Der Bedarf ist da

So läuft die Sommerschule im Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim

6.9.2021, 06:00 Uhr
Üben und den Lernstoff festigen stehen bei der Sommerschule im Zentrum.

Üben und den Lernstoff festigen stehen bei der Sommerschule im Zentrum. © Hans-Joachim Winckler, NN

An der Zenngrundschule in Obernzenn hat Lernpädagogin Beate Greulich die Sommerschule mitorganisiert. Dort findet sie in der letzten Ferienwoche ab dem heutigen Montag statt. „Wir haben uns bewusst dafür entschieden“, erklärt Greulich, Erholung und Ruhe seien zum Schuljahresende wichtig. 26 Kinder von der ersten bis zur vierten Jahrgangsstufe haben sich dafür angemeldet. Hauptaugenmerk liege darauf, Lernstoff zu festigen und zu wiederholen. „Der Lernstoff ist nicht verpasst worden“, betont Greulich, „die Kinder hatten nur nicht genug Zeit, ihn auch sicher zu machen.“


Das Budget, das vom Kultusministerium für das Förderprogramm zur Verfügung gestellt werde, werde an der Größe der Schule, nicht an der Zahl der Kinder ausgerichtet, erklärt Greulich. Das bedeutet für die Zenngrundschule: Eine Fachkraft wird finanziert. Glücklicherweise hätten sich drei weitere bereiterklärt zu helfen. Beate Greulich, zwei Studenten sowie eine Kollegin aus der Hausaufgaben- und Mittagsbetreuung üben je vier Stunden pro Tag mit den Schülern.


Anmeldungen für einzelne Tage seien nicht möglich gewesen. Eine Woche sei ohnehin kurz. „Die Kinder kommen aus den Ferien und aus einem Schuljahr, das nicht normal war“, sagt Greulich, in den Arbeitsmodus zu schalten, brauche Zeit. Klar sei aber auch: „Alles aufholen ist nicht möglich.“

Individuell

Individuell soll auf die Bedürfnisse der Schüler eingegangen, beispielsweise auch in kleinen Gruppen gearbeitet werden. „Wir ziehen nicht einfach Unterricht durch“, sagt Greulich. Der Fokus liege auf den Fächern Mathematik und Deutsch. Schwerpunkte seien beispielsweise die Uhr oder Längenmaße. Die Kinder sollen „wirklich erfahren“ und buchstäblich greifen, beispielsweise selber messen. Auch die sozialen Aspekte spielen eine Rolle: wieder mit anderen Kindern zusammenkommen und damit umgehen lernen, wenn jemand besser oder noch nicht so weit ist, wie man selbst. Aber: Hätten sich nicht noch drei Leute bereiterklärt, würde sich die individuelle Arbeit schwierig gestalten.


Angebote gab es zudem am Stellergymnasium, an der Delpschule in Bad Windsheim sind drei Wochen Sommerschule bereits über die Bühne gegangen. Eine Lehrkraft, die schon das vergangene halbe Jahr als Vertretung an der Schule war, übernahm, wie Schulleiterin Claudia Finck erklärt. Erst- bis Drittklässler nahmen an einem Mathecamp in der ersten Ferienwoche sowie am Deutsch-Angebot „Lesefit und rechtschreibstark“ in zwei August-Wochen teil. Der Bedarf war da, sagt Finck, zwischen acht und zehn Kindern seien pro Tag da gewesen.
Keine Sommerschule gibt es, wie Nachfragen der WZ ergaben, an der Grund- und Mittelschule Burgbernheim und der Grundschule Ipsheim.

Kräfte finden ist schwierig

An der Wirtschaftsschule in Bad Windsheim habe man sich, wie Schulleiterin Michaela Müller erklärt, nach „Abfrage bei den Erziehungsberechtigten“ gegen „Angebote in den Ferien entschieden“. Vereinzelt würden Schülertutoren mit Schülern arbeiten. „Insgesamt ist es schwierig, Unterstützungskräfte zu finden“, informiert Michaela Müller.

Brückenangebote haben an der Pastoriusschule in Bad Windsheim eine Drittkraft sowie eine Studentin gehalten, wie kommissarische Schulleiterin Sabine Distler erklärt. Diese finden nicht in den Ferien, sondern parallel zum Unterricht statt. Eine enge Rücksprache mit den Lehrern sei so möglich. Neben dem fachlichen spiele das soziale Miteinander eine wichtige Rolle. Lehrer schicken die Schüler ihren Bedürfnissen entsprechend zu den Angeboten in Deutsch und Mathe, erklärt Distler. Auch im neuen Schuljahr soll das Angebot weiterlaufen