Samstag, 07.12.2019

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Landfrauen feierten in Gollhofen

Besinnliches, heiteres und auch nachdenkliches Beisammensein - 04.12.2019 12:22 Uhr

Kreisbäuerin Renate Ixmeier (r.) und ihre Stellvertreterin Petra Vicedom (l.) überreichten die aufgerundete Saalspende des Landfrauentages an das AWO-Heim "Zur Solequelle". © bbv


Diese waren beim Landfrauentag gesammelt worden und werden in dem Heim, in dem Kuren des Müttergenesungswerkes angeboten werden, für weiteres Inventar und Spielsachen verwendet. Die "Landfrauenstimmen" unter der Leitung von Erwin Mari und eine Lesung über die Geschichte und Entwicklung des Weihnachtsfestes und Bräuchen in Ländern rund um die Welt, begleitet von der Akkordeonistin Evelyn Borchard aus Nürnberg prägten stimmungsvolle Stunden in wiederum schöner vorweihnachtlicher Atmosphäre.

In die brachten Siggi Schilmeier und Brigitte Sulzer mit ihren originellen Erzählungen von zwei Hochzeiten mit dem Blick ins Eheleben und zwei Beerdigungen eine heitere Note. Die beiden Mesnerinnen aus Veitsbronn, die durch ihre Führungen und Auftritte zur Kirchenrenovierung beitragen, blickten im "Färder"-Dialekt in die Frankenseele. Das Veitsbronner Bauerntheater verdankt Siggi Schilmeier seine Geschichten. Man müsse bei den jährlichen Meistertreffen immer aufpassen, was man sage, um nicht Stoff für die Geschichten zu liefern, die sie mit viel Humor zu Papier bringe, wie Renate Ixmeier in der Moderation Schilmeiers Talent beschrieb.

Nachdenklich blickte die Kreisbäuerin auf das Jahr 2019 zurück, in dem das mit heißer Nadel gestrickte Begleitgesetz in Folge des Volksbegehrens "Rettet die Bienen" die Bauernfamilien hart getroffen habe. "Kaum eine andere Branche wird durch das Begleitgesetz so reglementiert, wie wir Bauern", die alleine für den Rückgang der Artenvielfalt und den Klimawandel verantwortlich gemacht würden. Sie hätte sich gewünscht, dass auch die Kommunen etwa durch verpflichtendes Mähen statt Mulchen oder Eindämmung der Lichtverschmutzung ebenso mehr in die Pflicht genommen worden wären, wie jeder Einzelne mit seinem Handel, so Ixmeier, die "sehr "schade findet, dass eine Gesamtverantwortung der Gesellschaft nur auf einen Berufsstand geschoben wird".

Gemeinsam für mehr Wertschätzung kämpfen

So wie dies auch mit dem sogenannten "Agrarpaket" geschehe, da man der Landwirtschaft aufbürde und das Fass zum Überlaufen bringe, wie in einer nicht für möglich gehaltene Solidarität unter den Landwirten 40.000 Menschen in Berlin ihrem Unmut Luft gemacht hätten. Es gelte, weiter auf die Straße zu gehen und "gemeinsam für einen gerechten Umgang mit unserer Leistung zu kämpfen, für mehr Wertschätzung unserer Arbeit und weniger Bauernbashing, das momentan in zu sein scheint", so die Kreisbäuerin.

Schließlich wisse man, dass es ohne Bauern schon lange nicht mehr die Artenvielfalt gebe, wie man sie kenne und keine gepflegte Kulturlandschaft, ebenso wenig den Wald als Erlebens- und Erholungsraum für die Städter am Wochenende. Und mit importierten Lebensmitteln "nicht den Standard, den wir unseren Verbrauchern bieten". Vieles liege in der öffentlichen Wahrnehmung im Argen. Wenn man jedoch aufmerksam verfolge, was die letzten Wochen passiert sei, könne man auch die positiven Stimmen hören.

Auch der Abend, an dem man sich gemeinsam in die Adventszeit einstimmte, sollte nach Ixmeiers Wunsch dazu beitragen, "das WIR-Gefühl zu stärken und uns bewusst zu machen, dass Gott uns seine Schöpfung anvertraut hat und wir diese nach bestem Wissen und Gewissen behandeln und bewahren". So sollte der Blick auf 2020 mit der Zuversicht gerichtet sein, "dass der Druck auf die Bauern aufhört". Bürgermeister Heinrich Klein freute sich in seinem Grußwort, dass die Landfrauen in Gollhofen feierten und damit Gollhofen wieder einmal im Mittelpunkt stehen sollte. Bei der Landfrauenweihnacht konnten auch wiederum kunsthandwerkliche Arbeiten bewundert werden.

nb/hjm

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