Landesgartenschau 2027: "Das Feuer muss am Brennen bleiben"

12.5.2021, 06:00 Uhr
Das westlich des Kurparks gelegene Areal der Alten Schäferei soll einer der Schauplätze der Landesgartenschau werden.

Das westlich des Kurparks gelegene Areal der Alten Schäferei soll einer der Schauplätze der Landesgartenschau werden. © Foto: Günter Blank

"Es war harmonisch, es war zielführend, es war sehr gut." Bürgermeister Jürgen Heckel ist zufrieden mit Verlauf und Ergebnis der Zusammenkunft der Stadtratsfraktionen, an deren zweitem Tag mit Vertretern der Bayerischen Landesgartenschau-GmbH und des Umweltministeriums wichtige Weichenstellungen für die Ausrichtung der Landesgartenschau 2027 erfolgten.

Gearbeitet wurde demnach zum Beispiel an der Erstellung eines Kriterienkatalogs für die Ausschreibung des "Landschaftsarchitektonischen Realisierungswettbewerbs". Vier Arbeitsgruppen, alle "bunt gemischt", haben laut Heckel Ideen erarbeitet, bei der anschließenden Präsentation der Ergebnisse sei zumindest in den Kernfragen eine "sehr hohe Deckungsgleichheit" erkennbar gewesen. Andrea Gebhard, deren Büro mahl gebhard konzepte maßgeblich die Bewerbung der Stadt um die Landesgartenschau konzipiert hatte, wird die Ideensammlungen nun sichten, aufbereiten und in einen Kriterienkatalog zur Ausschreibung gießen, welcher wiederum in einigen Wochen dem Stadtrat und – so Jürgen Heckels Wunsch – auch der Bürgerschaft vorgestellt werden soll.

Schauplätze "gesetzt"

Was die Schauplätze der Gartenschau angeht, gelten laut Heckel einige als "gesetzt". Phoenix-Reisemobilhafen und Stadtgärtnerei gehören ebenso dazu wie Kurpark, Wallgräben, Alte Schäferei sowie die jeweiligen Verbindungsachsen zum Bahnhof. Daneben sollen bestehende Flächen aufgewertet und strukturelle Verbesserungen erzielt werden.

Bezüglich der Erwartungen an eine direkt mit der Landesgartenschau einhergehende Entwicklung der Altstadt tritt der Heckel etwas auf die Euphoriebremse, hier sei offenbar eine etwas überhöhte Erwartungshaltung entstanden. Die Altstadt parallel zu entwickeln und aufzuwerten, sei wünschenswert und werde angestrebt, allerdings über "andere Fördertöpfe", da dies nicht Aufgabe der Landesgartenschau sei. Verstärkt in den Fokus rücken will Jürgen Heckel den Sektor Gesundheit, Tourismus und Freizeit, unter Hervorhebung der Bad Windsheimer Sole. Für ihn ist dies "das zentrale Thema dieser Stadt". Ambition müsse es sein, in die Spitze der bayerischen Heilbäder aufzusteigen. "Eine entscheidende Rolle" spielen für ihn bei alledem die Aspekte Ökologie und Nachhaltigkeit, sagt er.

Die nach wie vor ausstehende Gründung der lokalen Durchführungsgesellschaft – sie besteht in der Regel zu 60 Prozent aus Vertretern der Stadt, die anderen Mitglieder stellt die Bayerische Gesellschaft – war laut Heckel am Wochenende nur am Rande ein Thema. Sein persönlicher Vorschlag sei der, dass jede der sechs Stadtratsfraktionen einen Vertreter in ein zehnköpfiges Gremium entsendet. Unbeantwortet ließ Heckel einmal mehr die Frage nach dem Geschäftsführer der Gesellschaft. Noch sei auch nicht geklärt, welches Gremium diesen bestimme.


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Teilnehmer der Zusammenkunft vom Samstag waren neben den Ratsfraktionen und Vertretern der Stadtverwaltung seitens der Bayerischen Landesgartenschau GmbH deren Geschäftsführer Martin Richter-Liebald, sein Stellvertreter Gerhard Zäh und Petra Pintscher, die als Moderatorin fungierte, sowie Karl-Friedrich Barthmann vom bayerischen Umweltministerium.

Vertiefende Planungen

Wie geht er weiter, der lange Weg zur Landesgartenschau 2027? Bürgermeister Jürgen Heckel rechnet damit, dass Anfang 2022 die Ergebnisse des Wettbewerbs vorliegen, die Jury die Sieger auswählen kann. Dann könne man in die vertiefende Planung gehen und die ersten Baumaßnahmen in Angriff nehmen. Heckel hofft, die Motivation hochhalten zu können. "Das Feuer muss am Brennen bleiben", sagt er. Doch bis jetzt ist der Bürgermeister diesbezüglich guter Dinge, denn wie stellte er doch im Rückblick auf das Arbeitswochenende fest: "Da will jeder, das hast du gemerkt."

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