Freitag, 29.05.2020

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Kreismusikschule: Einzelunterricht geht wieder los

Auflagen zum Schutz vor dem Coronavirus müssen beachtet werden. - 12.05.2020 13:00 Uhr

Lehrerin Madeleine Lobig hat für die Proben mit ihrem Kinderchor ein Meeting-Tool genutzt. © Foto: Privat


Zeitlich gestaffelt soll der Unterricht der einzelnen Fachbereiche wieder aufgenommen werden, erklärt Kreismusikschulleiter Wolfgang Schniske. Erst starten die Tasten-, Schlag- sowie die Zupf- und Saiteninstrumente. Für die Bereiche Gesang und Bläser werden noch weitere Trennwände benötigt, wie man sie aus dem Einzelhandel kennt.

"In unseren eigenen Räumen ist schon alles vorbereitet", erklärt Schniske, dort begann der Unterricht gestern. Im Laufe der Woche will Schniske Regelungen mit den umliegenden Schulen treffen, in denen sonst auch Unterricht der Kreismusikschule stattfindet. Um die Sicherheit zu gewährleisten, müssen Auflagen eingehalten werden.

Das sieht so aus: Der Lehrer öffnet den Unterrichtsraum, davor und danach müssen die Hände gewaschen werden, die Abstandsregeln sind stets einzuhalten. "Beim Klavierunterricht ist das problematisch", sagt Schniske, da müsse nun alles aus der Distanz heraus erklärt werden. Um auf die Regeln hinzuweisen, werden Markierungen und Schilder angebracht.

Mund-Nasen-Schutzmasken müssen beim Gitarrenunterricht getragen werden. Auch die Raumgröße muss passen, so dass ständig der Abstand gewahrt werden kann. "In unseren eigenen Räumen ist das gegeben." Nur Kinder unter sechs Jahren dürfen eine weitere Person zum Unterricht mitbringen – ansonsten dürfen nur ein Schüler und Lehrer anwesend sein.

Digital Kontakt halten

Schniske ist froh, dass es nun wieder losgehen kann. Während die Musikschule geschlossen war, wurden zwar die digitalen Möglichkeiten genutzt, um Kontakt zu den Schülern zu halten. "Bei manchen war das schwierig", sagt Schniske aber besonders in Bezug auf jüngere Kinder. Die Lehrer schickten zum Beispiel Arbeitsaufträge per E-Mail oder Übungsvideos an ihre Schüler. Unterricht wurde über entsprechende Online-Tools abgehalten und auf einem eigens eingerichteten Youtube-Kanal wurden Tutorials eingestellt. Zum Problem bei der Kommunikation über digitale Medien wurde ab und an die sogenannte Latenz, die Zeitverzögerung zwischen Sender und Empfänger.

"Ensemblestunden über das Internet waren nur bedingt möglich", erklärt Schniske. Eine Lösung dafür entdeckte Lehrerin Madeleine Lobig: Der fränkische Sängerbund hatte eine Anleitung für ein Meeting-Tool zur digitalen Chorprobe angeboten, welches sie dann für ihren Kinderchor an der Musikschule verwendete. So war es zwar nicht möglich zeitgleich zu singen, aber zumindest gab es eine gemeinsame Probenzeit. Auch das Lehrerkollegium hat sich zu einer digitalen Konferenz getroffen, um gegenseitige Erfahrungen auszutauschen.

Dass der Musikunterricht für Kinder hilfreich bei der Verarbeitung ihrer Gedanken in der Corona-Lage sein kann, zeigt die Geschichte von Luis. Seine Hausaufgabe lautete: Schreibe Deinen ersten Song. So entstand eine Geschichte, die er, begleitet von Bruder Leonhard an den Bongos und seiner Mutter am Gesang, zum Besten gab. "Es war einmal ein Drachen namens Dragon. Der war so furchtbar traurig, weil er nicht in die Schule gehen und seine Freunde treffen konnte, wegen dem bösen Coronavirus. Doch mit Geduld und Spucke besiegte er Corona. Da konnte er wieder in die Schule und seine Freunde treffen."

Anna Franck

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