"Nordbayerischer Musikbund" veranstaltet Osterkonzert

31.3.2016, 21:35 Uhr
Vom Publikum mit begeistertem Applaus für eine ausgezeichnete Leistung belohnt: Das

Vom Publikum mit begeistertem Applaus für eine ausgezeichnete Leistung belohnt: Das "Sinfonische Blasorchester Mittelfranken" in der Erlanger Heinrich-Lades-Halle. © oh

Bei zwei abschließenden Konzerten im Bad Windsheimer KKC sowie in der Erlanger "Heinrich-Lades-Halle" stand neben Corinna Nollenberger der aus Mering bei Augsburg stammende Dirigent Philipp Kufner, denn die Idee dieser "Mittelfränkischen Bläserwoche" ist es nach wie vor, den Teilnehmern durch die Zusammenarbeit mit Gastdirigenten neue, andere Akzente und Impulse zu vermitteln, um den eigenen musikalischen Horizont zu erweitern.

Dass die Organisatoren, allen voran Corinna Nollenberger und Bezirksdirigent Ernst Berendes, mit dieser Konzeption genau richtig liegen, demonstrierte das Orchester gleich zu Beginn des Konzerts mit "Festmusik der Stadt Wien" von Richard Strauss und der "Ouvertüre zu Dichter und Bauer" aus der Feder von Franz von Suppé. Die Festmusik von Strauss, ein musikalisches Dankeschön an die Stadt Wien, die dem Komponisten zuvor den Beethovenpreis verliehen hatte, ist durch die ausgeprägten Passagen für den Blechsatz eine nahezu ideale Komposition für Symphonisches Blasorchester.

Verschiedenen Musikstile mit miteinander vereint

Dagegen besticht Suppés "Ouvertüre" durch kecke und akzentreiche Themen, die typisch für den belgisch-italienischen Komponisten wie viele seiner Werke ("Pique Dame", "Leichte Kavallerie") einem für feurigen Finale enden. Vor der Pause lief das relativ junge Orchester (Altersdurchschnitt 16-17 Jahre) unter Dirigent Kufner förmlich zu Höchstform auf und demonstrierte mit "Bacchus On Blue Ridge", dem ersten Werk für Blasorchester von Joseph Horovitz einmal mehr seine Vielseitigkeit.

Denn die Herausforderung dieser Komposition die besteht darin, die verschiedenen Musikstile mit miteinander zu vereinen. Scheinbar mühelos vermischen sich unter dem Dirigat Kufners Elemente des Jazz mit Volkstänzen, Blues verschmilzt mit dem Prärie-Stil und der Valse de Paris wird von einem Tanz der Einheimischen eingehüllt, so dass man meint mit Bacchus auf Landurlaub in den "Blue Ridge Mountains", dem höchsten Gebirgszug der Appalachen im Osten der USA, zu sein und wurde ebenso beschwingt in die Pause entlassen. Mit "Jubilus" in zweiten Konzertteil Den zweiten Teil des Konzerts eröffnete das SBO Mittelfranken mit "Jubilus" von Jan van der Roost, einem der bedeutendsten Komponisten für Symphonisches Blasorchester.

Corinna Nollenberger als Leiterin des Orchesters

Nach seiner eigenen Aussage "einfach ein kleines nettes, nicht zu kompliziertes Werk; perfekt um ein Konzert zu eröffnen, oder die Pause zu beenden. Beim nun folgenden Werk "Arabesque" , komponiert von Samuel Hazo, übernahm Corinna Nollenberger die Leitung des Orchesters. Sie war bei der diesjährigen Arbeitsphase nicht nur als Dozentin für das Flötenregister zuständig, sondern für den wesentlichen Teil der Organisation.

Somit kein Wunder, dass die jungen Musikerinnen und Musiker bereitwillig wie aufmerksam ihrem temperamentvollen Dirigat folgten und nach der zu Beginn erklungenen Flötenkadenz die mystischen Klängen des Vorderen Orients mit ihrem unverwechselbaren Trommelrhythmus in feierlicher Erhabenheit um klingen brachten. Über den Orient entführte das Orchester das Publikum mit "Danzon Nr. 2" in eine Cantina nach Mexico. Die Komposition von Arturo Márquez, arrangiert von Oliver Nickel, ist eines der bekanntesten und meist aufgeführtesten, mexikanischen Originalkomposition, in der Klarinette, Oboe, Klavier, Trompete und Piccolo als Solisten hervortreten.

Blasmusik auf höchstem Niveau

Es ist von einem markanten und mitreißenden Rhythmus geprägt, den das Orchester, im Wechsel mit dem Klavier, geschickt mit variierenden Akzenten und Tempi verziert. Pei der Probenarbeit wurden die Dirigenten Corinna Nollenberger und Philipp Kufner auch in diesem Jahr von einigen Dozenten in den Registerproben unterstützt und so bedankte sich das Orchester bei Norbert Henneberger (Klarinetten), Andrea Kürten (Saxophone), Veronika Schniske-Falk (Oboe, Fagott), Karl-Dieter Hopp (Horn), Markus Koppmann (Posaune, Bariton), Ruthard Göpfert (Tuba), Wolfgang Schniske (Schlagwerk) sowie Bezirksdirigent Ernst Berendes (Trompeten) für ihre Geduld und die klasse Zusammenarbeit.

Im finalen Werk des Abends, der "Fifth Suite for Band" von Alfred Reed, wurden vom Komponisten typische Volkstänze in vier kurzen Sätzen mit den Titeln Hoe Down (Amerika), Sarabande (Frankreich), Yamabushi Kagura (Japan) und Hora (Israel) verarbeitet. Selbst nach einem anspruchsvollem aber durchaus kurzweiligen Konzertabend mit großen Anforderungen an das Orchester, zeigte dieses abschließend noch einmal Symphonische Blasmusik auf höchstem Niveau. Das Publikum dankte es mit begeistertem Applaus und wurde selbstverständlich mit entsprechenden Zugaben belohnt.

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