Samstag, 20.04.2019

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Kranke Pappeln als Gefahr für Badegäste

Zehn Bäume auf der Liegefläche des Freibades werden gefällt – Neupflanzungen sind geplant - 01.02.2019 11:25 Uhr

Gerrit Lorrmann zeigt, wo die Krankheit am Stamm der Hybridpappel Spuren hinterlassen hat. © Foto: Claudia Lehner


Hybridpappeln, eine spezielle Züchtung, gibt es viele in der Kurstadt. Wie Lorrmann erklärt, waren sie nach dem Zweiten Weltkrieg zur Holzgewinnung gepflanzt worden. Mächtige Bäume sind daraus herangewachsen, rund 35 Meter hoch. Was in etwa dem Dreifachen eines dreistöckigen Hauses entspricht.

Viele von ihnen sind krank. Das ist sicher, doch welcher Erreger genau sie infiziert hat, ist unklar. Bereits im vergangenen Jahr waren Proben gezogen worden, doch konnte laut Lorrmann nichts nachgewiesen werden. Nun wurde erneut eine Pappel gefällt und beprobt. In zwei bis drei Wochen rechnet Lorrmann mit dem Ergebnis.

Wie immer dieses auch ausfällt: Zehn Pappeln auf der Liegefläche im Freibad müssen gefällt werden. Daran lassen Lorrmann, sein Kollege Markus Stange sowie Stadtbaumeister Ludwig Knoblach keinen Zweifel. Das geschehe "nicht aus Jux und Tollerei", betonte Knoblach, sondern sei einfach nötig. "Es ist irreparabel", macht Lorrmann noch einmal deutlich, dass sich die Bäume nicht mehr erholen werden.

Ohnehin neigten Pappeln zu Grünbruch, sagt der Stadtbaumeister. Das sei im vergangenen Jahr bei der extremen Trockenheit auch vorgekommen, wie Lorrmann ihm beipflichtet. Schon damals waren aus Sicherheitsgründen Sperrungen im Freibad nötig gewesen. Unter Grünbruch versteht man einen Ast, der grün, also lebendig aussieht und dennoch abbricht. Angesichts der Krankheit von 80 Prozent der Hybridpappeln im Freibad sei es zu gefährlich, sie stehen zu lassen. Wenn ein Ast mit 20 bis 30 Zentimetern abbreche und auf die darunter liegenden Badegäste falle, sei das extrem gefährlich.

Einkürzen bringt laut Lorrmann nichts, dann breite sich der Erreger nur schneller aus. Der dürfte aus der Gattung der Phytophthora stammen, doch Genaueres ist noch unklar. Lorrmann zeigt an dem gefällten Stamm, wie sich die Krankheit auswirkt. Die Schicht, in der Nährstoffe zu den Wurzeln transportiert werden, ist durch den Befall aufgefasert, verfault, wie Lorrmann erklärt. Das sei auch zu riechen. So funktioniert der Nährstofftransport nicht mehr. An manchen dunklen Stellen der Borke ist das zu sehen, an denen Flüssigkeit austritt.

Zehn Bäume im Freibad sollen gefällt werden. Das muss bis zum 1. März entsprechend dem Naturschutzgesetz erledigt sein und sollte laut Lorrmann noch bei Frost passieren, um den Boden nicht zu sehr zu schädigen.

Die Pappeln auf freier Flur könne man stehen lassen, sagt der Baumpfleger, und abwarten. Und auch im Freibad bleiben noch Pappeln erhalten. Die Lücken werden wieder aufgefüllt, mit anderen Bäumen. Knoblach zeigt eine Karte, in der bereits die Nachpflanzungen eingezeichnet sind. Zum Teil sind sie näher am Becken geplant, um dort Schatten zu spenden, aber auch auf dem angrenzenden Jugendzeltplatz. 

CLAUDIA LEHNER

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