Landesgartenschau in Bad Windsheim: Die nächsten Schritte folgen

8.5.2021, 06:00 Uhr
Der Landschaftssee im Landesgartenschaugelände in Ingolstadt ist nicht nur bei Sonnenuntergang ein Blickfang.

Der Landschaftssee im Landesgartenschaugelände in Ingolstadt ist nicht nur bei Sonnenuntergang ein Blickfang. © Foto: Lea Rochus/Landesgartenschau 2020

Bunte Blütenmeere, Wasserspielplätze, Landschaftsseen und Obstbäume – seit zwei Wochen läuft die Landesgartenschau 2020 in Ingolstadt. In sieben Jahren soll es in der Kurstadt soweit sein. Die Vorbereitung für die Landesgartenschau 2027 weiter voranzubringen, ist nun Sinn und Zweck zweier nicht öffentlicher Zusammenkünfte der Mitglieder der Stadtratsfraktionen im Kur- und Kongress-Center. Blieben diese am Freitag ab 18 Uhr mit Vertretern der Verwaltung unter sich, so stoßen am Samstag die Repräsentanten der Bayerischen Landesgartenschaugesellschaft um deren Geschäftsführer Martin Richter-Liebald sowie Vertreter beteiligter Ministerien und weitere geladene Fachleute dazu.

Das Treffen (9 bis 15 Uhr) bildet gewissermaßen die Auftaktveranstaltung zur Umsetzung der bisher erarbeiteten Planung, nachdem der erstmals im Sommer 2020 angesetzte gemeinsame Workshop wegen der Corona-Pandemie mehrmals hatte verschoben werden müssen.

Die Form der interfraktionellen Zusammenkunft wurde laut Bürgermeister Jürgen Heckel zum einen gewählt, weil Workshops derzeit nicht zulässig sind, und zum anderen, weil bei dieser – im Gegensatz zu einer Stadtratssitzung – auch jene Räte Mitspracherecht genießen, die in anderer Funktion bei dem einen oder anderen Punkt als Beteiligte gelten würden und sich heraushalten müssten.

Zentraler Punkt beider Sitzungen wird laut Jürgen Heckel die Vorbereitung der Ausschreibung des "Landschaftsarchitektonischen Realisierungswettbewerbs" sein. Erfolgen wird diese auf Basis der vom Büro mahl gebhard konzepte erstellten, erfolgreichen Bewerbung für die Landesgartenschau, die in dem Prozess der weiteren Planung als modifizierbare Ideenskizze zu verstehen sei.

Zudem dürfte es auch um die Gründung der sogenannten Durchführungsgesellschaft gehen, welche zu 60 Prozent von der Stadt, zu 40 Prozent von der Landesgartenschaugesellschaft besetzt wird. Insbesondere ist hier von beiden Seiten ein Geschäftsführer zu benennen. Diesbezüglich hält sich Bürgermeister Heckel noch bedeckt. Ein Name, der in jüngster Zeit wiederholt gefallen ist, ist der des Geschäftsleitenden Beamten der Verwaltung: Jürgen Boier.

Zunächst müsse auch geklärt werden, wer den städtischen Geschäftsführer überhaupt bestimme – der Stadtrat oder die neue Gesellschaft, so sie denn erst einmal existiert und sich ein Aufsichtsrat konstituiert hat. Vonseiten der Landesgartenschaugesellschaft ist immerhin bekannt, wer deren Geschäftsführerposten in der neuen nicht übernimmt: Martin Richter-Liebald, wie er gestern der WZ sagte.

Bürgerbeteiligung vorbereiten

Doch das ist nicht alles, was sich in den vergangenen Monaten pandemiebedingt an Arbeit aufgestaut hat. Auch die in dem Verfahren vorgesehene Bürgerbeteiligung will vorbereitet werden, und nicht zuletzt bedarf es eines Rahmenplans – "damit klarer wird, wo denn die Flächen für die Landesgartenschau vorgesehen sind und welches konkrete städtebauliche und freiräumliche Gesamtkonzept am ehesten dauerhaft zur Aufwertung des Kurortes beitragen kann", wie es Gerhard Zäh, Vorsitzender des Fachbeirats der Bayerischen Landesgartenschauen, vergangenes Jahr formuliert hatte.

In Ingolstadt ist das alles lange geschehen, dort sind nach der rein digital übertragenen Eröffnungsfeier pro Tag 2500 Besucher erlaubt, wie Stefanie Kraus von der Presseabteilung der Gartenschaugesellschaft 2020 auf Nachfrage erklärte. 14.000 Gäste kamen in den knapp zwei Wochen "Wir sind mit den ersten Tagen sehr zufrieden", sagte Kraus. "Die Lust nach Abwechslung ist sehr groß bei den Leuten. Und wir sind froh, dass das Konzept gut ankommt." Ein solches muss für Bad Windsheim nach dem nächsten Schritt, der Gesellschaftsgründung, in den kommenden Jahren gefunden werden.

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