Mittwoch, 01.04.2020

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Protest gegen Entwurf zeigte Wirkung


Erleichterung in Bad Windsheim: Versorgung für Rehakliniken gesichert - 26.03.2020 16:30 Uhr

Klinikdirektorin Ursula Siebertz-Ohnesorge zeigt sich erleichtert, dass nun auch Rehakliniken in den Rettungsschirm-Gesetzen bedacht wurden. © Dr. Becker Klinikgruppe


Krankenhäuser und Rehakliniken zeigen sich zufrieden mit den eingebrachten Gesetzesänderungen. Gemeinsam waren Reha-Kliniken und Krankenhäuser nach den ersten Entwürfen aus dem BMG am Wochenende Sturm gelaufen. „Das war auch nötig“, erklärt Ursula Siebertz-Ohnesorge, Klinikdirektorin der Bad Windsheimer Dr. Becker Kiliani-Klinik. „Die Politik hatte in ihren Gesetzentwürfen nach den Nachbesserungen für die Krankenhäuser die Reha mit ihren rund 120.000 Beschäftigten immer noch nicht ausreichend berücksichtigt. Da mussten wir gegen mobilmachen.“

Kritikpunkt war insbesondere die sogenannte Leerstandsfinanzierung gewesen. Für Betten, die in Rehakliniken derzeit aus unterschiedlichen Gründen leer stehen – etwa weil sie für Corona-Fälle vorgehalten werden müssen oder weil die Politik in manchen Bundesländern die weitere Aufnahme von Patienten/innen untersagt hat – war im Gesetzentwurf zunächst keine finanzielle Erstattung vorgesehen. „Das hätte viele Rehakliniken auf kurz oder lang in den Bankrott getrieben. Davor haben wir gewarnt, weil unsere Mitarbeitenden Sicherheit brauchen. Das deutsche Gesundheitssystem braucht uns jetzt. Wir sind das Backup der Krankenhäuser“, so Siebertz-Ohnesorge.

Sicherheit an Mitarbeitende weitergeben

Das sahen offensichtlich die Politiker/innen auch so. Sie ergänzten im COVID-19-Krankenhausentlastungsgesetz eine Regelung, die die Leerstandsvergütung von 60 Prozent des durchschnittlichen Vergütungssatzes rückwirkend zum 16. März vorsieht.

„Wir haben damit jetzt Sicherheit, was die Vergütung von leeren Betten, Betten mit Corona-Patienten/innen und Reha-Patienten/innen betrifft. Diese Sicherheit können wir an unsere Mitarbeitenden weitergeben. Es kommen noch genug Herausforderungen in den nächsten Wochen auf uns zu, für die wir unsere ganze Konzentration brauchen. Da ist es gut, wenn wir über Finanzierung nicht mehr nachdenken müssen. Wir stehen bereit“, zeigt sich Ursula Siebertz-Ohnesorge entschieden.

3400 Patienten im Jahr

Die Dr. Becker Kiliani-Klinik in Bad Windsheim führt qualitätsgeprüfte Rehabilitationsmaßnahmen für Patienten/innen mit neurologischen, orthopädisch-/traumatologischen sowie neuro-onkologischen Erkrankungen durch. Jährlich werden in der Klinik rund 3.400 Patienten/innen auf höchstem medizinischem Niveau therapiert. Ein Behandlungsschwerpunkt ist die neurologische Frührehabilitation für neurologisch schwerstbetroffene Patienten/innen. Seit 2006 ist die Klinik außerdem anerkanntes Multiple-Sklerose-Zentrum. www.dbkg.de/kiliani-klinik. Die Dr. Becker Klinikgruppe ist ein mittelständisches Familienunternehmen mit Hauptsitz in Köln. Deutschlandweit betreibt die Gruppe neun Rehabilitationseinrichtungen mit den Indikationen Orthopädie, Neurologie, Kardiologie und Psychosomatik sowie drei ambulante Therapiezentren.

nb

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