Landesgartenschau in Bad Windsheim: Konkrete Ideen sind gefragt

12.6.2021, 06:00 Uhr
Der Apothekergarten: eine der vielen Nutzungen im Kurpark, die es zur Landesgartenschau miteinander zu verbinden gilt.

Der Apothekergarten: eine der vielen Nutzungen im Kurpark, die es zur Landesgartenschau miteinander zu verbinden gilt. © Archiv-Foto: Stefan Blank

Das Kurviertel sei "die Grundlage für die Landesgartenschau", betonte Architektin Andrea Gebhard am Donnerstagabend in der Sitzung des Stadtrates. "Es ist aber auch ein Ort, der viele Fragen aufwirft." Auch bei den Stadträten.

Andrea Gebhard vom Büro m-g-k stellte das fortgeschriebene Planungskonzept für das Event im Jahr 2027 vor, in das Anregungen aus einem Workshop der Stadträte mit Vertretern der bayerischen Landesgartenschau-Gesellschaft einflossen. Das Konzept, das der Rat einstimmig absegnete, ist nun Basis für die Ausschreibung eines Realisierungswettbewerbes.

Der Fokus wird zunächst – was die Räte auch hinterfragten – auf dem Norden der Stadt mit Kurpark, Kurviertel und der sogenannten Fläche Ost bis hin an den Rand von Külsheim liegen, sagte Gebhard. Der Kurpark als wichtiges Element der Gartenschau verfüge bereits über viele Nutzungen – vom Minigolfplatz bis zum Streichelzoo –, aber auch Probleme: "Als ich das erste Mal hier durchgelaufen bin, war mir klar: Da muss eine Ordnung her." Zentrale Frage: "Kann man aus diesen Fragmenten etwas großes Ganzes machen?"

Es gehe bei allen Überlegungen darum, Wegeverbindungen zu schaffen, die Aspekte Landschaft und Naturschutz sowie Freizeit und Erholung zu fördern sowie eine städtebaulich sinnvolle Entwicklung zu garantieren. Deshalb müsse allen klar sein: "Da gibt es Bereiche, die ganz stark gestaltet werden." Das mag zunächst abschrecken, sei aber nötig.

Der Kurpark werde nun von Süd nach Nord in vier getrennten Bereichen betrachtet: den Eingangsbereich, den bebauten Bereich (eine Problemzone), den zentralen "ganz wichtigen Bereich" und im Norden den landschaftlichen Bereich. Hier müssten unterschiedliche Ansätze her, damit "neue Strukturen entstehen".

Das sogenannte Zentrum Kurviertel – mit den Kliniken, Kongress-Center, Therme und Hotels – betrachte Gebhard ganzheitlich. Hier seien "Öffnungen" des Raumes dringend nötig. Ihr erste Gedanke sei einst gewesen: "Herrschaftszeiten! Das wird nicht ganz einfach." Der Fokus hier läge auf städtebaulicher Entwicklung.


Landesgartenschau in Bad Windsheim: Die nächsten Schritte folgen


Ganz anders sei das wiederum auf der Fläche Ost, eine "wenig gestaltete Fläche". Dort würden interessanterweise Bäume und Sträucher fehlen. Ein zentrales Ziel hier sei die Renaturierung des Kühwasengrabens. Am Rande nannte Gebhard noch die zu gestaltende Verbindung von Altstadt zu Kurviertel sowie den "Gartenkranz" rund um die Altstadt. Also den Wallgraben, in dem "Freizeitinseln" entstehen sollen. Bürgermeister Jürgen Heckel nahm den Ball auf und betonte sogleich: Die Landesgartenschau spiele sich im Norden ab, "aber in der Altstadt nicht". Da der Stadtrat sich dort aber auch Entwicklungen wünsche, sei das eine zusätzliche Aufgabe. "Das wird sehr, sehr viele Haushaltsmittel binden."

Gerhard Koslowski (WiR) meinte, man habe eine gewisse Erwartung geschürt hinsichtlich der Altstadt, doch "da haben wir wenig gehört". Zwar gebe es seitens der Stadt bereits ein Begrünungskonzept, doch da müsse noch mehr kommen. Gebhard meinte, die Altstadt müsse man gesondert betrachten und das sei auch Teil der Überlegungen. "Das Urbane haben wir immer mit drin."

"Nicht ganz einfach"

Rainer Volkert (CSU) fragte nach einer Bewertung der geplanten Erweiterungspläne der Awo-Klinik, die – wir berichteten – im Kurpark einen An- und Neubau plant. "Das ist nicht ganz einfach", sagte Gebhard. Man müsste sich mit den Verantwortlichen noch einmal zusammensetzen, was aber für alle "Player" – also auch die Betreiber der anderen Kliniken und weiterer Einrichtungen – gelte.

Eberhard Gurrath (FWG) vermisste Überlegungen für die recht langen Distanzen, die Gäste der Gartenschau zurückzulegen hätten. Gebhard betonte, dass man ja eigentlich "kurze Wege" schaffen wolle, entlang derer die Gäste viel erleben könnten.

Im Wettbewerb sollen Planungsbüros nun konkrete Ideen vorbringen. Im Frühjahr 2022 sollen die Ergebnisse feststehen. In nicht öffentlicher Sitzung hat der Rat außerdem die Vertragswerke für die Durchführung der Landesgartenschau vorberaten, berichtete Heckel im Nachgang gegenüber der WZ. Die Verträge gelte es in zwei Wochen zu beschließen. Im Anschluss könne die Landesgartenschau-Gesellschaft der Stadt gegründet werden.

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