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Mittwoch, 03.03.2021

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Kur im Kurpark ab 2024? Awo-Klinik soll erweitert werden

Der Stadtrat entscheidet darüber am Dienstag - 22.02.2021 10:00 Uhr

Die Stöcke im Beet und auf der Wiese zeigen die Dimensionen des geplanten Anbaus an die Klinik Zur Solequelle.

21.02.2021 © Foto: Claudia Lehner


Auf der Wiese und in den Beeten vor der Klinik Zur Solequelle der Arbeiterwohlfahrt (Awo) stecken orangefarben angesprühte Stöcke. Sie zeigen an, wo – so die Planungen genehmigt werden – bis Ende 2023 ein Anbau entstehen soll. Das Vorhaben ist durchaus heikel, ist doch ein Bau im und damit ein Verlust an Kurparkfläche nicht das, was die Stadt sich wünscht. In Vorbereitung auf die Stadtratssitzung am Dienstag gab es deshalb einen Ortstermin vor der Klinik, bei dem sich die Stadträte über die Pläne informieren konnten.

Das aktuelle Gebäude der Klinik für Mutter-Kind-Kuren ist rund 35 Jahre alt und der Wunsch nach einer Erweiterung oder einem Neubau deshalb nicht neu. Seit Jahren wird nach einer guten Lösung gesucht. Bereits in der Amtszeit von Bürgermeister Bernhard Kisch gab es wie berichtet immer wieder Gespräche, waren mögliche Bauplätze diskutiert und wieder verworfen worden. Wie Dritter Bürgermeister Ronald Reichenberg auf Nachfrage von Kisch noch einmal klarstellte, habe man nochmals nach Alternativen gesucht, aber die Grundstücke zu den anderen drei Seiten des Gebäudes seien nicht verfügbar.

Die Zeit drängt, das machte Sonja Borzel vom Vorstand des Awo-Bezirksverbands Ober- und Mittelfranken deutlich. "Heuer muss eine Entscheidung fallen, sonst sind wir raus", betonte sie unter anderem mit Hinblick auf ein Förderprogramm. Mit rund zehn Millionen Euro ist die Investition für die Awo ein sehr großes und wichtiges Projekt.

Breiteres Angebot

Mit dem Teilneubau will die Klinik ihr Angebot erweitern. 50 Plätze für Mütter (bislang 36) und 80 Plätze für Kinder (50) werden dann zur Verfügung stehen. Die Gesamtzahl der Belegbetten erhöht sich von 86 auf 120. Auch weitere Arbeitsplätze werden geschaffen, wie Borzel erklärte. Damit können neue Angebote gemacht werden. Die Klinik habe bereits eine zusätzliche Spezialisierung in Richtung Trauerarbeit. Nun kämen als neue Zielgruppe Patientinnen in Pflegeverantwortung sowie Mütter mit Kindern mit erhöhtem Betreuungsaufwand hinzu.

Architekt Reinhard Graf stellte die "Grobplanung" für das Projekt vor. Das Bestandsgebäude, in dem sich Apartments und Therapieräume befinden, wird komplett saniert. Im zweigeschossigen direkten Anbau auf der Nordwestseite sollen die Räume zur Betreuung von Krippen-, Kindergarten- und Hortkindern untergebracht werden.

Der Erweiterungsbau in Richtung Kurpark wird drei Geschosse haben, jedoch nach oben verjüngt und versetzt, sodass er sich harmonisch in den Kurpark einfüge. Dort entstehen unter anderem Betreuungs- und ein Mehrzweckraum. Der Neubau wird mit einem Gang angebunden, alle Ebenen per Aufzug barrierefrei erreichbar sein. Dreiviertel der bisherigen Fläche kommen dazu: etwa 840 Quadratmeter.

Zu lösende Probleme

In der sich anschließenden Diskussion wurde klar, dass es noch Probleme zu lösen gibt. Mit dem Landesamt für Denkmalpflege – der Kurpark ist denkmalgeschützt – sei man in Kontakt, sagte Graf, der sich optimistisch zeigte, dass dieses zustimmt. Noch ungelöst ist das Problem ausreichender Parkplätze. Das ist eine "Bedingung von uns", stellte Bürgermeister Jürgen Heckel klar.

Und spielte verschiedene Szenarien durch, auch im Zusammenhang mit der Landesgartenschau Trotz einiger Bedenken: "Augen zu und durch", fasste er den Stand zusammen. "Bei der Bauplanung reden wir noch ein deutliches Wort mit", betonte er, plädierte aber für grundsätzliche Zustimmung.

Laut Borzel ist das Konzept vom Bundesfamilienministerium bereits als förderfähig anerkannt. Bis Ende des Jahres soll eine genehmigungsfähige Planung auf dem Weg sein, dann könnte 2022 die Umsetzung beginnen. Sie blickt zum Architekten hinüber: "Eineinhalb Jahre?" "Zwei Jahre in drei Bauabschnitten", lautet Grafs Prognose. Ende 2023, hofft Borzel, könnte der Anbau stehen.

CLAUDIA LEHNER

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