Montag, 18.11.2019

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Nach verkorkstem Start zur Sechziger-Party

Bad Windsheimer Bayernliga-Volleyballer zum Abschluss auf Platz drei – Tränen beim scheidenden Trainer - 26.03.2019 11:00 Uhr

Punkt für Punkt sammeln die Sechziger in den Sätzen zwei, drei und vier für den Dreier am Ende. © Foto: Frank Wiemer


Als Kapitän Marcel Geißbarth 22 Minuten nach dem ersten Aufschlag auf die Bank niedersank, und der scheidende Coach Xaver Frühwirth im schwarzen Hyänen-Shirt und orange-roten Schuhen ruhig, aber mit ernster Miene auf seine Spieler einredete, ehe sein Nachfolger Robert Auerochs übernahm und das Gleiche tat, war der unerfreuliche Teil des Abends beendet. Viel klappte nicht bei den Sechzigern in Durchgang eins. 21:25. "Die Luft war raus, in den ganzen letzten Wochen, auch im Training", fasste es Xaver Frühwirth zusammen.

Doch die Neuburger baggerten, hechteten und schmetterten nicht wie ein Absteiger im Stimmungstief. Es sah eher so aus, als wenn sie sich von der tollen Atmosphäre, für die 250 Zuschauer wieder sorgten, mitreißen ließen, nochmal Bayernliga in der Kurstadt genießen wollten. Frühwirth: "Ein unangenehmer Gegner, der es gut gemacht hat."

In Satz zwei kramte der Trainer seine Starting-Sechs wieder raus – und die Sechziger zogen das Tempo an. "Sie wollten unbedingt", sagt Frühwirth. Neuburg blieb mutig und risikofreudig, doch die Bad Windsheimer hatten nun keine Lust mehr auf eine Pleite, ehe es in die Sommerpause ging. So plätscherte das Spiel vor sich hin, die Fans sangen und trommelten und die Kurstädter punkteten fleißig bis zum 25:18.

Im dritten Satz ballte Xaver Frühwirth früh die Faust, reckte diese in die Luft und beschäftigte sich ausführlich mit seinen Wasserflaschendeckeln oder seinem Hyänen-Turnbeutel. 6:0. 10:6. Der Trainer, der den TVW lebt, wie wenige andere, verbrachte die Zeit mit verschränkten Armen, wahlweise auf seinem Schulklassenstuhl oder durch die Coaching-Zone tigernd. "Da geht einem schon das eine oder andere aus den letzten Jahren noch einmal durch den Kopf", sagt Frühwirth später.

Die Kulisse kocht. Die Zähler rasseln durch. Um 19.10 Uhr ist die Hyänen-Welt wieder in Ordnung. Ass Geißbarth 25:18. Der Rest war eine Party aus 25:22, Wunderkerzen, Knicklichtern, Tränen und Gänsehaut bei Xaver Frühwirth, Dankesworten und 20 Plakaten. Auf Geld von der Abteilung für die Abschlussfeier verzichtete die Mannschaft übrigens. "Dafür sollen lieber neue Bälle für die Jugend gekauft werden", sagte Robert Auerochs.

Das Licht wurde ausgeschaltet, die ganze Halle sang You’ll Never Walk Alone. "Ich habe gehofft, es bleibt länger dunkel", sagt Xaver Frühwirth. So blieb die eine oder andere Träne nicht geheim. "Es war wunderschön." Die Zuschauer skandierten minutenlang: "Xaver Frühwirth Trainerlegende."

Und die Hyänen grüßten mit einem Spruchband zurück: "Am 8. Tag erschuf Gott den TVW und am 9. seine Fans! Ihr seid die Besten!" Und Xaver Frühwirth genoss es sichtlich.

STEFAN BLANK

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