judith Gerlach, der bayerischen Staatsministerin für Digitales, ans Herz legen.

Auch Christian Schmidt, der als damaliger Landwirtschaftsminister mit einer Förderung das Projekt erst möglich gemacht hatte, war "zufrieden und angetan". Der Praxistest in den nächsten Monaten und Jahren sei aber "der Härtetest" und entscheidend dafür, ob das Leuchtturmprojekt aus dem hiesigen Landkreis wirklich bayern- oder sogar bundesweit älteren Menschen oder pflegenden Angehörigen helfen kann. Doch dafür muss auch noch ein Finanzierungsmodell für die Zukunft gefunden werden. Schmidt dazu: "Wenn eine Sache gut ist, hat man schon immer einen Weg gefunden."

Weitere Infos unter https://www.nea-wis.de

STEFAN BLANK

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