-1°

Dienstag, 13.04.2021

|

Klinik Neustadt/Aisch in der Coronazeit: Neue Notaufnahme, neue Intensivstation

Klinik in Neustadt empfängt erste Patienten im Anbau, die Intensivstation eröffnet - 06.04.2021 09:08 Uhr

Testlauf mit Dummy: Medizintechniker Johannes Kachelrieß in einem Zimmer der neuen Intensivstation.

31.03.2021 © Foto: Günter Blank


Drei Jahre, fünf Monate und vier Tage nach dem Spatenstich für den Anbau an die Klinik in Neustadt wird am Dienstag nächster Woche die darin eingerichtete neue Notaufnahme in Betrieb genommen. Drei Wochen später, am 26. April, ziehen auch Intensiv- und die Überwachungsstation in die neuen, über der Notaufnahme gelegenen Räume um.

Gut 22 Millionen Euro kostet der Neubau, der mit rund 18 Millionen Euro aus Staatsmitteln gefördert wird. 1,5 Millionen Euro trägt das Kommunalunternehmen Kliniken des Landkreises Neustadt-Bad Windsheim, erläutert dessen Vorstand Stefan Schilling, den Rest übernimmt der Landkreis. "Wir können mehr Patienten besser behandeln", fasst Stefan Schilling die Vorzüge der neuen Stationen zusammen.

Der Neubau auf dem Gelände der einstigen Krankenpflegeschule bietet neben Notaufnahme, Intensiv- und Überwachungsstation (Intermediate Care, kurz IMC) auch dringend benötigten Raum für das Zentrallager und für die Energiezentrale. Die Rettungswache des Bayerischen Roten Kreuzes wird im Erdgeschoss Einzug halten, bereits in Betrieb gegangen ist vor einigen Wochen die räumlich an die Notaufnahme angrenzende Ambulanz der Kinder- und Jugendpsychiatrie der in Ansbach ansässigen Bezirkskliniken Mittelfranken.

Großzügig, hell und farblich durchgehend in einen warmen Grünton gehalten sind die Räume in dem Neubau. Die Notaufnahme verfügt unter anderem über einen Schockraum und einen sogenannten Steno-Raum. Steno steht für Schlaganfallnetzwerk mit Telemedizin in Nordbayern, hier können also Schlaganfall-Patienten unter Einbeziehung von Spezialisten großer Kliniken diagnostiziert und Therapiewege besprochen werden. Des Weiteren finden sich in der Notaufnahme drei Behandlungsräume sowie zwei Triage-Räume, in denen eigens hierfür ausgebildete Krankenschwestern mit Unterstützung einer speziellen Software ermitteln, wie dringend ein Patient welche Art von Versorgung benötigt und diese in die Wege leiten.

Kleine Aufnahmestation

Bestandteil der neuen Notaufnahme ist auch eine kleine Aufnahmestation mit zehn Betten, verteilt auf zwei Vierbettzimmer sowie zwei Einzelzimmer mit Isoliermöglichkeit. In Fällen, wo dies sinnvoll erscheint, können Patienten hier für eine Nacht versorgt werden, ehe sie beispielsweise wieder entlassen, auf eine hauseigene Station oder in eine andere Klinik verlegt werden. Die alte Notaufnahme bleibt vorerst in einer gewissen Standby-Funktion erhalten, über eine eventuelle anderweitige Nutzung werde man zu gegebener Zeit entscheiden, sagt Klinikvorstand Stefan Schilling.

Im Stockwerk über der neuen Notaufnahme befinden sich die Intensiv- und die IMC-Station mit jeweils zwölf Betten. Gegenüber dem offiziellen Status quo steigt die Zahl der Intensivbetten damit um zwei (auch wenn auf der bestehenden Station wegen der Corona-Pandemie derzeit 14 Betten zur Verfügung stehen), die Zahl der IMC-Betten erhöht sich gar von derzeit fünf auf ebenfalls zwölf. Die Intensivstation bietet ausschließlich Einzelzimmer, ein ausgeklügeltes Monitoring-System garantiert die lückenlose Überwachung der Vitalfunktionen der Patienten. Auf zwei Patienten kommt ein Intensivpfleger, entsprechend dem Personalschlüssel für Intensivstationen.

Seltenes Ausstattungsdetail

Besonders stolz ist man seitens der Kreiskliniken auf ein gleichermaßen spezielles wie seltenes Ausstattungsdetail der Intensivzimmer: eine Deckenbeleuchtung, welche die Abläufe des natürlichen Tages- und Nachtlichts simuliert. Was vordergründig wie ein lässliches Gimmick wirken mag, dient der Delir-Prophylaxe, erklärt Benjamin Maier, der Pressesprecher der Kreiskliniken.

Auf der gegenüberliegenden Längsseite des Gebäudetraktes verläuft die Intensivüberwachungsstation, bestückt überwiegend mit Zweibettzimmern. Die Personalstützpunkte beider Stationen sind durch einen gemeinsamen Lagerraum durchgängig verbunden, selbst hier hängen Bildschirme, welche den Mitarbeitern auf einen Blick den Zustand aller Patienten anzeigt. Auch ein Medikamentenschrank steht hier, die digitale Erfassung alles Entnommenen per Scanner ist künftig Standard. Am Ende der Flure beider Stationen befinden sich je zwei Isolierzimmer, denen jeweils eine gemeinsame Schleuse samt entsprechender Ausstattung vorgeschaltet ist.

Großzügig ausgestattete Zimmer

Die großzügig geschnittenen und ausgestatteten Zimmer bieten nicht nur den Patienten ein angenehmes Ambiente – schöne Ausblicke durch die Fenster häufig eingeschlossen –, sie bringen auch eine Arbeitserleichterung für die Mitarbeiter der Klinik mit sich. Betten und Geräte sind besser zugänglich, es gibt keinen Kabelsalat auf dem Fußboden, weil die technischen Geräte allesamt über die Decke an die entsprechenden Systeme angebunden sind. Und natürlich wird der Anstieg der Bettenzahl auch mit einem entsprechenden Zuwachs bei Ärzten wie Pflegepersonal einhergehen, bestätigt Vorstand Stefan Schilling.

Die derzeit noch in Betrieb befindliche Intensiv- wie auch die IMC-Station werden nach ihrem Umzug in den Anbau beispielsweise als Büroräume für den Ärztlichen Dienst genutzt werden. Auf einen Tag der offenen Tür, wie er sonst vor Eröffnungen üblich ist, müsse man aufgrund der Pandemie-Lage in diesem Fall leider verzichten, erklären Stefan Schilling und Benjamin Maier. (Weitere Fotos vom Neubau finden Sie auf Seite 8)

GÜNTER BLANK

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus: Bad Windsheim, Neustadt/Aisch, Neustadt