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Donnerstag, 22.10.2020

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Kunst aus über 30 Jahren: Neue Galerie öffnet in Burgbernheim

Verschiedene Stile und Motive finden sich in der Galerie von Irmtraud Schmidt-Hartung - 03.10.2020 06:00 Uhr

Motive wie der Seilersturm oder die Roßmühle sind in der Galerie von Irmtraud Schmidt-Hartung unter anderem zu finden.

© Foto: Christine Berger


Kunstwerke aus über 30 Jahren vereinen sich auf einer Fachwerkwand in der Galerie von Irmtraud Schmidt-Hartung und geben einen Eindruck von ihrer Vielseitigkeit. In der gegenüberliegenden Ecke hat sie ihrer neuen Heimatstadt Burgbernheim ein eigenes kleines Abteil eingerichtet mit dem Seilersturm, der Roßmühle und den früheren Kirchenglocken der Kirche St. Johannis.

Mit ihrem Grafik-Design-Studium wollte Schmidt-Hartung ursprünglich der Kunst einen größeren Stellenwert einräumen, unter anderem illustrierte sie Kinderbücher. Dann aber nahm sie ein Studium der Erziehungswissenschaften auf und unterrichtete fortan. Zuletzt wirkte sie an einer Montessorischule in Erlangen, die Kunst blieb dabei "immer im Hinterkopf", erzählt sie.

So wagte sie mit Ende 50 den Sprung in die Selbstständigkeit, der sie mit ihrem Mann vor zwei Jahren nach Burgbernheim führte. Da die räumlichen Kapazitäten an ihrem bisherigen Wohnort an Grenzen stießen, machten sie sich auf die Suche nach Atelier- und Galerieräumen, "die Kreise sind immer größer geworden", bis sie sich in eine frühere Hofstelle an der Wassergasse verliebten. Rund zwei Jahre dauerte der Umbau, im Frühjahr zogen sie ein.

Kreatives Zentrum

Seitdem liegt für Schmidt-Hartung nur eine Türe zwischen ihren Wohnräumen und ihrem kreativen Zentrum, das in einem ehemaligen Stall Platz gefunden hat. An diesen erinnert bestenfalls noch eine Fachwerkwand, die in Teilen sichtbar blieb und im oberen Stockwerk Bildern verschiedener Stilrichtungen Platz gibt.

Litographien hängen dort neben Aquarellen, später arbeitete Schmidt-Hartung verschiedene Materialien ein, dann begann sie zu schneiden. Im wahrsten Sinne des Wortes: Farbflächen zerschnitt sie und setzte die Elemente zu Kunstwerken zusammen. Ein Ausstellungsbesuch mit Werken, die der Künstler mit der Hand anstelle eines Pinsels geschaffen hatte, inspirierte sie dazu, die Schere künftig wegzulassen, seitdem reißt sie das von ihr bemalte Papier.

Die dadurch entstehenden, weißen Reißkanten sieht sie als zusätzliches Gestaltungselement, hinzu kommt eine gewisse Dreidimensionalität, wenn verschiedene Schichten übereinanderliegen. Grundlage ist ein Gemälde, das Schmidt-Hartung anhand eines Fotos gemalt hat. Ob das Kunstwerk am Ende wie das ursprüngliche Bild aussieht, ist offen, sagt die Künstlerin.

Verschiedene Stile

So vielseitig ihre Stile waren, so facettenreich sind auch die Motive, graphische Werke hängen neben Stadtansichten etwa aus Rothenburg, hinzu kommen Anregungen aus der Natur. Wegwarte, Weidenröschen und Leberblümchen hat Schmidt-Hartung eine besondere Optik gegeben, und "natürlich" den Burgbernheimer Streuobstbäumen. Die Stadt habe sie und ihren Mann von Anfang an angesprochen, sagt die Künstlerin, die das Mundart-Festival Edzerdla ebenso schon besucht hat wie jüngst ein Konzert in der Roßmühle.

Info: An den kommenden Sonntagen am 4., 11., 18. und 25. Oktober öffnet Irmtraud Schmidt-Hartung ihre Galerie an der Wassergasse 12a. Jeweils von 14 bis 17 Uhr kann sich coronakonform in kleinen Gruppen ein Eindruck verschafft werden.

CHRISTINE BERGER

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