Schnee-Chaos in Bad Windsheim: Wintereinbruch legt den Verkehr lahm

2.12.2020, 06:00 Uhr
Die Mailheimer Steige: In den Morgenstunden steckten dort am Dienstag mehrere Laster fest, gegen Mittag war wieder freie Fahrt möglich.

Die Mailheimer Steige: In den Morgenstunden steckten dort am Dienstag mehrere Laster fest, gegen Mittag war wieder freie Fahrt möglich. © Foto: Anna Franck

So schön sich die Landschaft im weißen Kleidchen am Dienstagmorgen präsentierte, so anstrengend war es für die Autofahrer. "Es hat alles gut geklappt, aber wir waren ehrlich gesagt auch deutlich überrascht, dass soviel Schnee liegt", sagt Joachim Gaube, Leiter der Stadtbetriebe. Die Bundesstraße 470 glich zeitweise einer Mischung aus Eisbahn und Loipe. Die Polizei-Dienststellen in Bad Windsheim, Neustadt und Rothenburg mussten zu mindestens 24 Unfällen ausrücken.

Um 5 Uhr stiegen die Winterdienstler am Dienstag in der Kurstadt in ihre Fahrzeuge. "Die Vorhersagen waren ja eindeutig, dass wir was zu tun bekommen werden", sagt Gaube. Acht Zentimeter seien prognostiziert worden, es waren über zehn. "Trotzdem war es relativ relaxt", sagt Gaube. Zehn Mitarbeiter von Stadtbauhof und Gärtnerei waren im Einsatz, fuhren ihre Touren mehrmals ab, da es vormittags weiterschneite.

Gegen 3.30 Uhr begann laut Rainer Stadelmann, Leiter des Kreisbauhofes, die erste Tour von sechs Fahrzeugen des Bauhofs und von sechs von Firmen, die ebenfalls Winterdienst übernehmen. Sie war zwischen 11 und 12 Uhr beendet. Runde zwei dauerte von 14 bis zirka 18 Uhr. Rund 400 Kilometer Kreisstraßen müssen geräumt werden. Am Mittwoch werde der Weckdienst um 3 Uhr die Straßen kontrollieren und dann einen Einsatzbefehl erteilen, in Bad Windsheim passiert das gegen 3.30 Uhr.

Als "nicht besonders gut" beschreibt Klaus Imschloß von der Neustädter Straßenmeisterei die gestrige Lage auf den Bundes- und Staatsstraßen. Alle sieben Winterdienst-Fahrzeuge waren am Dienstag um 3 Uhr ausgerückt, drei Trupps streuen zudem per Hand Salz an Steigungen. "Die fahren von einem Brennpunkt zum nächsten", erklärt Imschloß. Um Salzvorräte aufzufüllen, fahre er entgegen.

Querstehende Lastwagen

Immer wieder hatten die Fahrer am Dienstag mit querstehenden Lastern an Steigungen zu kämpfen. "Das kostet Zeit, wir werden immer wieder ausgebremst", sagt Imschloß. Steht ein Laster quer, blockiert er die Straße. Um zu helfen, müssen die Winterdienst-Fahrer die Stelle umfahren. Erst wenn die Straße wieder frei ist, können sie sich um die Steige selbst kümmern. Als problematische Stellen nennt Imschloß beispielsweise die Mailheimer Steige, von Hagenbüchach runter nach Emskirchen oder von Neuziegenrück Richtung Neuhof.

Von liegengebliebenen Autos und Lastern, durch die es zum Teil zu Rückstaus kam, berichtet auch die Polizei Mittelfranken. Beispielsweise auf der Staatsstraße 2252 zwischen Bad Windsheim und Markt Erlbach. Gegen 5.30 Uhr fuhren sich laut Polizeibericht mehrere Laster an der Mailheimer Steige fest, standen teilweise quer auf der Fahrbahn.

Mit Sommerreifen

Autos, die teils noch mit Sommerreifen unterwegs waren, rutschten den Berg hinab in die Unfallstelle. So auch eine 24-jährige Autofahrerin, die gegen 6 Uhr bergab ins Schleudern kam und mit dem Heck in einen bergauf stehengebliebenen Kleintransporter stieß. Es entstand Sachschaden von 1500 Euro, verletzt wurde niemand.

Die Kurstädter Inspektion musste insgesamt zu sieben witterungsbedingten Unfällen ausrücken, bei denen fast ausschließlich Sachschaden entstand. Bis Mittag hatte sich die Verkehrslage weitgehend entspannt. Dieter Engelhardt, Leiter der Bad Windsheimer Polizeiinspektion, erklärte am Dienstag auf WZ-Nachfrage, dass er durchaus davon ausgehe, dass viele trotz Ankündigung vom Schnee überrascht worden waren, betonte aber: "Insgesamt wurde verantwortungsbewusst mit der Lage umgegangen."

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