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Montag, 06.07.2020

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Pfingsten: Farbenspiel zum Geburtstag der Kirche

Mit Kunstinstallation wird im Museum Kirche in Franken gefeiert. - 25.05.2020 14:00 Uhr

Die Kunstinstallation in der Spitalkirche, hier beim Aufbau, soll die Geschehnisse zu Pfingsten greifbarer machen. © Foto: Christine Berger


Zu Pfingsten wurden in früheren Jahrhunderten Rosenblätter in den Kirchenraum herabgelassen, brennende Pflanzenfasern oder auch eine tönerne oder lebendige Taube. Im Mittelpunkt stand das Heilig-Geist-Loch, so eines vorhanden war. Welches dieser Rituale in der Windsheimer Spitalkirche hochgehalten wurde, ist laut Claudia Berwind mangels Überlieferung nicht bekannt. Die Existenz des Himmelslochs, wie es auch genannt wird, legt aber die Vermutung nahe, dass in der heutigen Kurstadt eine solche Tradition ebenfalls gelebt wurde. Mit der Reformation endete diese häufig, derartiges "Spectaculum", wie Claudia Berwind es nennt, war nicht mehr gewünscht.

Um Besuchern des Museums Kirche in Franken in den Tagen vor und nach dem Pfingstfest das Pfingstwunder aus der Bibel vor Augen zu führen, wurde im vergangenen Jahr erstmals die Kunstinstallation Feuerzungen präsentiert, die die Künstlerin Andrea Thema für die Spitalkirche angefertigt hat. Heuer soll sie bis Sonntag, 14. Juni, zu sehen sein. In drei unterschiedlichen Längen bilden die zwölf gewebten Stoffbahnen einen Blickfang, sie stehen für die Feuerzungen, die sich nach der Überlieferung zu Pfingsten auf die Jünger herabgesenkt haben sollen. In die roten Stoffbahnen hat Andrea Thema Folienstreifen in Rot, Gelb und Orange eingearbeitet, die bei Sonnenschein im Chor der Kirche ein Farbenspiel bewirken.

Der biblischen Geschichte schrieb Pfarrerin Dr. Ulrike Schorn, die Theologische Referentin des Museums, bei der Ausstellungseröffnung im vergangenen Jahr "einen Hauch von Verrücktheit" zu. Wenn sich die vom Himmel kommenden Feuerzungen auf die Apostel verteilten, die plötzlich in verschiedensten Sprachen predigen konnten und dadurch den Glauben in die Welt hinaustrugen, werde durchaus etwas Verwirrendes berichtet.

Und dennoch wird nach ihrer Auffassung von einem echten Geschenk erzählt. Pfingsten gilt als Geburtstag der Kirche, für Ulrike Schorn handelt es sich um ein Geschenk, das die Kirche bekommt: "Dass nämlich jeder und jede, die zu ihr gehört, den Geist bekommt, der aufrichtet und befreit, der erfüllt und gerade stehen lässt und mehr noch, der lebendig macht." Dies nicht einfach durch Worte, vielmehr sei Bewegung drin, "eine Bewegung vom Himmel zur Erde".

cs

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