Mittwoch, 26.02.2020

|

Neujahrsempfang ohne große politische Reden

Bürgermeister Kisch betont den Wert des realen Miteinanders in der Stadtgesellschaft - 22.01.2020 18:06 Uhr

Bürgermeister Bernhard Kisch bei seiner Rede beim Neujahrsempfang der Stadt Bad Windsheim. © Matthias Oberth


Stattdessen ließ der Erste Bürgermeister seine Gäste in seiner Rede an grundsätzlichen Überlegungen teilhaben und bescherte ihnen einen kulturell unterhaltsamen wie ansprechenden Abend mit Musik und Gesang, "Essn für aan" und Gulaschsuppe für alle.

Noch bevor es richtig losging im Saal, war das Foyer im Kur- und Kongress-Center proppenvoll, nicht zuletzt dank des im Vorfeld erwartbaren Schaulaufens der großen Schar der Stadtratskandidaten. Für den Bürgermeister und Gastgeber selbst war es "ein Gebot der Rücksichtnahme, wenn ich trotz Kommunalwahl ganz bewusst nicht auf das eingehe, was sich in den vergangenen sechs Jahren in unserer Stadt entwickelt hat und was wir für die Zukunft planen". Dazu, so Kisch, gebe es "bei allen Parteien und Gruppierungen ausreichend Gelegenheit, sich bei Wahlveranstaltungen zu informieren".

Bilderstrecke zum Thema

Volles Haus beim Neujahrsempfang in Bad Windsheim

Bad Windsheims Bürgermeister Bernhard Kisch konnte sich beim Neujahrsempfang erneut zahlreiche Gäste begrüßen. Der Abend wurde für angeregten Austausch genutzt, nicht zuletzt weil der Bürgermeister - bei allen Chancen und Möglichkeiten der Digitalisierung - darauf hinwies, dass nichts über den direkten Kontakt gehen würde.


Begonnen hatte alles wie immer. Flankiert von den Stadtsoldaten Helmut Angene und Hans Hassel empfingen Juliane und Bernhard Kisch, des Bürgermeisters Töchterlein Gabi Wattenbach, Kischs Stellvertreter Rainer Volkert und Alexandra Horst sowie Kurdirektor Mike Bernasco die Besucher. Traditionell auch der musikalische Auftakt durch den Spielmanns- und Fanfarenzug, ehe das Quintett Sonority nicht zum letzten Mal an diesem Abend für atemlose Stille im KKC sorgte. Die fünf Sänger sind allesamt dem Windsbacher Knabenchor entwachsen, welcher am 15. März in Bad Windsheim gastiert.

Nach der namentlichen Begrüßung einer ganzen Reihe von Gästen aus allen Bereichen des öffentlichen Lebens befasste sich Bernhard Kisch mit Chancen und Risiken der Digitalisierung. Er schätze und nutze zwar die Möglichkeit, im Internet zu recherchieren, doch bei manchen angebotenen Diensten stelle er sich immer mehr die Frage, welchen Mehrwert diese hätten, ob sie gar nur Zeitfresser seien oder womöglich das gesellschaftliche Zusammenleben in einer Stadt oder in einem Land vergiften. Kisch skizzierte das Szenario eines Neujahrsempfangs in Form einer Live-Übertragung ins Netz, samt der Möglichkeit der Kommunikation aller Teilnehmer im Chat. Was er davon hält, sagte er auch: "Für mich stellt das keine Option dar. Wir Menschen sind soziale Lebewesen." Für eine gesunde Entwicklung des Einzelnen bedürfe es des Kontakts zu anderen Menschen. "Wir brauchen daher reale Orte der Kommunikation und des Zusammenkommens", ist sich Bernhard Kisch sicher. Ebensolche seien seit jeher die historischen Altstädte. Auch die Vereine böten Heimat. "Ich danke jedenfalls allen, die sich in diese Stadtgesellschaft mit Ideen und Engagement einbringen. Wir brauchen für die Zukunft mehr Verantwortungsträger als Bedenkenträger."

Zum Abschluss wünschte Kisch seinen Gästen nicht nur viel Glück, Gesundheit und Gottes Segen, sondern er gab ihnen auch eine Empfehlung mit auf den Weg: "Begegnen wir uns mit Respekt und Zuversicht, dann wird uns auch im kommenden Jahrzehnt gemeinsam viel gelingen."

Es folgte vergleichsweise leichte Kost: "Essn für aan", die fränkische Variante von "Dinner for One", angerichtet von Freilandtheater-Regisseur Christian Laubert, auf der Bühne serviert von den Schauspielern Hermine Wittig und Andreas Fischer-Klärle. Auch Sonority erntete weiteren Applaus, dann war das Büfett eröffnet und die Getränke und Gespräche nahmen ihren Lauf.

Günter Blank

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus: Bad Windsheim