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Samstag, 08.08.2020

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Schausteller starten in Wiebelsheim in den Sommer

Landratsamt und Stadtverwaltung geben auf den letzten Drücker Grünes Licht - 31.07.2020 11:59 Uhr

Kulinarisches und Autoscooter-Spaß bietet der Wiebelsheimer Schaustellersommer. Foto: Günter Blank

© Foto: gb


Schaustellersommer ja, Kirchweih-Volksfest nein. So stellt sich aktuell die Situation in der Kurstadt und ihrem westlichen Ortsteil dar. Es blieb spannend bis zur letzten Minute, ob der Schaustellersommer der Familie Krzenck-Straetemans in Wiebelsheim, südlich der Staatsstraße, wie geplant stattfinden kann. Gestern Vormittag war noch eine Abordnung der Kreisbehörde und der Stadtverwaltung vor Ort, am Nachmittag erteilte das Landratsamt die Genehmigung. Bad Windsheims Ordnungsamtsleiter Bertram Strobel brachte am frühen Abend die noch ausstehende gaststättenrechtliche Erlaubnis vorbei, welche Bürgermeister Jürgen Heckel unmittelbar zuvor unterzeichnet hatte.

Davor waren mögliche Probleme abgearbeitet worden, unter anderem hat die Familie Krzenck-Straetemans den ursprünglich auf der gegenüberliegenden Seite der Staatsstraße geplanten Parkplatz verlegt. Ermöglicht hat dies die Familie Friedrich aus Wiebelsheim, die eine benachbarte Wiese zur Verfügung stellte, sodass Gäste die Straße nicht queren müssen, sagte Denis Krzenck dankbar. Er sprach von einer guten Zusammenarbeit mit dem Landratsamt, um das Vorhaben auf der Zielgeraden umsetzen zu können.

Begleitet wurden die Vorbereitungen von etlichen Helfern, darunter Sabine Hahn und Jürgen Mußer. Die sind zwar bei der Kur-, Kongress- und Touristik-GmbH (KKT)für städtische Veranstaltungen zuständig, engagierten sich aber in ihrem Urlaub, wie Sabine Hahn betonte. Ihr war die Unterstützung ein Anliegen, sie weiß um die aktuell schwierige Lage der Schausteller und schätzt die Familie Krzenck-Straetemans als zuverlässige Partner. "Irgendwann gibt es auch eine Zeit nach Corona." Sie würde auch künftig gerne auf die Schausteller bauen. Denn ohne Hilfestellung in der Corona-Zeit könnte es in der Zukunft schwer werden, noch Händler und Schausteller zu finden.

Für das Landratsamt ging es zuletzt darum, die Veranstaltung unter dem Gesichtspunkt des Infektionsschutzes zu prüfen, wie Pressesprecher Matthias Hirsch mitteilte. Das von der Behörde geforderte Schutz- und Hygienekonzept umfasst unter anderem die Einzäunung des Geländes zum Zwecke der Eingangskontrolle sowie die Begrenzung der Besucherzahl. Die Stadt war mit der Gastro-Gestattung und der Genehmigung der Veranstaltung in das Verfahren involviert.

Oberste Priorität habe der Infektionsschutz, betonte Matthias Hirsch und verwies auf den gemeinsamen Appell von Landrat Helmut Weiß und Bürgermeister Jürgen Heckel an die Besucher, die Hygieneregeln einzuhalten. Auch sei der Schaustellersommer unabhängig von anderen Veranstaltungen zu sehen, betonte Hirsch und erinnerte an die Bürgermeister-Dienstversammlung. Dort hätten sich die Rathauschefs wie berichtet darauf verständigt, im Sinne der Prävention von Kirchweih-Veranstaltungen Abstand zu nehmen.

Kulinarisches und Autoscooter-Spaß bietet der Wiebelsheimer Schaustellersommer. Foto: Günter Blank

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Der Schaustellersommer ist verhalten angelaufen, so richtig startet er heute ab 16 Uhr durch, am Wochenende geht es um 11 Uhr los, Ende ist stets um 22 Uhr. In den kommenden Wochen soll es von Donnerstag bis Sonntag so weitergehen. Die Genehmigung für den Biergartenbetrieb läuft bis 30. September, die für den Autoscooter bis 16. August.

Ganz anders die Situation in Sachen Kirchweih-Volksfest in Bad Windsheim. Spätestens seit den Aussagen des Landratsamts-Juristen Alexander Wust bei der Bürgermeister-Dienstversammlung war im Grunde klar: In Bad Windsheim wird es 2020 keine Kerwa geben. Auch das von der KKT entwickelte Alternativkonzept – wir berichteten – wird nicht greifen.

"Unsere Kirchweih ist offiziell abgesagt, weil wir die Auflagen auf offener Straße nicht umsetzen können", stellte Bürgermeister Heckel gestern auf Nachfrage klar. Allein eine Umzäunung des Geländes, wie sie erforderlich wäre, sei nicht vorstellbar. Die Größe der Stadt käme hinzu. "Bad Windsheim strahlt auch aus auf umliegende Gemeinden und Städte", sagte Heckel. In der Konsequenz seien die Besucherströme schwer kalkulierbar und "Kontrollmöglichkeiten nicht mehr gegeben".

Auch Kurdirektor Mike Bernasco kommt in seiner Bewertung der Lage zu keinem anderen Ergebnis. "Die Auflagen wären extrem hoch und nicht zu erfüllen." Das Ergebnis: Kein Kirchweihfest, weder auf dem Festplatz, noch in der Stadt. "Wir bedauern das sehr, denn unser Team hat die Alternativ-Kerwa sehr sorgfältig und akkurat geplant", sagt Bernasco. Wie berichtet war angedacht, Karussells sowie Verkaufs- und Spaßbuden wie in Nürnberg aktuell in Straßen und Gassen sowie auf den Plätzen der Altstadt zu verteilen.

Christine Berger, Günter Blank, Stefan Blank

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