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Freitag, 05.06.2020

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St. Gertraud: Bis zum Frühjahr in neuem Glanz

Obernzenner Kirche wird für rund eine Million Euro umfassend saniert. - 23.05.2020 06:00 Uhr

Die Silhouette von Obernzenn wird derzeit von einem außergewöhnlichen Anblick dominiert. © Foto: Helmut Meixner


Allein die Schäden, die man mit bloßem Auge wahrnehmen kann, sind es längst nicht, welche die Verantwortlichen, allen voran das Pfarrersehepaar Simone und Leonhard Hewelt sowie den Kirchenvorstand bewogen haben, Hand anzulegen und das im Jahr 1456 errichtete und zwischen 1963 und 1966 grundlegend restaurierte Gotteshaus einer erneuten Sanierung zu unterwerfen.

Ohne Ziegel offenbart sich ein Blick ins Dach der Kirche. © Foto: Helmut Meixner


Die Genehmigungsverfahren sind zwischenzeitlich abgeschlossen und die Finanzierung der anstehenden Maßnahmen ist seit geraumer Zeit in trockenen Tüchern. Mit dem Bad Windsheimer Architekturbüro Liebberger und Schwarz hat die Kirchengemeinde einen in Sachen Kirchenrenovierung erfahrenen Planer für die Umsetzung des Vorhabens gewinnen können.

Georg Sturm, Ansprechpartner und Koordinator der Baumaßnahmen seitens des Kirchenvorstands, und Diplom-Ingenieur Walter Schwarz, zeigten sich bei einem Termin vor Ort zufrieden mit dem Baufortschritt. "Wir liegen, sowohl was die Zeit als auch was die bisher angelaufenen Kosten anbelangt, im vorhergesehenen Rahmen," lautete das erste Resümee.

Die geschätzten Kosten belaufen sich auf knapp eine Million Euro. Das Gros der Summe, exakt 800 000 Euro, wird von der Landeskirche angewiesen. Mit rund 130 000 Euro sind die von der Kirchengemeinde zur erbringenden Eigenleistungen veranschlagt. 30 000 Euro stellt die Bayerische Landesstiftung, weitere 15 000 Euro die Marktgemeinde Obernzenn zur Verfügung.

Der Bezirk Mittelfranken beteiligt sich mit fünf Prozent (5000 Euro), der Landkreis Neustadt-Bad Windsheim mit 2,5 Prozent (2500 Euro) an dem Mehraufwand, der für denkmalpflegerische Arbeiten aufzubringen ist. Spendabel zeigt sich Christian Schmidt: Der Bundestagsabgeordnete aus Obernzenn hat 5000 Euro für eine neue Kirchentür zugesichert.

Nach dem Einrüsten des Turmes wurden zwischenzeitlich von einem Spezialbetrieb für Bausanierung erste Arbeiten, etwa eine Verankerung des Mauerwerks des Kirchturms, vorgenommen. Erledigt ist das Abdecken von Kirchturm und Sakristei.

Beim Blick unter die Ziegel wartete und wartet auf die Handwerker und Planer allerdings so manche Überraschung: Da Wasser bekanntlich einen dünnen Kopf hat, nagte an manchem Balken im Dachstuhl gehörig der Zahn der Zeit und so müssen die Zimmerer sicherlich nicht nur einen der teilweise völlig vermorschten Sparren auf der Sakristei austauschen.

Viel zu richten gibt es auch im Bereich des Geläuts, sei es bei der ganz oben in der Laterne angebrachten Totenglocke oder den tiefer hängenden, drei großen Glocken sowie an den Zifferblättern der Turmuhr. Sind der Glockenstuhl und die Zifferblätter gerichtet, werden im Verlauf des August und Septembers sowohl der Turm als auch die Sakristei neu eingedeckt. Im Verlauf dieses Jahres wird zudem noch deren Fassade hergerichtet.

Weiter geht es derweil auch im Außen- und Innenbereich des Chorraumes: Für 2020 sind dort noch all jene Renovierungsmaßnahmen eingeplant, die aktuell am Turm und an der Sakristei erledigt werden. Im kommenden Jahr folgen der Innenraum des Kirchenschiffes sowie dessen Außenfassade. Läuft alles nach Plan, soll Sankt Gertraud im Frühsommer 2021 in neuem Glanz erstrahlen.

HELMUT MEIXNER

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