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Donnerstag, 19.09.2019

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Schulanfang: Foto frei mit Einschränkungen

In der Region soll es bei der Einschulung keine gesonderten Verbote geben. - 06.09.2019 11:00 Uhr

Ein paar Schnappschüsse fürs Fotoalbum gehören zum Schulanfang genauso dazu wie die Schultüte. © Archiv-Foto: Bastian Lauer


In Obernzenn haben Eltern schon mit der Einschulung ihres Kindes einen Fragebogen ausfüllen müssen, erklärt Schulleiterin Petra Fink. Dort müssen sie angeben, ob der Name oder Bilder ihres Kindes auf der Homepage der Schule auftauchen dürfen. "Wir machen das relativ transparent", sagt Fink. So soll es auch am ersten Schultag sein. Alle Eltern würden in Obernzenn explizit gefragt, ob sie einverstanden sind, dass frei fotografiert werden darf. Wenn sich tatsächlich jemand melden sollte, der nicht einverstanden ist, müsste man damit entsprechend umgehen, sagt Fink. Sie gehe aber nicht davon aus.

Etwas direkter formuliert es Martina Anderlik. Die Ipsheimer Schulleiterin sagt über diesen Fall des Falles: "Dann, denke ich, würde ich pauschal das Fotografieren untersagen." Aber: Sie werde am Einschulungstag darauf hinweisen, dass Eltern grundsätzlich – so will es übrigens die aktuelle Rechtslage – nur ihr eigenes Kind fotografieren dürfen. Das auch zu kontrollieren, sei allerdings nicht zu leisten. Bei der Schulanmeldung seien die Eltern bereits gefragt worden. Widerspruch für eine Freigabe des Fotografierens habe es da nicht gegeben. Falls nun am Dienstag doch jemand etwas dagegen hat, wolle Anderlik "das Gespräch suchen und erklären, was das für Folgen hat".

Lydia Stoll, Rektorin der Pastorius-Schule in Bad Windsheim, schränkt das Fotografieren aufgrund der Verordnung ebenfalls ein. Nach der allgemeinen Begrüßung können die Eltern mit ihren Kindern ins Klassenzimmer zurückkehren und Bilder von ihren Sprösslingen und deren Schulfreunden – sofern deren Eltern zustimmen – machen. Bislang habe es auch hier keine Probleme gegeben, erklärt Stoll.

Zusätzliche Aushänge

Weil in der benachbarten Arche-Noah-Schule noch keine Regelung getroffen wurde, hielt die kommissarische Schulleiterin, Gabriele Weidemann, kurzerhand Rücksprache mit Stoll. Weidemann entschied sich für die gleiche Vorgehensweise. Zusätzlich werde es Aushänge geben, auf denen beschrieben ist, dass das Fotografieren nicht gestattet ist.

Völlig entspannt scheint die Situation in Burgbernheim. "Wir hatten damit keine Probleme bislang", sagt Rektorin Jutta Kurzidem, auf das Fotografieren angesprochen. Man lasse die Eltern eine entsprechende Einverständniserklärung unterschreiben, was bislang reibungslos funktioniere. "Die Kollegen werden langsam sensibler", stellt zwar auch sie fest, doch die schulinternen Regelungen reichten bislang völlig aus. Die Kinder selbst dürften ihre Handys zwar mitbringen, diese jedoch auf dem Schulgelände nur mit Erlaubnis eines Lehrers benutzen. Und die Eltern? Die verhalten sich an der Burgbernheimer Schule bislang offenbar ebenso unauffällig wie verantwortungsvoll. "Bisher hatten wie noch keinen kriminellen Ansatz", sagt Jutta Kurzidem denn auch halb im Scherz. Und so dürfen die Eltern wie gewohnt ihre Sprösslinge nach dem offiziellen Teil der Feier zum Schuljahresbeginn ablichten. Für sie gibt es an diesem Tag nach wie vor kein Fotografierverbot an der Schule. 

GÜNTER BLANK, ANNA FRANCK UND BASTIAN LAUER

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