Donnerstag, 27.02.2020

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Neuhof: Acht-Jahres-Reha für die Zenn

Wasserwirtschaftsamt strebt ökologische Verbesserung des Flusses und der Nebengewässer an. - 05.09.2019 09:00 Uhr

Senta Möbius, Dr. Gabriele Trommer und Andreas Lebender (von links) erläutern am Zennufer die Vorhaben des Wasserwirtschaftsamtes. © Foto: Helmut Meixner


Zu den Gewässern, sowohl der zweiten als auch der dritten Ordnung, zählt auch die Zenn mit ihren Zuflüssen Kemmathbach, Steinbach, Weihergraben Selingsbach, Ulsenbach, Erlach und Fembach. Laut Ergebnissen der Bestandsaufnahme wurden hier beispielsweise die Fischbestände nur mit "mäßig" bewertet. Ein weiteres Problem stellt der hohe Nährstoffgehalt (Nitrat, Phosphor) in den Gewässern dar, welcher unter anderem zu einer übermäßigen Algenblüte führen kann.

Mit der in Europa verbindlich geltenden Wasserrahmenrichtlinie (WRRL), sollen Grundwasser, Flussgewässer und Seen sowie die an sie angrenzenden Feuchtgebiete wieder naturnah hergestellt und in einen "guten Zustand" versetzt werden. Um besagtes Ziel zu erreichen, kommt nicht nur auf die Behörden, sondern auch auf die Kommunen die zentrale Aufgabe zu, die Bedingungen für Fische und Wasserlebewesen wie etwa Muscheln, Krebse oder Libellen grundlegend zu verbessern. Ziel ist es aber auch, Verschmutzungen durch belastende Stoffe und Nährstoffe, wie man sie in der Gülle antrifft, zu reduzieren.

Die notwendigen Maßnahmen zur Verbesserung der Gewässerökologie in der Zenn und ihren Nebengewässern wurden seitens des Wasserwirtschaftsamtes Ansbach in einem Umsetzungskonzept formuliert. Dieses umfasst die Zenn von ihrem Ursprung bei Obernzenn bis zur Einmündung des Weihergrabens bei Neuhof, alle Nebengewässer eingeschlossen.

Die aktuelle Bewertung und Einstufung des besagten sogenannten Flusswasserkörpers zeigt einen "mäßigen ökologischen Zustand", so das Wasserwirtschaftsamt. Das Ziel des "guten ökologischen Zustands" soll bis zum Jahr 2027 erreicht werden.

Zu den ins Auge gefassten Maßnahmen zählen, den Worten des Sachgebietsleiters für Gewässerentwicklung, Andreas Lebender, und der Biologin und Fachgebietsleiterin Dr. Gabriele Trommer zur Folge, unter anderem der Erwerb von Uferstreifen als Puffer gegen Nährstoffeinträge, die Wiederherstellung der Durchgängigkeit der Flussläufe, welche das Wandern der Fische erleichtern soll, oder die Entwicklung naturnaher Ufer mit einem lichtdurchlässigen Gehölzbestand. Aber auch die weitere Ausbreitung des gebietsfremden Signalkrebses soll verhindert werden. Der nämlich überträgt nicht nur die Krebspest, sondern kann allgemein "negativen Einfluss auf die heimische Gewässerfauna und -flora haben".

Zur der Beteiligung der Öffentlichkeit stellt das Wasserwirtschaftsamt seine Planungsunterlagen allen Interessierten im Internet zur Verfügung. Zudem besteht die Möglichkeit, sich zu den geplanten Maßnahmen zu äußern. Hinweise und Anregungen zu den Planungen können noch bis Ende September an das Wasserwirtschaftsamt, Dürrnerstraße 2, 91522 Ansbach, oder per E-Mail an poststelle@wwa-an.bayern.de gesendet werden. Die Planunterlagen gibt es im Internet auf der Seite www.wwa-an.bayern.de unter den Rubriken "Flüsse und Seen" und "Umsetzungskonzepte WRRL".

HELMUT MEIXNER UND GÜNTER BLANK

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