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Reisen: Mit Impfstoff würde es brummen

Für Omnibusbranche gab es Lockerungen, doch Geschäft läuft langsam an. - 26.06.2020 13:00 Uhr

Die erste Busreise nach vielen Wochen Stillstand ging bei der Firma Thürauf nach Kärnten – zum Radfahren. © Foto: Thürauf


Thürauf Reisen ist breit aufgestellt: mit drei Reisebüros, eigenen Bus-Urlaubsangeboten, Schülerbeförderung und individuellen Gruppenreisen beispielsweise für Vereine. Die Schulbusse fahren schon seit Wochen wieder, seit 30. Mai sind Individualreisen möglich, also "Katalogfahrten", wie sie auch Thürauf anbietet. Seit dem 22. Juni sind in Bayern wieder Busreisen von größeren Gruppen erlaubt, beispielsweise Ausflügsfahrten von Vereinen. Und das nun ohne Mindestabstand von 1,50 Metern, sodass alle Plätze im Bus besetzt werden wieder besetzt werden können – wenn Masken getragen werden.

Die erste Fahrt, nach Kärnten, zum Radfahren, hat Thürauf bereits durchgeführt – nach 13 Wochen Stillstand eine große Erleichterung. "Der Katalog läuft gut", sagt Geschäftsführer Rudi Schmidt zu den eigenen Busreisen. "Natürlich nicht wie sonst", schränkt er ein. Aber man merke: "Die Leute wollen raus."

 

Vereine zögern noch

 

Was noch nicht angelaufen ist, sind Gruppenreisen, wie sie sonst beispielsweise Vereine gebucht haben. Er habe immer noch Busse abgemeldet, sagt Schmidt. Vereine und Institutionen würden noch abwarten, außerdem habe so eine Reise natürlich immer einen gewissen Vorlauf. Die Ausflüge, die jetzt stattfinden würden, wären spätestens im April oder Mai gebucht worden.

Bei Schulklassen ist es ein ähnliches Bild. Ausflugsfahren oder Reisen in Schullandheime gibt es aktuell nicht. Das bestätigt Klaus Hufnagel, Geschäftsführer von Zepf Reisen in Diebach. "Das liegt zu 100 Prozent auf Eis."

Mit einem "blauen Auge davongekommen" ist hingegen das Omnibusunternehmen Böhm aus Uffenheim. Wie Klaus Böhm erklärt, fahre man fast ausschließlich Linienbusse. Sechs bis sieben Wochen ging nichts, aber seit dem 27. April werde wieder gefahren. Und im Berufsverkehr wie für die Firma Adidas habe es keine Einschränkungen gegeben – natürlich aber die entsprechenden Hygieneregeln, die eingehalten wurden. Ihm geht es damit besser als den Kollegen, die Reisen anbieten, wie er selbst sagt.

Corona hat die ganze Tourismusbranche hart getroffen. Das merkt Rudi Schmidt auch an seinen Reisebüros. Zwar gab es viel zu tun mit Stornierungen, aber keine Einnahmen. Ab Juli werden er nun seine drei Reisebüros in Bad Windsheim, Rothenburg und Neustadt wieder sukzessive aufmachen, zunächst halbtags. Telefonisch sei man aber die ganze Zeit erreichbar gewesen, betont er.

Bisher gab es keine Hilfen vom Staat, beklagt Rudi Schmidt. Dabei sei die Omnibusbranche durchaus bedeutsam: 270 000 Mitarbeiter würden deutschlandweit beschäftigt, sagt Schmidt. Trotzdem: "Die Busunternehmen wurden bisher ganz vergessen." Es sei schlimm, wenn man ein Berufsverbot aufgebrummt kriege und nichts dafür kann, erklärt der Reiseveranstalter. Doch er sieht auch, dass es irgendwann wieder besser wird. Der Wunsch zu Reisen und das Bedürfnis, mal wieder raus zu kommen, seien groß. "Wenn nächste Woche alle geimpft werden könnten, würden die Leute Schlange stehen", davon ist Rudi Schmidt überzeugt. "Das würde brummen wie sonst was."

CLAUDIA LEHNER

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