Magna schluckt Getriebe-Hersteller Getrag: Kein Stellenabbau

16.7.2015, 22:07 Uhr
Mit Magna an der Seite stoße Getrag in eine ganz neue Dimension vor, sagte der Chef des bisherigen Familienunternehmens, Mihir Kotecha.

Mit Magna an der Seite stoße Getrag in eine ganz neue Dimension vor, sagte der Chef des bisherigen Familienunternehmens, Mihir Kotecha. © Hendrik Schmidt (dpa)

Im Kaufpreis enthalten sei eine Schuldenübernahme in Höhe von etwa 700 Millionen Euro. Insgesamt werde der mehr als 80 Jahre alte Familienbetrieb mit Stammsitz in Untergruppenbach in Baden-Württemberg mit 2,45 Milliarden Euro bewertet. Getrag stellte im vergangenen Jahr 3,9 Millionen Getriebe für Autos und Motorräder her.

Magna will die Übernahme von Getrag bis Ende 2015 abgeschlossen haben, heißt es in den Mitteilungen beider Unternehmen.  „Wir glauben, dass die Architektur von Getrags Produktlinien gut positioniert ist, um gegenwärtige und künftige Konfigurationen von Fahrzeugantrieben zu unterstützen”, teilt Magna mit. Insbesondere sei Getrag führend im Wachstumsmarkt der Doppelkupplungsgetriebe, von dem erwartet werde, dass er einer der Segmente mit dem global höchsten Wachstum über die nächsten zehn Jahre sein wird.
Technologieführer gut positioniert.

Getrag hat etwa 13.500 Mitarbeiter

Neben ihren im alleinigen Anteilsbesitz stehenden Betrieben verfügt Getrag über Gemeinschaftsunternehmen mit Ford sowie mit den chinesischen Automobilherstellern Jiangling und Dongfeng. Weitere Kunden von Getrag sind BMW, Daimler, Renault, Volvo und Great Wall. Mit den Gemeinschaftsunternehmen hat Getrag etwa 13.500 Arbeitnehmer und betreibt in neun Ländern 13 Zentren für die Herstellung sowie zehn für die Entwicklung seiner Produkte.

„Getrag ist ein Technologieführer auf dem Gebiet von Produkten, die unserer Ansicht nach gut positioniert sind, um von Trends in der Industrie zu profitieren, welche die Energieeffizienz in Fahrzeugen und einen geringeren Schadstoffausstoß vorantreiben”, wird Magna-Geschäftsführer Don Walker zitiert.
Ihm zufolge hätten auch die Gemeinschaftsunternehmen von Getrag  ein erhebliches Wachstumspotenzial in China, dem weltweit größten Automobilmarkt mit dem am schnellsten wachsenden Markt für Doppelkupplungsgetriebe.

„Mit dem neuen Eigentümer wird Getrag künftig noch robuster gegenüber Marktschwankungen. Wir werden die Chancen im Zusammenhang mit den Veränderungen in unserer Industrie optimal nutzen können“, wird Getrag-Chef Mihir Kotecha zitiert.

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