Menschen in der Weite der Arktis

Polarforschung: Thea Schneider zeigt Bilder von Stille und ewigem Eis

9.9.2021, 14:00 Uhr
ie Menschen stehen im Fokus der Aufnahmen in der Ausstellung „The Quiet“.

ie Menschen stehen im Fokus der Aufnahmen in der Ausstellung „The Quiet“. © Thea Schneider, NN

Ein Forscher schreitet über eine Eisspalte mitten im zugefrorenen zentralen Arktischen Ozean, das Forschungsschiff Akademik Fedorov bahnt sich seinen Weg durch die Polarnacht, Eisbären oder Nordlichter – „The Quiet“, also die Stille, heißt eine Ausstellung mit Fotografien der in Bad Windsheim aufgewachsenen Thea Schneider über die Faszination Polarforschung, die am Freitag, 10. September, im Atelier von Gerhard Rießbeck, in den Central Lichtspielen eröffnet wird. Gleichzeitig stellt Thea Schneider auch ihr gleichnamiges Buch vor.

Die Bilder der 31-jährigen Fotografin und Physikerin auf der einen Seite, die Werke von Rießbeck auf der anderen sollen für ein außergewöhnliches Erlebnis sorgen. „Die Ausstellung versucht, die exklusive Welt der Polarforschung zu erschließen, indem sie einen persönlichen Einblick in den Alltag und die Arbeit an Bord eines russischen Forschungsschiffes gewährt“, erklärt Thea Schneider im Gespräch mit der WZ.

Im früheren Kino Central Lichtspiele, das Gerhard Rießbeck zu einem Atelier umgebaut hat, zeigt Thea Schneider ihre Fotos.

Im früheren Kino Central Lichtspiele, das Gerhard Rießbeck zu einem Atelier umgebaut hat, zeigt Thea Schneider ihre Fotos. © Stefan Blank, NN

Im Herbst 2019 war die heutige Wahl-Münchnerin im Auftrag des Alfred-Wegener-Instituts unterwegs in der Arktis, um die großangelegte MOSAiC-Expedition mit dem deutschen Eisbrecher Polarstern zu unterstützen. Ihr Auftrag: Aufbau eines Forschungscamps auf einer Eisscholle und Fotografieren. „Ziel dieser visuellen Geschichte ist es, sich zunehmend von der zu Recht beeindruckenden, aber manchmal etwas einschüchternden Darstellung der Polarforschung zu lösen“, sagt Schneider. „Die Menschen stehen im Fokus, stille Alltagsmomente einer unglaublichen Expedition.“

Thea Schneider und Gerhard Rießbeck verbindet einiges. „Ich kenne sie seitdem sie ein kleines Kind war“, erzählt der Maler. „Thea hat ganz konsequent ihr Lebensziel verfolgt, sich wissenschaftlich und künstlerisch mit Eis zu beschäftigen.“ Zwar bestehe eine gewisse Nähe auf privater Ebene, „ihre Werke sind aber künstlerisch so außerordentlich professionell, überschneiden sich mit meinem Interesse und daher passt es wunderbar“, sagt Rießbeck.

Thea Schneider war über Gerhard Rießbeck, der 2001 und 2006 auf Polarforschungs-Expeditionen mit der Polarstern unterwegs war, zu dem Themenkomplex gekommen, berichten beide. Nun hängen Fotografien und gemalte Bilder in einem Atelier. „Es gibt ganz erstaunliche Bezüge“, sagt Rießbeck, der „ältere Werke wieder rausgeholt“ habe. Seine Einschätzung: „Ähnlicher Blickwinkel mit verschiedenen Medien.“ Und: „Leidenschaft für Schnee, Eis und Polarforschung.“ Für Thea Schneider ist die Gegenüberstellung von ihren und Rießbecks Kunstwerken „total spannend“.

Welche Bilder von den rund 500 Gigabyte und damit vielen Tausend Fotos von der Expeditionsreise es in die Ausstellung schaffen, diese Auswahl bezeichnet Thea Schneider mit einem Lachen als „wirklich nicht einfach“. Etwas mehr als 40 sind nun im ehemaligen Kino aufgehängt worden. „Sie sollen einen anderen Blick auf die Polarforschung ermöglichen“, sagt die 31-Jährige. Mit Nordlichtern, Forschungsschiffen, Wissenschaftlern, Eisspalten, Eisbären und viel Stille.

Die Ausstellung „The Quiet“ von Thea Schneider sowie die Werke von Gerhard Rießbeck können im Atelier in den Central Lichtspielen in der Bad Windsheimer Pastoriusstraße angesehen werden. Eröffnung ist am Freitag, 10. September, von 17 bis 20 Uhr, die weiteren Öffnungstage sind: 11. und 12. sowie 17., 18., 19. und 24., 25. und 26. September, jeweils freitags 15 bis 18 Uhr sowie samstags und sonntags 11 bis 17 Uhr. Beim Besuch der Ausstellung wird gebeten, einen Nachweis über Impfung, Genesung oder Testung mitzuführen.

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