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Mit mobiler Bandsäge: Oldtimer neu im Freilandmuseum

Das Fahrzeug, mit dem Brennholz zersägt wurde, stammt aus den 1930er-Jahren - 10.07.2020 16:02 Uhr

Der Opel Blitz aus den 1930er-Jahren ist museumsreif. Einst fuhr er durch den Landkreis Schweinfurt zum Brennholz-Sägen. 

 

© Freilandmuseum Bad Windsheim


Dreißig Jahre lang fuhr Kurt Birkmeyer mit dem Lastwagen der Marke Opel Blitz, zu dem er selbst einen Sägeaufsatz gebaut hatte, zu seinen Kunden. Dort zersägte er vor Ort Brennholz in ofengerechte Stücke. Ab jetzt ist der Opel Blitz in der Scheune aus Weiltingen in der Ausstellung zur Landtechnik zu bewundern. Sobald er restauriert ist, soll er auch bei Techniktagen und dem Herbstfest vorgeführt werden.

Der Opel Blitz lief vermutlich in den späteren 1930er Jahren vom Band. In den 1960er-Jahren wurde das Fahrzeug zur mobilen Säge umgebaut. Auf der Suche nach Ersatz für das Vorgängerfahrzeug wurde Birkmeyer in Würzburg fündig: Hier war ein Berliner Pärchen auf dem Weg nach Paris mit einem Motorschaden liegengeblieben. Birkmeyer holte das zu dieser Zeit bunt bemalte Fahrzeug in Würzburg ab, verpasste ihm einen dunklen Anstrich, baute einen Güldner-Motor ein und die Säge auf.

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So fuhr Kurt Birkmeyer mit dem Blitz tagein, tagaus durch Sennfeld im Landkreis Schweinfurt und die umliegenden Dörfer. Um 1980 sank die Nachfrage nach den Sägedienstleistungen spürbar – viele Haushalte hatten auf Zentralheizungen umgestellt, die mit Öl oder Gas befeuert wurden. Heute freut sich das Freilandmuseum, seinen Besuchern ein Gerät mit einer derart kreativen Nutzungsgeschichte präsentieren zu können.

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