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Donnerstag, 18.07.2019

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Mazda beendet Carsharing in der Stadt

Personenwagen sind wenig gefragt, neuer Versuch mit Elektroauto ist in Planung, der Neunsitzer wird gut angenommen. - 26.06.2019 16:25 Uhr

Carsharing in Bad Windsheim: Während der Neunsitzer der Firma mikar (im Hintergund) gut ausgelastet ist, werden die zwei Mazda-Personenwagen so selten bewegt, dass direkt neben ihnen bereits Disteln sprießen. Die Konsequenz: Mazda hat den Vertrag gekündigt. © Günter Blank


Das Carsharing-Geschäft mit den beiden am Bahnhof der Kurstadt stationierten Personenwagen läuft so mäßig, dass die damit betraute Firma Choice den entsprechenden Vertrag mit der Stadt auf Weisung des japanischen Automobilkonzerns gekündigt hat. Ende August ist Schluss.

Während der Mazda CX5 und der Mazda 3 wenig genutzt werden, ist der ebenfalls am Bahnhof stationierte Renault Master des Deggendorfer Carsharing-Anbieters mikar häufig unterwegs. Rund 40 000 Kilometer hat der Neunsitzer im ersten Jahr zurückgelegt, sagt Bad Windsheims Haupt- und Ordnungsamtsleiter Bertram Strobel, zirka 200 Nutzer aus der Stadt und dem Umland hätten sich bei mikar registriert. Familien und Freundeskreise griffen ebenso gerne immer wieder auf die Möglichkeit zurück, mit nur einem Fahrzeug Ausflüge zu starten, wie Vereine und Sportgruppen.

Während es das Carsharing-Angebot mit dem Neunsitzer daher auch weiterhin geben wird, zieht Mazda seine Kleinflotte aus Bad Windsheim ab. "Strategische Gründe" habe Mazda genannt, Choice hätte dagegen laut Strobel gerne weitergemacht. Ersatzlos soll das Angebot freilich nicht wegfallen. Bertram Strobel ist bereits dabei, den Markt zu sondieren und alternative Angebote einzuholen. Allerdings soll das Anschlussprojekt unter anderen Vorzeichen stehen. Strobel verfolgt die keineswegs neue, aber mit den Mazda-Fahrzeugen nicht mehr umgesetzte Idee, einen Wagen im Umfeld der Franken-Therme zu stationieren. Geplant sei derzeit zwar nur noch ein Personenwagen, dafür soll es ein Elektroauto sein. Einen Standort habe er gemeinsam mit Oliver Fink von der Therme bereits ins Auge gefasst.

Auf Fallstricke achten

Wie im Wirtschaftsteil dieser Zeitung berichtet, hatte die Stiftung Warentest in ihrer Zeitschrift Finanztest von unterschiedlichen Geschäftsbedingungen bei den Carsharing-Anbietern berichtet und dabei auf einige Fallstricke verwiesen. Demnach verlangen manche Anbieter zum Beispiel ein absolutes Alkoholverbot am Steuer. Ebenso dürfe häufig nur der Vertragspartner selbst das Auto fahren.

In puncto Alkohol fand Bertram Strobel in den Geschäftsbedingungen von mikar keinen Passus, der eindeutig von den gesetzlichen Regelungen abweicht. Auf die Frage "Wer darf fahren?" gebe es bei mikar eine klare Antwort: Jeder, der bei dem Unternehmen registriert ist. Grundsätzlich empfiehlt es sich, zu allen Fragen, etwa der, ob die Kaskoversicherung auch im Falle grober Fahrlässigkeit einspringt, das Kleingedruckte des jeweiligen Anbieters genau zu studieren. 

Günter Blank

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